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Mittelmeer

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5

Wassertemperatur

Die Wassertemperaturen nehmen von Norden nach Süden zu. Durch das Einströmen von im Sommer relativ kaltem, im Winter relativ warmem Wasser aus dem Atlantischen Ozean bestehen auch Unterschiede zwischen westlichem und östlichem Mittelmeer. Die niedrigsten monatlichen Durchschnittstemperaturen werden mit 9 °C im Februar im Golf von Lion und im Adriatischen Meer erreicht; die höchsten Werte liegen um 28 °C im August zwischen Zypern und der syrisch-libanesischen Küste. In extrem heißen Sommern kann dieser Spitzenwert überschritten werden; im August 2003 lag die mittlere Temperatur nahe der Baleareninseln Mallorca und Ibiza bei über 30 °C.

6

Gezeiten

Der Wasseraustausch mit dem Atlantischen Ozean durch die schmale Straße von Gibraltar wird durch deren verhältnismäßig geringe Tiefe – die seichteste Stelle liegt etwa 345 Meter unter dem Meeresspiegel – behindert. Nur im westlichen Teil des Mittelmeeres macht sich der Zustrom von aus dem Atlantischen Ozean eintretenden Wassermassen bemerkbar. Die Gezeitenströme sind lediglich in einigen Meerengen wie der Straße von Messina und der Straße von Gibraltar sowie in Buchten wie der Kleinen Syrte beachtlich; ansonsten sind sie überwiegend schwach ausgeprägt.

7

Salzgehalt

Der Salzgehalt des Mittelmeeres ist relativ hoch; er steigt von etwa 36 Promille im Westen bis rund 39 Promille vor der Küste der vorderasiatischen Anrainerstaaten. Dieser hohe Salzgehalt basiert auf den im Vergleich zu den Niederschlägen hohen Verdunstungsraten und der geringen Zufuhr von Süßwasser durch in das Mittelmeer mündende Flüsse, die zum Teil zum Zweck der Wasser- und Energieversorgung aufgestaut werden. Während der kalten Jahreszeit sinkt das salzreiche Wasser und strömt über die Straße von Gibraltar in den Atlantischen Ozean aus, in dem es sich großflächig ausbreitet.

Einer im Juni 2000 veröffentlichten Studie zufolge sinkt der Meeresspiegel des Mittelmeeres aufgrund des hohen Salzgehalts seit mehreren Jahrzehnten kontinuierlich, während in den Weltmeeren weiter ein Anstieg des Meeresspiegels zu verzeichnen ist.

8

Fischerei

Aufgrund der geringen vertikalen Zirkulation und der nur schmalen Verbindung zum Atlantischen Ozean und dessen großem Nährstoffreservoir sind die Voraussetzungen für die Fischerei nicht sehr günstig. Dem Artenreichtum der Fischfauna steht eine teilweise nur kleine Anzahl von Individuen gegenüber. Hinzu kommt ein nur geringer Anteil an Flachwassergebieten. Dennoch verfügen einige Anrainerstaaten über ertragsstarke Fischereiflotten. Bevorzugte Fanggründe sind die küstennahen Gebiete. Zu den häufigsten Fangprodukten gehören u. a. Sardinen, Makrelen und Thunfische. Überfischung führte mittlerweile zu Nahrungsknappheit bei anderen Meerestieren; so sind etwa die Delphinbestände im Mittelmeer gefährdet.

9

Umwelt

Seit einigen Jahrzehnten leidet das Mittelmeer unter erheblichen ökologischen Problemen. Jüngeren Berichten zufolge liegt der Eintrag von Erdöl jährlich bei rund 600 000 Tonnen. Nur ein Teil davon kann biologisch abgebaut werden. Somit unterliegt das Binnenmeer einer kontinuierlichen Verschmutzung, die weitreichende Auswirkungen auf das Leben im Wasser hat (siehe Wasserverschmutzung).

Die Regierungen Italiens, Frankreichs und Monacos richteten im Dezember 1999 im Mittelmeer ein Schutzgebiet für Wale ein. Das rund 84 000 Quadratkilometer große Gebiet erstreckt sich zwischen der Küste Frankreichs, Monacos und Liguriens und den Inseln Korsika und Sardinien. Wegen seiner reichhaltigen Nahrungsgründe zählt es zu den biologisch bedeutsamsten im Mittelmeer. Ziele des Vertragswerks sind eine verbesserte Beobachtung von Walen und ein intensiveres Vorgehen gegen die Verschmutzung des Binnenmeers.

Den Ergebnissen einer im April 2000 veröffentlichten Studie der Europäischen Umweltagentur (European Environment Agency, EEA) zufolge sind nur noch wenige Küstenabschnitte des Mittelmeeres ökologisch intakt. Als maßgebliche Gründe werden das starke Bevölkerungswachstum in der Türkei und Ägypten sowie die hohen Touristenzahlen in Griechenland, Italien und Spanien angeführt. In einigen Regionen wird immer noch ein großer Teil der städtischen Abwässer ungeklärt ins Meer geleitet.

Während der Mittelmeerraum im Jahr 2000 rund 220 Millionen Touristen verzeichnete, wird Schätzungen des World Wide Fund for Nature (WWF) zufolge für das Jahr 2020 mit einem Anstieg auf etwa 350 Millionen gerechnet. Die Naturschutzorganisation forderte deshalb, die touristische Erschließung in besonders sensiblen Meeres- und Küstenregionen einzuschränken. Zu den ökologisch am stärksten gefährdeten Regionen gehören die Balearen sowie die Küstenregionen von Tunesien und Kroatien.

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