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Bienen

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Artikelgliederung
1

Einleitung

Bienen, Überfamilie aus der Ordnung der Hautflügler.

Bienen sind weltweit mit rund 20 000 und in Mitteleuropa mit etwa 540 Arten verbreitet. Sie sind Mitglieder derselben Ordnung, zu der auch Wespen und Ameisen gehören. Bienen bewohnen vorzugsweise warme, trockene Lebensräume.

2

Kennzeichen

Die kleinsten Bienen sind nur zwei Millimeter lang, große Arten erreichen vier Zentimeter. Bienen sind in der Regel dicht behaart, das Haarkleid besteht aus verzweigten Borsten, an denen der Blütenpollen leicht hängen bleibt. Zum Auffinden von Nahrung sind Gesichts- und Geruchssinn gut entwickelt, insbesondere bei sozialen Bienen auch das Lernvermögen. Ein weiteres Merkmal der Bienen ist ihr Rüssel, mit dem sie Nektar leckend und saugend vom Blütengrund aufnehmen. Die meisten weiblichen Bienen haben wie die Wespen einen Stechapparat, an dessen Basis sich ein Giftreservoir mit einer Giftdrüse befindet. Unter allen Hautflüglern ist nur der Stachel der Honigbiene mit Widerhaken ausgestattet und kann von der Biene nicht wieder aus der Haut des Opfers gezogen werden. Nach dem Stich wird er aus dem Körper der Biene gerissen, dringt selbständig (gesteuert durch ein Ganglion, einen Nervenknoten) tiefer in die Haut ein und injiziert Bienengift.

Anders als Wespen benötigen Bienen Blütenpollen zur Proteinversorgung sowie Nektar und manche auch Öle. Die ausgewachsenen Weibchen sammeln Blütenpollen in erster Linie als Futter für die Larven, ernähren sich aber auch selbst von Pollen und Nektar. Der Pollen wird entweder direkt von den Staubgefäßen aufgenommen oder beim Putzen vom Körper abgestreift und zu Klümpchen geformt. Manche Arten besitzen an den Hinterbeinen so genannte Körbchen (Borsten), die dem Pollentransport dienen. Nektar gelangt über den Rüssel in den Honigmagen der Biene und wird im Nest wieder hervorgewürgt.

Bei ihrem Flug von Blüte zu Blüte verlieren Bienen unvermeidlich Teile der gesammelten Pollen: Einige dieser Pollenkörner landen auf den Blütenstempeln von anderen Blüten derselben Pflanzenart, so dass die Blüten fremdbestäubt werden. Bienen sind zweifellos die wichtigsten bestäubenden Insekten.

3

Sozialstruktur und Nestbau

Bei weitem die meisten Bienenarten leben solitär (Einsiedlerbienen). Jedes Weibchen baut sein eigenes Nest und seine eigenen Brutzellen. Einige Bienenarten leben gesellig. Von den Einsiedlerbienen unterscheiden sie sich nur dadurch, dass mehrere Weibchen einer Generation dasselbe Nest benutzen, wobei aber jedes Weibchen eigene Zellen für seine Eier, Larven und Puppen baut. Einige wenige Bienenarten sind subsozial; sie leben in kleinen Gemeinschaften von zwei bis sieben Bienen derselben Generation. Eine dieser Bienen – die Königin – ist hauptsächlich mit der Eiablage beschäftigt, während die anderen als Arbeiterinnen fungieren.

Vermutlich 1 000 oder mehr Arten leben in kleinen Staaten, die aus einer Königin und wenigen Töchtern als Arbeitsbienen bestehen, wobei kaum Kasten zu unterscheiden sind. Manche sozialen Bienen bilden befristet Staaten, die sich in der Regel im Herbst auflösen, da nur die befruchteten Königinnen überwintern. Hummeln sind eine bekannte Gattung mit dieser Lebensweise. Die Staaten bildenden Bienen leben in großen Staaten von Weibchen aus zwei Generationen: Mütter (Königinnen) und Töchter (Arbeiterinnen). Männliche Bienen (Drohnen) spielen für das Sozialleben keine Rolle, sie befruchten die Eier. Aus den befruchteten Eiern entwickeln sich Weibchen, aus unbefruchteten entstehen Männchen. Wie Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg 2003 in Cell berichteten, wird die Entwicklung zur weiblichen Biene durch ein Protein veranlasst, das nur dann entsteht, wenn beide Allele oder Kopien (väterlicherseits und mütterlicherseits) des betreffenden Gens vorliegen.

3.1

Einsiedlerbienen

Die urtümlichen Bienen leben wie diejenigen Wespen, aus denen sie stammesgeschichtlich hervorgegangen sind: solitär. Jedes Weibchen legt einen eigenen Bau an und errichtet seine eigenen Zellen. Jede Zelle erhält einen Vorrat aus Blütenpollen, die mit Nektar oder Ölen angefeuchtet werden. Sobald in einer Zelle so viel Nahrung angesammelt ist, dass diese vom Schlüpfen der Jungbiene bis zum ausgewachsenen Larvenstadium reicht, legt das Weibchen ein Ei in die Zelle und versiegelt diese. Anschließend baut es eine weitere Zelle.

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