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Windows Live® Suchergebnisse AquäduktEnzyklopädieartikel
Aquädukt, im allgemeinen Sinn eine künstlich angelegte, oberirdisch verlaufende Steinbrücke zum Transport von Wasser. Dabei kann das eigentliche Leitungssystem aus einem offenen oder einem geschlossenen Kanal bestehen. Aquäduktanlagen werden meist auf Bogenkonstruktionen (auch mehrgeschossig) über ein Tal oder einen Fluss geführt. Aquädukte wurden bereits vor mehr als 3 500 Jahren gebaut. Aus dieser Zeit existieren beispielsweise noch Überreste in Griechenland und auch in Kleinasien (z. B. Smyrna). Die am besten erhaltenen Bauten aus vorchristlicher Zeit errichteten die Römer. Ihre Aquäduktsysteme zählen zu den größten der antiken Welt. Die Aqua Appia war über 16 Kilometer lang und wurde während der Regierungszeit von Appius Claudius Caecus um 310 v. Chr. erbaut. Das 90 Kilometer lange Aqua Marcia in Rom hat man 144 v. Chr. im Auftrag des Prätors Marcius erbaut. Es war der erste römische Aquädukt, der Wasser über der Erde weiterleitete. Der Brückenbereich dieses Aquäduktes ist über 16 Kilometer lang. Das antike Rom wurde von mehr als zehn Aquädukten versorgt, die der Stadt täglich rund 140 Kubikmeter Wasser lieferten. Einige sind noch heutzutage im Gebrauch. In einigen Teilen Europas kennzeichnen noch heute die gewaltigen Konstruktionen das Landschaftsbild. Erhaltene Reste befinden sich nicht nur in Italien, sondern beispielsweise auch in Spanien, Griechenland, Deutschland, Frankreich und in der Schweiz. Der Aquädukt, der Glasgow mit Wasser versorgt, ist 56 Kilometer lang, der 1847 erbaute Aquädukt in Marseille verfügt über eine Länge von 97 Kilometern, Manchester wird von einem 154 Kilometer und Liverpool von einem 109 Kilometer langen Aquädukt mit Wasser beliefert, und der Wiener Aquädukt von Kaiser Franz II. ist sogar 232 Kilometer lang. In den Vereinigten Staaten versorgen große Aquädukt-Systeme u. a. die Städte Boston, Baltimore (Maryland), Washington D.C., Saint Louis (Missouri), New York und Los Angeles. Das Aquädukt-System, das New York City mit Wasser beliefert, ist über 322 Kilometer lang, der größte Teil davon verläuft unterirdisch. Die Hauptaquädukte von New York sind zwischen 61 und 183 Meter unter dem Meeresspiegel. Der Aquädukt Delaware, der täglich über drei Millionen Kubikmeter Wasser von den Catskill Mountains nach New York weiterleitet, ist 137 Kilometer lang und damit der längste zusammenhängende Tunnel der Welt. Das größte Aquädukt-System der Welt versorgt Südkalifornien mit Wasser. Eine Hauptwasserquelle ist der Colorado River. Das Wasser wird dabei von Parker Dam am Colorado 389 Kilometer über die San Bernardino Mountains zu der Station am Lake Mathews in Kalifornien transportiert. Der Aquädukt des Colorado hat eine tägliche Versorgungskapazität von mehr als 3,7 Millionen Kubikmeter Wasser. Die Stadt Los Angeles hat eine separate Wasserquelle. Der Aquädukt von Los Angeles, der das Wasser von dem Owens River in der Sierra Nevada transportiert, ist 544 Kilometer lang und ist so angelegt, dass es fast 15 Millionen Kubikmeter Wasser am Tag weiterleiten kann. Aufgrund der weiteren Zunahme des Wasserbedarfs von Südkalifornien wurde Anfang der sechziger Jahre das staatliche Wasserprojekt gestartet, ein Aquädukt-System von Kanälen, Leitungen und Tunneln. Bei der Konstruktion dieses Systemes wurden mögliche Schäden durch Erdbeben berücksichtigt; so wurden beispielsweise einige der größten Hydraulikpumpen und Turbinen verwendet, die jemals installiert wurden, um eine direkte Tunnelung durch den Tahachapi Mountain zu vermeiden. Das Wasser wird auf den Berg hochgepumpt und fließt dann auf der anderen Seite wieder herunter und treibt dabei Turbinen an, die einen Großteil der Elektrizität liefern, die für die Pumpen gebraucht wird. Es bestehen Bedenken, dass der weitere Bau von Aquädukten die Umwelt belastet, da sie den natürlichen Wasserspiegel von Flüssen und Seen herabsetzen.
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