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Nikolaus von Kues, auch Nikolaus von Cusa, latinisiert Nicolaus Cusanus, eigentlich Nikolaus Chrypffs oder Krebs, (1401-1464), deutscher Kirchenrechtler, Philosoph, Bischof und Kardinal. Sein Name leitet sich von seinem Geburtsort Kues (heute: Bernkastel-Kues) ab. Er wuchs wahrscheinlich bei den Brüdern vom gemeinsamen Leben in Deventer auf, die ihn in die Devotio moderna, einer der deutschen Mystik (siehe Meister Eckhart) verwandten religiösen Erneuerungsbewegung, einführten. Seit 1432 war er Teilnehmer des Basler Konzils, um die Reform von Kirche und Reich weiter voranzutreiben. 1433 verfasste er eine Schrift, nach der das Konzil und nicht der Papst die höchste Instanz der Kirche sei. Später änderte er jedoch seine Haltung und wurde zu einem Verfechter des Papsttums. 1450 wurde er zum Bischof von Brixen geweiht. Aufgrund der Reformvorschläge Kues’ widersetzte sich der habsburgische Erzherzog Sigismund seiner Berufung zum Bischof. Dieser ließ Nikolaus verhaften und exkommunizieren. Nikolaus von Kues war nicht nur Theologe, sondern auch Mathematiker, Naturwissenschaftler und Philosoph. Im Gegensatz zur Lehre der Scholastik vertrat er die Auffassung, dass Gott nicht erkannt werden kann, da die Unendlichkeit Gottes nicht rational fassbar ist. Indem er als Erster mathematische Verfahren und Begriffe auf Philosophie, Anthropologie und Theologie anwandte, markiert sein Werk deutlich den Übergang zu neuzeitlichem Denken. Darüber hinaus nahm er die Lehren Giordano Brunos vorweg. Die von ihm angeregte Kalenderreform wurde später von Papst Gregor XIII. eingeführt. Seine Theorie der Erdrotation entstand fast ein Jahrhundert vor den Studien des Kopernikus. Nikolaus von Kues führte wissenschaftliche Experimente durch und befasste sich mit diagnostischer Medizin, Botanik sowie Kartographie. Außerdem gilt er als der Entdecker von zwölf Komödien des römischen Dichters Plautus. Seine Hauptwerke sind De concordantia catholica (1434), De Visione Dei (1453), De principio (1459) und De cribratione Alchoran (1461).
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