Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Seite 10 von 10
NigeriaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Obasanjo hatte sich die Bekämpfung der Armut, die Ankurbelung der Wirtschaft, die Entflechtung von Militär und Erdölindustrie sowie die Korruptionsbekämpfung und eine Reform der Armee zum Programm gemacht. Aber die von der Militärdiktatur Abachas völlig heruntergewirtschaftete Ölindustrie und die weiter grassierende Korruption hemmten die wirtschaftliche und politische Entwicklung, wenngleich Obasanjos international honoriertes Reform- und Antikorruptionsprogramm einige Erfolge zeitigte; ethnisch-religiöse Rivalitäten, der Nord-Süd-Gegensatz sowie der Konflikt um die Kontrolle der Ölressourcen im Nigerdelta und seit 2000 auch separatistische Tendenzen der Yoruba und Ibo drohten das Land zu spalten und führten immer wieder zu bewaffneten Zusammenstößen. Im Bundesstaat Plateau im Landeszentrum wurde im Mai 2004 der Ausnahmezustand ausgerufen, da dort immer wieder blutige Unruhen zwischen Christen und Muslimen ausbrachen, die bis dahin mehr als 50 000 Menschen das Leben gekostet hatten. In der Folgezeit beruhigte sich die Lage weitgehend, so dass der Ausnahmezustand gegen Ende des Jahres wieder aufgehoben werden konnte. Unterdessen verschärfte sich der Konflikt im Nigerdelta, wo mehrere Rebellengruppen gegen die Regierung und gegen die Ölkonzerne für eine stärkere Beteiligung an den Erlösen aus der Erdölförderung kämpften. Die größte der Rebellenorganisationen, die Niger Delta People’s Volunteer Force (NDPVF), agierte darüber hinaus für die Unabhängigkeit des Volkes der Ijaw. Zu den Mitteln des Kampfes der Rebellen gehörten Sabotageakte gegen Fördereinrichtungen und Pipelines ebenso wie Entführungen von Mitarbeitern der Ölkonzerne und bewaffnete Auseinandersetzungen mit Soldaten, die die ausländischen Förderanlagen beschützen sollten. Diese Aktionen führten zu einer drastischen Drosselung der Erdölförderung und zu einem deutlichen Anstieg der Erdölpreise auf dem internationalen Markt. Vor dem Hintergrund dieser Lage im Nigerdelta sagte Obasanjo 2006 die Einführung höherer Umweltstandards bei der Ölförderung – die Ölförderung verursachte drastische Umweltschäden – sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Verbesserung der Bildung und den Ausbau der Infrastruktur in der Region zu. 2006 war Obasanjo mit seinem Versuch einer Verfassungsänderung, die ihm eine dritte Amtszeit hätte erlauben sollen, gescheitert. Bei den Präsidentschaftswahlen am 21. April 2007 schickte er daher seinen Protegé Umaru Yar’Adua von der PDP ins Rennen, der die Wahlen erwartungsgemäß mit fast 69 Prozent der Stimmen gewann, gefolgt von Mohammed Buhari mit knapp 19 Prozent. Aufgrund zahlreicher, teils gravierender Unregelmäßigkeiten erfüllten die Wahlen jedoch nach Einschätzung internationaler Wahlbeobachter nicht einmal die Mindestanforderungen an demokratische Wahlen. Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen im Umfeld der Wahlen waren etwa 200 Menschen ums Leben gekommen.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |