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Windows Live® Suchergebnisse Pierre CorneilleEnzyklopädieartikel
Pierre Corneille (1606-1684), französischer Schriftsteller. Seine Dramen gehören zu den Meisterwerken des Klassizismus innerhalb der französischen Literatur. Mit Mélite schuf er die Form der Charakterkomödie. Corneille wurde am 6. Juni 1606 als Sohn eines Regierungsbeamten in Rouen geboren und an einer Jesuitenschule erzogen. Nach einem Studium der Rechtswissenschaft war er von 1629 bis 1650 in verschiedenen Amtsfunktionen in Rouen tätig. Seine Laufbahn als Dramatiker begann er mit der erfolgreichen Aufführung seiner Liebeskomödie Mélite in Paris im Jahr 1630. Es folgten die Tragikomödie Clitandre ou l’innocence délivrée (1631, Clitandre oder Die befreite Unschuld), einige weitere Komödien sowie die nach griechischem und römischem Vorbild verfasste Tragödie Médée (1635, Medea). 1636 schrieb Corneille die Tragikomödie Le Cid (Der Cid) auf der Grundlage eines spanischen Bühnenstückes über den legendären mittelalterlichen Helden El Cid. Obwohl dieses Werk scharf kritisiert wurde, weil es vom klassischen Aufbau abweicht, der die Einheitlichkeit von Zeit, Ort und Handlung vorgibt, war es ein großer Erfolg. Das Thema, ein moralisches Dilemma angesichts von Neigung und Pflicht, ist charakteristisch für viele von Corneilles späteren Tragödien, in denen er sich jedoch an den klassischen Aufbau hielt. Zu seinen wichtigsten Tragödien nach Le Cid zählen Horace (1640, Horatius), Cinna ou la clémence d’Auguste (1641, Cinna oder Die Gnade des Augustus) und Polyeucte martyr (1643, Polyeukt, der Märtyrer), die alle im alten Rom angesiedelt sind. Mit diesen vier Stücken voller Kraft, Würde und Eleganz setzte Corneille die Maßstäbe für die klassizistische französische Tragödie, die später von seinem jüngeren Zeitgenossen Jean Racine weiterentwickelt wurde. 1643 veröffentlichte Corneille mit Le Menteur (Der Lügner) die wohl beste französische Komödie aus der Zeit vor Molière. 1647 zog er mit seiner vielköpfigen Familie – darunter auch sein Bruder, der Bühnenautor Thomas Corneille – nach Paris. Als anerkannter Dramatiker erhielt Corneille staatliche Zuwendungen und wurde im gleichen Jahr Mitglied der Académie française. In den folgenden Jahren entstanden seine erfolgreichen Stücke Don Sanche d’Aragon (1649, Der Sancho von Aragon), Andromède (1650, Andromeda) und Nicomède (1651, Nikomedes). Nach dem Misserfolg seines Stückes Pertharite (1651) verfasste Corneille acht Jahre lang keine Dramen mehr. Später schrieb er auf Ersuchen der Regierung hin zahlreiche Stücke, hauptsächlich komplexe Tragödien, die jedoch wenig erfolgreich waren. Corneille starb am 1. Oktober 1684 in Paris. Sein Schaffen wurde von seinen berühmten Zeitgenossen Racine und Molière hoch geschätzt. Noch heute sind Corneilles Dramen fester Bestandteil des Repertoires der Comédie-Française.
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