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Nigeria

Enzyklopädieartikel
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Nigeria (Flagge und Hymne)Nigeria (Flagge und Hymne)
Artikelgliederung
5.3

Judikative

Die höchsten gerichtlichen Instanzen auf Bundesebene sind der Bundesgerichtshof mit einem Obersten Richter und bis zu 15 weiteren, vom Staatspräsidenten ernannten Richtern, das Bundesappellationsgericht und das Oberste Bundesgericht. Jeder Bundesstaat hat ein eigenes Landesgericht und weitere, untergeordnete Gerichte. Mit der Einführung der Scharia in zwölf nördlichen Bundesstaaten seit 2000 gilt dort das islamische Recht als Landesgesetz.

5.4

Parteien

Die stärksten der seit 1996 wieder zugelassenen Parteien sind die 1998 von Gegnern der Militärherrschaft gegründete People’s Democratic Party (PDP), die Yoruba-Partei Alliance for Democracy (AD) und die All Nigeria People’s Party (ANPP), die die Anhänger der Militärdiktatur des Sani Abacha vertritt.

5.5

Verteidigung

Nigerias Militär ist mit 78 500 Soldaten die größte Armee in Westafrika. Teile der nigerianischen Streitkräfte werden bei Blauhelmeinsätzen der Vereinten Nationen (UN) und in ECOMOG, den Eingreiftruppen der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) eingesetzt.

6

Wirtschaft

Nigeria zählt zu den größten Erdölexporteuren Afrikas und zu den größten Erdölförderländern der Welt. Der Handel mit Erdöl und Erdgas macht immerhin über 90 Prozent der Exporteinnahmen aus und bildet praktisch die Haupteinnahmequelle des Staates. Trotzdem war die wirtschaftliche Lage des westafrikanischen Landes Ende 2000 nicht als gut zu bezeichnen. Allein die Inflationsrate lag bei durchschnittlich 7,90 Prozent (2006) und die Wachstumsrate bei 5,20 Prozent (2006). Vor allem die zu stark auf das Erdölgeschäft ausgerichtete Wirtschaft, hohe Staats- und Auslandsverschuldung, mangelhafte Infrastruktur, geringe Kaufkraft der Bevölkerung sowie eine hohe Arbeitslosigkeit (schätzungsweise über 45 Prozent) machten der nigerianischen Ökonomie zu schaffen. Hohe Kapitalkosten aber leider auch Korruption verhinderten zusätzlich willkommene ausländische Direktinvestitionen (außer jenen auf dem Erdölsektor).

Um die starke Abhängigkeit vom Erdölgeschäft zu lösen, unternahm das Land u. a. Versuche, seine Agrarwirtschaft, einst die ökonomische Hauptstütze, zu fördern. Immerhin trug der Agrarsektor 23,3 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt 2006 bei (Industrie 56,8 Prozent, Dienstleistungen 19,9 Prozent). Das gesamte BIP für 2006 lag bei 115 338 Millionen US-Dollar, woraus sich statistisch ein BIP pro Kopf von 797 US-Dollar ergibt. 75 Prozent der Erwerbstätigen in Nigeria sind im Dienstleistungssektor beschäftigt, 22 Prozent in der Industrie und 3 Prozent in der Landwirtschaft. Ein 1999 ins Leben gerufenes und umfangreiches Privatisierungsprogramm kam bis 2002 nur zögernd voran.

6.1

Landwirtschaft

Viele Nigerianer sind selbstversorgende Bauern (siehe Subsistenzwirtschaft), die Mohrenhirse, gewöhnliche Hirse und Mais, Reis und Yams im Süden anbauen; im Norden überwiegt die Rinderzucht. Hülsenfrüchte, Maniok und Tomaten werden in ganz Nigeria gezüchtet, ebenso Geflügel, Ziegen und Schafe. Auch große Mengen an Bananen und Zuckerrohr werden hier produziert. Palmöl wurde Anfang des 19. Jahrhunderts ein Exportprodukt für Europa. Kakao und Erdnüsse nahmen später an Bedeutung zu und übertrafen in den frühen fünfziger Jahren das Palmöl als Exportprodukt. Baumwolle wurde im Norden des Landes für die einheimische Nutzung zu Anfang des 20. Jahrhunderts angebaut. Die meisten Feldfrüchte werden auf kleinen Familienfarmen angebaut. Riesige Plantagen waren bis in die fünfziger Jahre bedeutungslos, aber seitdem sind sie wertvoll für die Produktion von Kautschuk, Palmöl und Kakao. Die wichtigsten Feldprodukte sind Mohrenhirse, Mais und Zuckerrohr. Der Viehbestand umfasst überwiegend Ziegen, Schafe und Rinder.

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