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Stuhl

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Warren Platner: Knoll-Sessel (1965)Warren Platner: Knoll-Sessel (1965)
Artikelgliederung
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Mittelalter

Ein berühmter Stuhl aus dem frühen Mittelalter ist der Thron von Dagobert I. (frühes 7. Jahrhundert, Louvre, Paris), ein karolingischer Klappstuhl aus gegossener Bronze mit Beinen in Form von Tierköpfen. Einer der ältesten Stühle in England ist der kunstvoll gearbeitete, gotische Eichenstuhl (13. Jahrhundert, Westminster Abbey, London), auf dem Eduard I. und die meisten auf ihn folgenden Königinnen und Könige von England gekrönt wurden. Ein Thron, der im 6. Jahrhundert für Erzbischof Maximilian gebaut wurde (Museo Nazionale, Ravenna), ist mit kunstvoll geschnitzten Elfenbeintafeln verziert.

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Renaissance

Der Wechsel vom Stuhl als Machtsymbol zum alltäglichen Gebrauchsgegenstand vollzog sich in der Renaissance. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts waren die europäischen Stühle aus Eiche gefertigt und gewöhnlich nicht gepolstert. Später wurden Lederpolster benutzt, danach solche aus Samt und Seide. Die Eichenstühle waren zunächst wuchtig und schwer. Später wurden Rückenlehnen und Sitzflächen aus Rohr eingeführt, wie Stühle zu Zeiten Ludwigs XIII. in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Frankreich zeigen. Diese Entwürfe wurden während der Regierungszeiten späterer französischer Könige immer wieder verändert (siehe Möbel; Inneneinrichtung).

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England

Die ersten Stühle in England, die für den täglichen Gebrauch gefertigt wurden, waren niedrig und hatten schwere, geschnitzte Rückenlehnen. Mit Beginn des 17. Jahrhunderts wurden die französischen, leichteren Stühle imitiert. Schnitzereien fanden sich nur noch am Stuhlrahmen. Im ausgehenden 17. Jahrhundert hatten die englischen Stühle spiralenförmige Teile, die Sitzflächen und Rückenlehnen bestanden aus Holztafeln oder Stoff. Im 18. Jahrhundert nahmen verschiedene bekannte englische Möbelschreiner große Veränderungen am typischen englischen Stuhl vor. Der erste und berühmteste unter ihnen war Thomas Chippendale, der das solide Rückenteil des Stuhles durch ein durchbohrtes und geschnitztes ersetzte. Die Beine waren wohl proportioniert und im Schnitt entweder S-förmig oder quadratisch.

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Deutschland

Ende des 14. Jahrhunderts fanden Stühle in Bürger- und Bauernhäusern Eingang. Sie waren zunächst nur dem Hausherrn und seiner Frau zugedacht. Der aus dem Mittelalter stammende Faltstuhl (auch Klapp- und Scherenstuhl) wurde erst nach 1500 in Deutschland verwendet. Die leichteren Stühle, die Anfang des 19. Jahrhunderts aufkamen, hatten ihren Ursprung in England. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Stuhl das erste Möbelstück, das industriell gefertigt wurde. Eine Vorreiterrolle spielte dabei die Firma der Gebrüder Thonet, die Bugholzstühle aus gebogenem Massivholz herstellte. Der Thonetstuhl war eines der ersten europäischen Produkte, das weltweit massenhaft Verbreitung fand.

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Das frühe Amerika

Die ersten Stühle, die in den amerikanischen Kolonien hergestellt wurden, waren aus Eiche oder Kiefer. Ihre Formen richteten sich nach den Ländern, aus denen die Möbelschreiner kamen. Mit der Zeit entwickelten sich Variationen dieser Modelle. Aber ähnlich wie auf dem europäischen Festland, folgten die Siedlermöbel der Stilentwicklung in England. Der Windsorstuhl, ein robuster Lehnstuhl aus Eiche, Esche oder Nussbaum, der englische Vorbilder hatte, war beliebt. Die Hitchcockstühle, die nach einem Stuhlhersteller aus Connecticut benannt wurden, waren oft bemalt und das ganze 19. Jahrhundert über in Mode.

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