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NigeriaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Nigeria besitzt zwei unterschiedliche Klimazonen. Entlang der Küste beeinflussen die äquatorialen Meeresluftmassen das Klima, das durch eine hohe Luftfeuchtigkeit und starke Regenfälle gekennzeichnet ist. In den Norden bringen die tropischen kontinentalen Luftmassen trockene staubige Winde (harmattan) aus der Sahara. Die Temperatur schwankt erheblich mit den Jahreszeiten, ebenso die Regenfälle, die wesentlich geringer sind als im Süden. Die Hauptregenzeit ist zwischen April und Oktober, und der durchschnittliche Niederschlag bewegt sich zwischen 2 497 Millimetern in Port Harcourt im Nigerdelta und 869 Millimetern in Kano im Norden des Landes.
Die Vegetationszonen in Nigeria verlaufen parallel zu den Klimazonen. Der wasserreiche Süden ist teilweise mit Überresten von dichtem tropischem Regenwald bedeckt, der einen Bestand an Harthölzern wie Mahagoni und Obeche aufweist. Ölpalmen sind besonders reichlich vorhanden. In der Hochebene und Savannengegend sind neben dem Wald auch Weideland und Hartholzbäume wie der Baobab und die Tamarinde anzutreffen. In der äußersten nordöstlichen Sahelregion herrscht eine Halbwüstenvegetation vor. Insgesamt hat Nigeria im Lauf der Zeit etwa 84 Prozent seiner ursprünglichen Waldfläche und ungefähr 90 Prozent seiner Feuchtwaldgebiete verloren. Nur noch etwa 12 Prozent der gesamten Landesfläche sind heute von Wald bedeckt. Krokodile und Schlangen findet man in den Sümpfen und Regenwäldern. Die afrikanischen Großsäugetiere, einst in Nigeria beheimatet, sind angesichts intensiver Besiedlung hier nicht mehr anzutreffen. Einige Antilopen, Kamele und Hyänen leben im Norden.
Mit Angehörigen von mehr als 250 ethnischen Gruppen ist die Bevölkerung Nigerias überaus heterogen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung setzt sich aus Stämmen der Haussa und Fulbe im Norden, Yoruba im Südwesten und Ibo im Südosten zusammen. Andere ethnische Gruppen umfassen die Edo, Ijaw und Ibibio im Süden, Kanuri im Nordosten sowie die Nupe und Tiv im zentralen Teil des Landes. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas; die genaue Bevölkerungszahl sowie die ethnische Verteilung der Bevölkerung sind unbekannt und immer wieder Anlass für politische Auseinandersetzungen. Die Volkszählung von 1963 ermittelte 55,7 Millionen Einwohner. Das Ergebnis der Zählung von 1973 wurde von der Regierung abgelehnt. Schätzungen der Bevölkerungszahl seitens der Vereinten Nationen (UN), der Weltbank und der nigerianischen Regierung in den späten achtziger Jahren bewegten sich bei weit über 100 Millionen, aber die Volkszählung von 1991 ergab insgesamt nur 88,5 Millionen Einwohner. Mittlerweile beträgt die Einwohnerzahl etwa 138 Millionen (2008), was eine Bevölkerungsdichte von 152 Menschen pro Quadratkilometer ergibt. Etwa 48 Prozent der Bevölkerung leben in städtischen Gebieten.
Lagos, Nigerias größte Stadt, Hauptwirtschaftszentrum mit einem der wichtigsten Häfen des Landes, hat etwa 11,1 Millionen Einwohner (2005). Ibadan (3,57 Millionen Einwohner) ist die einzige weitere Stadt mit mehr als einer Million Einwohnern. Zu den Städten mit mehr als 225 000 Einwohnern gehören Aba, Abeokuta, Ado-Ekiti, Ede, Enugu, Ife, Ila, Ilesha, Ilorin, Iwo, Kaduna, Kano, Maiduguri, Mushin, Ogbomosho, Onitsha, Oshogbo, Port Harcourt und Zaria. Seit Dezember 1991 ist die im Landesinneren gelegene Stadt Abuja Hauptstadt von Nigeria.
Die Amtssprache ist Englisch, obwohl weniger als die Hälfte der Bevölkerung diese Sprache fließend spricht. Für viele Nigerianer ist Englisch eine Fremdsprache, während Pidgin-Englisch im Alltag häufig Verwendung findet. Haussa, Yoruba und Ibo sind weit verbreitet, und jede ethnische Gruppe besitzt daneben noch ihre eigene Sprache. Gebildete Nigerianer beherrschen meist mehrere Sprachen fließend. Siehe auch afrikanische Sprachen
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