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Metallarbeiten

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Artikelgliederung
4.7. 2

Kupfer und Messing in Europa

Im Mittelalter und später war Kupfer auch als Grundlage für Champlevé (Email) von Bedeutung, da seine Weichheit die Ausschabung kleiner Flächen erleichterte, die dann mit farbiger Glasmasse gefüllt wurde. Kupfer ist zusammen mit Zink Bestandteil von Messing. In der Stadt Dinant (im heutigen Belgien) wurde im Mittelalter Messinggeschirr mit hervorstehenden Verzierungen hergestellt und in beträchtlichen Mengen exportiert. Produktivster Hersteller von Messingwaren waren die Niederlande. Ähnlich wurde Messing im islamischen Osten für großes Geschirr verwendet. Östliche Handwerker, die sich im 15. Jahrhundert in Venedig niederließen, stellten gut verarbeitete Schalen, Wasserkrüge, Geschirr und Kerzenhalter her, die mit kunstvollen orientalischen Verzierungen in Gold und Silber damasziert waren. Die Tradition der venezianischen Kunsthandwerker, die nach der Mitte des 16. Jahrhunderts Verzierungsstile aus der Renaissance verwendeten, dauert bis heute an. Im 17. Jahrhundert wurden in den Niederlanden und in England große Messingkerzenhalter hergestellt, die im 18. Jahrhundert auch in den frühen Siedlerhäusern in Nordamerika gefunden wurden. Bei den Möbeln dieser Siedler waren auch Messinggriffe an Schubladen modern. Im 20. Jahrhundert wird Messing nach wie vor für Vorrichtungen wie Türklopfer, Türschwellen, Briefkästen, Kerzenhalter und Kaminzubehör verwendet.

4.8

Blei und Zinngeschirr

Die Römer, die durch ihr Feinen (Feinbrennen) von Silber einen großen Vorrat an Blei zur Verfügung hatten, benutzten dies hauptsächlich für Gebrauchsgegenstände. Blei ist sehr weich und leicht zu verarbeiten und wurde für Dächer, Särge, Wasserzisternen, Leitungen und Rohre benutzt.

4.8. 1

Blei

Im Mittelalter wurde Blei (das erst später als giftig erkannt wurde) in Europa für architektonische Außenverzierungen verwendet. In England wurde es häufig für die Enden der Regenrinnen und für Dachbedeckungen eingesetzt. Vom 12. bis zum 15. Jahrhundert wurden bleierne Taufbecken mit gegossener Verzierung hergestellt. Im 17. Jahrhundert kamen Gartenstatuen aus Blei in Mode und erfreuten sich bis ins 18. Jahrhundert großer Beliebtheit. Im 16. Jahrhundert benutzten deutsche Gold- und Silberschmiede aus Blei gegossene Reliefplatten, um Muster an andere Goldschmiede weiterzugeben. Diese Reliefplatten wurden in viele Teile Europas exportiert. Sie gaben aber auch alle Details der von Bildhauern aus Holz gearbeiteten oder aus weichem Stein gehauenen Originale getreu wieder und werden heute als Antiquitäten gesammelt.

4.8. 2

Zinngeschirr

Die Römer waren durch ihre Provinzen auf der Iberischen Halbinsel und von den britischen Inseln mit Zinn versorgt. Zinn war ein wichtiger Bestandteil von Bronze. Als es ab dem 3. Jahrtausend n. Chr. mit Blei vermischt wurde, entstand das erste Hartzinn. Davon sind jedoch nur einige hundert Stücke römischen Zinngeschirrs erhalten geblieben. Es ist kein anderes frühes Zinngeschirr von der Römerzeit bis zum 14. Jahrhundert bekannt, abgesehen von den Kelchen, die in Priestergräbern im französischen Metz gefunden wurden. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass viel Zinngeschirr hergestellt wurde. Nach dem 11. Jahrhundert durften die Kirchen, die zu arm waren, um silbernes Kommuniongeschirr zu besitzen, Zinngeschirr benutzen. Bis sie im 14. Jahrhundert in England gesetzlich besteuert wurde, war die Verarbeitung von Hartzinn ein blühendes Handwerk. Es wurde allgemein für die Herstellung von Ess- und Trinkgefäßen für die unteren Klassen Europas mit Ausnahme Spaniens verwendet.

Wenn das Metall neu ist, ist es silberfarben und stumpft dann zu einem angenehmen, glänzenden Grau ab. Seine Wirkung liegt weniger in der üblichen bescheidenen Verzierung, sondern in seiner Zweckmäßigkeit, da es mit Speisen nicht chemisch reagiert. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Zinngeschirr manchmal mit gegossenen Motiven verziert, insbesondere Deckel und Henkel von Humpen. In Deutschland, der Schweiz und Skandinavien erfreuten sich eingebrannte Verzierungen oder mit einem Rad gezogene Wellenlinien großer Beliebtheit.

Amerikanisches Zinngeschirr wird wegen seines Reichtums und seinem Erinnerungswert an die Frühgeschichte des Landes sehr geschätzt. Oft finden sich Daten und die Initialen seiner Besitzer darauf. Altes Zinngeschirr ist aber vergleichsweise selten, da es üblich war, alte oder verformte Stücke zum Zinngießer, als Teil der Bezahlung neuer Ware, zurückzubringen. Im 19. Jahrhundert wurde Hartzinn größtenteils durch versilberte, nicht edle Metalle ersetzt. Doch ist es zu dieser Zeit bei der Herstellung von Haushaltsgegenständen wie z. B. Humpen und Essgeschirr aufgetaucht.

4.9

Eisen

In ägyptischen Gräbern sind kleine Schmuckstücke aus Meteoreisen gefunden worden. Dieses Metall ist zweifellos lange Zeit als Gelegenheitsfund geschätzt worden. Doch scheinen die Hethiter aus Anatolien (um 1400 v. Chr.) die ersten gewesen zu sein, die die Herstellung von Eisen aus Erz beherrscht haben. Durch die höherwertigen Waffen, die sie aus Eisen herstellten, waren sie zeitweise ihren Nachbarn militärisch überlegen. Obwohl Eisen ein vielseitiges Metall ist, hat es in Kunst und Kunsthandwerk eine überraschend unbedeutende Verwendungsgeschichte.

In Europa wurde Eisen geschmiedet, also in Form gehämmert, solange es heiß war. Die Schmiede arbeiteten Truhen und Waffen, Türklopfer und Ringe für die Tore von Schlössern und Domen oder Leisten zur Verstärkung von Türen. Im 17. und 18. Jahrhundert waren schmiedeeiserne Geländer mit wundervoll ausgearbeiteten Details modern. Im 16. Jahrhundert wurden Stahlrüstungen oft mit prächtigen Gravuren oder geätzten Motiven verziert. Zu ihrer Herstellung verwendeten die Waffenschmiede einen aus Eisen gewonnenen Stahl und benutzten Techniken, die die Schmiede im Lauf der Jahrhunderte entwickelt hatten. Als sich Mitte des 19. Jahrhunderts die Arts and Crafts-Movement in England entwickelte, wurden hervorragende Arbeiten aus Schmiedeeisen geschaffen.

Die Chinesen waren im 6. Jahrhundert v. Chr. die ersten, die die Technik des Eisengießens beherrschten und in Stückofen Gusseisen erzeugten. In Europa scheint mit Gusseisen experimentiert worden zu sein, als man von den chinesischen Erfolgen mit diesem Handwerk hörte. Erst im 14. Jahrhundert kam es auch hier zu entscheidenden Fortschritten in der Eisenverhüttung. In Deutschland, der Schweiz, Skandinavien und den Niederlanden wurden auch rechteckige Bleche hergestellt, die im Augenblick ihres Gusses mit bildlichen oder abstrakten Reliefs verziert wurden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde Schmiedeeisen bei Geländern, Balkonen, bei Gartenmöbeln und Verzierungen allmählich durch das billigere Gusseisen ersetzt.

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