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Artikelgliederung
Einleitung; Verbreitung; Größen; Besonderheiten im Körperbau; Ernährung; Verhalten; Fortpflanzung und Lebenserwartung; Systematische Einordnung
Fledertiere, Ordnung der einzigen zum aktiven Flug fähigen Säugetiere mit mehr als 1 000 Arten. Fledertiere bilden zwei Unterordnungen: Flughunde und Fledermäuse. Fledermäuse werden zumeist 17 Familien mit rund 900 Arten zugeordnet. Flughunde repräsentieren mehr als 150 Arten, die man in der Regel zu nur einer Familie zusammenfasst. Fledertiere sind damit nach den Nagetieren die zweitgrößte Säugetierordnung. Man geht heute davon aus, dass die Fledertiere eine stammesgeschichtliche Einheit (eine monophyletische Gruppe) darstellen, also auf einen nur diesen beiden Gruppen gemeinsamen Vorfahren zurückgehen. Fledertiere sind bis ins Eozän nachgewiesen, die Ordnung ist mindestens 52 Millionen Jahre alt.
Fledertiere sind mit Ausnahme der Polargebiete und einiger abgelegener Ozeaninseln weltweit verbreitet. Als wärmeliebende Tiere erreichen sie ihre größte Arten- und Individuendichte in tropischen und subtropischen Gebieten. Alle Flughunde und einige Fledermausfamilien sind auf die Alte Welt und Australien beschränkt, während manche anderen Familien nur in der Neuen Welt vorkommen.
Flughunde sind im Allgemeinen größer als Fledermäuse, doch gibt es einen deutlichen Überschneidungsbereich: Die Flughunde mancher Arten sind kleiner als die größten Fledermäuse. Zu den größten Fledertieren gehört mit einer Kopfrumpflänge von 40 Zentimetern ein südostasiatischer Flughund, der Kalong, der eine Spannweite von etwa 1,7 Metern und ein Gewicht von anderthalb Kilogramm erreichen kann. Das kleinste Fledertier, die thailändische Hummelfledermaus, hat eine Kopfrumpflänge von nur drei Zentimetern und wiegt zwei Gramm.
Von den heute lebenden Wirbeltieren können nur Fledertiere und Vögel aktiv fliegen. Im Gegensatz zu den Vögeln, deren Flügelflächen von Federn gebildet werden, haben Fledertiere Flughäute, die aus dünnen Hautmembranen bestehen. Die beiden Armflughäute werden mit Hilfe der stark verlängerten Mittelhand- und Fingerknochen sowie der Hinterbeine gespannt; die nur bei Fledermäusen vollständig entwickelte Schwanzflughaut erstreckt sich zwischen den Hinterbeinen. Daumen und Füße ragen frei über die Flughäuten hinaus. Bei den Fledermäusen tragen lediglich Daumen und Hinterfußzehen Krallen, die meisten Flughunde haben eine weitere Kralle an ihrem zweiten Finger. Fledertiere können die Wölbung ihrer Flügel erheblich variieren und ihre aerodynamischen Eigenschaften so an die jeweilige Flugphase anpassen. Um klettern oder laufen zu können, legen Fledertiere die Flughäute zusammen. In Ruhephasen werden die Flughäute ebenfalls zumeist zusammengelegt; manche Arten wickeln die Flughäute auch wie eine Decke um ihren Körper. Die Füße sind relativ schwach, und im Gegensatz zu den meisten anderen Säugetieren zeigen die Zehenspitzen nach hinten, was es dem Fledertier ermöglicht, sich mit dem Kopf nach unten festzukrallen; die Zehen werden auch zur Fellpflege eingesetzt. Männchen lassen sich von Weibchen an dem äußerlich erkennbaren Penis unterscheiden. Die zumeist zwei Zitzen der Weibchen befinden sich an der Brust unweit des Schultergelenks.
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