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    Herbert Spencer (* 27. April 1820, Derby; † 8. Dezember 1903, Brighton) war ein englischer Philosoph und Soziologe. Als erster wandte er die Evolutionstheorie (hier: das Konzept ...

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Herbert Spencer

Enzyklopädieartikel

Herbert Spencer (1820-1903), englischer Sozialtheoretiker, häufig als einer der ersten Soziologen bezeichnet und noch heute wegen seiner Untersuchung des sozialen Wandels bekannt, die er vom Standpunkt der Evolutionstheorie aus führte. Spencer wurde in Derby geboren und war weitgehend ein Autodidakt, der durch seine unabhängige Beschäftigung mit Literatur einen Einblick in die Evolutionstheorie des französischen Naturalisten J.-B. Lamarcks gewann, die im 18. und frühen 19. Jahrhundert verbreitet war und heute widerlegt ist. Dieser Theorie zufolge sind die erworbenen Eigenschaften eines Individuums vererbbar. Die lamarcksche Evolutionstheorie übte einen großen Einfluss auf Spencer aus.

1851 veröffentlichte Spencer seine Social Statics, ein Werk, in dem er die Notwendigkeit der Freiheit des Individuums und der überragenden Bedeutung der Wissenschaft betonte. In Principles of Psychology (1855) schrieb er, dass alle organische Materie aus einem Zustand der Einheit heraus entstehe und dass sich individuelle Charakteristika allmählich im Zuge der Evolution herausbildeten. Etwa zur selben Zeit entwarf er ein umfassendes philosophisches System, das auf seiner Evolutionstheorie beruhte und alle bis dahin bekannten Wissensgebiete umfasste. Im Jahr 1860 verfasste er einen Überblick über sein System mit dem Titel A System of Synthetic Philosophy. Der erste Teil seines Werkes mit dem Titel First Principles erschien im Jahr 1862. Es folgten Principles of Biology in zwei Bänden (1864-1867), Principles of Sociology in drei Bänden (1876-1896) und Principles of Ethics in zwei Bänden (1892/93). Obwohl Spencer nie eine große Anhängerschaft hatte, wurde sein Versuch anerkannt, das gesamte Wissen seiner Zeit unter einem evolutionstheoretischen Aspekt zusammenzufassen. Dadurch fand er einen festen Platz unter den bedeutendsten Denkern des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Andere erwähnenswerte Werke Spencers sind z. B. die Essays: Scientific, Political, and Speculative in drei Bänden (1891), in denen er die allgemeine Bedeutung der Evolutionstheorie für das wissenschaftliche, politische und philosophische Denken erörterte.

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