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Windows Live® Suchergebnisse Georg Ernst StahlEnzyklopädieartikel
Georg Ernst Stahl (1660-1734), deutscher Chemiker, Arzt und Hauptbegründer der Phlogistontheorie, mit der man die Vorgänge bei Verbrennungsprozessen zu erklären versuchte. Stahl wurde am 21. Oktober 1660 in Ansbach (Bayern) geboren. Er studierte ab 1679 Medizin in Jena und promovierte 1684. Er habilitierte sich wenig später und hielt Vorlesungen über Medizin sowie über Chemie und das Bergbauwesen. 1687 erhielt Stahl eine Anstellung als Leibarzt des Herzogs von Sachsen-Weimar, 1694 wurde er an die Universität Halle berufen. 1715 bot ihm Friedrich Wilhelm I. einen Posten als persönlicher Leibarzt an. Stahl folgte dem Angebot des preußischen Königs und wechselte daraufhin nach Berlin. Hier wurde der Gelehrte auch zum Präsidenten des Collegium medicum ernannt. Stahl starb am 14. Mai 1734 in Berlin. Stahl vertrat die Ansicht, dass die „drei Erden” chemischen Vorgängen zu Grunde liegen: der schmelzbaren Erde, der verglasbaren Erde sowie der brennbaren Erde. Diese Theorie hatte sein Lehrer, der deutsche Chemiker Johann Joachim Becher, aus der Auffassung von Aristoteles entwickelt, Grundlage aller Materie seien die vier Elemente Feuer, Erde, Wasser, Luft. Anhand von Versuchsbeobachtungen kam Stahl 1697 zu folgendem Schluss: „Alle brennbaren Stoffe enthalten das gleiche Prinzip, das ihnen ihre Fähigkeit zu Brennen verleiht. Die Eigenschaft zu brennen wird durch das Phlogiston gegeben.” Folgt man dieser Theorie, wären unbrennbare Stoffe frei von Phlogiston. Dagegen bestünde z. B. Kohle fast ausschließlich aus dem „Feuerstoff”. Nach Stahls Auffassung entweicht das Phlogiston bei der Verbrennung eines Stoffes, und deplogistierte Materie bleibt zurück. Nach damaliger Vorstellung bestanden Metalle aus „Metallkalken” und Phlogiston. Durch Erhitzen des Metalls entweicht Phlogiston, und Metallkalk (dephlogistierte Materie) bleibt zurück. Wollte man das Metall zurückgewinnen, so musste dem Metallkalk phlogistonreiche Substanzen, wie Kohle, zugeführt werden. Es war der französische Chemiker Antoine Lavoisier, der die Rolle des Sauerstoffs (1771/72 entdeckt) bei der Verbrennung erkannte und damit die Phlogistontheorie widerlegte.
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