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Fujiwara

Enzyklopädieartikel

Fujiwara, japanisches Adelsgeschlecht, das vom 9. bis zum 12. Jahrhundert die Politik des japanischen Kaisers bestimmte und den kaiserlichen Hof dominierte.

Der Aufstieg der Fujiwara begann im 7. Jahrhundert: Nakatomi no Kamatari (614-669) hatte 645 wesentlichen Anteil am Erfolg des Staatsstreiches des späteren Kaisers Tenji gegen die Soga und wurde dafür von Tenji mit dem neuen Nachnamen Fujiwara („Glyzinienlaube”) ausgezeichnet – nach der Stelle, an der sich Kamatari und Tenji für den Kampf gegen die Soga verbündet hatten. Zudem stieg Kamatari in höchste Staatsämter auf und verheiratete drei seiner Töchter mit Mitgliedern des Kaiserhauses. Diese Heiratspolitik praktizierten auch Kamataris Nachfolger und sicherten und erweiterten so die einflussreiche Position der Fujiwara.

Während der Narazeit (710-784) besetzte die Fujiwara-Dynastie eine Reihe maßgeblicher Ämter und nahm die führende Stellung bei Hofe ein; noch aber konnte das Kaiserhaus seine Vormachtstellung behaupten. Dies änderte sich erst im 9. Jahrhundert, als Fujiwara no Yoshifusa 857 zum Großkanzler ernannt wurde und im folgenden Jahr, nachdem er seinen eigenen unmündigen Enkel auf den Kaiserthron gebracht hatte, das Amt des Regenten, das bislang Prinzen aus dem Kaiserhaus vorbehalten war, übernahm und dieses Amt entgegen der Tradition auch nach der Volljährigkeit des Kaisers weiterführte. Das Regentenamt, das Yoshifusa usurpiert hatte, war in der Folgezeit Privileg der Fujiwara, und über dieses Amt bestimmten sie fast drei Jahrhunderte lang entscheidend die kaiserliche Politik.

Den Höhepunkt ihrer Macht erreichten die Fujiwara in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhundertes, nachdem sie alle rivalisierenden Familien verdrängt hatten, besonders unter Fujiwara no Michinaga, dem bedeutendsten Staatsmann aus dem Hause Fujiwara, der zudem vier Kaiser zu Schwiegersöhnen hatte. Wiederholte Versuche der Kaiser, die Vormachtstellung der Fujiwara zu beschneiden, zeitigten im späten 11. Jahrhundert erste Erfolge; zugleich begann der Aufstieg der Minamoto und der Taira. 1160 wurden Kaiser und Fujiwara von den Minamoto gestürzt, die wiederum von den Taira besiegt wurden. Damit endete die Zeit der Fujiwara-Regentschaft; es folgte die Herrschaft der Schogune (1192-1868). Die Fujiwara blieben jedoch bis 1868 eine der einflussreichsten Familien am japanischen Hof.

Die Fujiwarazeit – diejenige Epoche der Heianzeit (794-1185), in der die Fujiwara auf dem Höhepunkt ihrer Macht standen (10./11. Jahrhundert) – war auch eine Blütezeit der Literatur in Japan; Werke wie das berühmte Genji-Monogatari der Hofdame Murasaki Shikibu entstanden in dieser Zeit. Außerdem förderten die Fujiwara Wissenschaften, Religion und Kunst. Ihr Engagement in Kunst und Literatur setzten die Fujiwara auch nach ihrem Sturz fort; Fujiwara no Sadaie, genannt Teika etwa setzte im 13. Jahrhundert Maßstäbe in der japanischen Dichtkunst.

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