Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Wirbeltiere", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren. Verwandte Elemente
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Wirbeltiere |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse WirbeltiereEnzyklopädieartikel
Wirbeltiere oder Vertebrata, bilateralsymmetrische (äußerlich aus zwei spiegelbildlichen Hälften bestehende) Chordatiere, die eine in Segmente gegliederte Wirbelsäule aufweisen. Wirbeltiere bilden den größten Unterstamm des Stammes Chordata. Zu den Vertebrata gehören die Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien, Knorpel- und Knochenfische und die Rundmäuler mit den Neunaugen. Die stammesgeschichtliche Entwicklung der Wirbeltiere vollzog sich über einen langen Zeitraum; die ältesten gut erhaltenen Fossilien stammen aus Gesteinsschichten des Ordoviziums, eines Zeitalters des Paläozoikums. Den stammesgeschichtlichen Ursprung der Wirbeltiere bilden wasserbewohnende, fischähnliche Organismen. Die Schwestergruppe der Wirbeltiere sind die Schädellosen (Cephalochordata oder Acrania), zu denen das Lanzettfischchen gehört. Die kleinsten bekannten Wirbeltiere sind die 6,2 bis 7,4 Millimeter großen Männchen der Fischart Photocorynus spiniceps aus der Familie der Laternenangler (siehe Armflosser), das größte Wirbeltier ist der über 30 Meter lange Blauwal. Der Wirbeltierkörper ist in der Regel länglich und bilateralsymmetrisch. Er wird durch ein knorpeliges oder knöchernes inneres Achsenskelett sowie durch eine aus Wirbeln aufgebaute Wirbelsäule gestützt. Bis auf die Rundmäuler besitzen alle Wirbeltiere zwei Extremitätenpaare, die häufig je nach Lebensraum stark abgewandelt oder sekundär rückgebildet sein können: Beispielsweise sind die Vorderextremitäten der Vögel und Fledermäuse zu Flügeln, die Hinterextremitäten der Frösche zu Sprungbeinen differenziert, die Hinterextremitäten von Walen und Seekühen sind rückgebildet. Das Zentralnervensystem besteht aus dem Rückenmark, das am Vorderende in stark vergrößerter und differenzierter Form das Gehirn bildet. Es liegt dorsal parallel zur Längsachse des Körpers. Bei den meisten Wirbeltieren ist das Gehirn im Kopf in einer harten Schädelkapsel eingeschlossen. Darüber hinaus enthält der Kopf auch die wichtigsten Sinnesorgane zum Sehen, Hören und Riechen sowie den Mund. Alle Wirbeltiere legen während der Embryonalentwicklung zunächst das Notochord (Chorda dorsalis) an, einen den Körper längs durchziehenden, stützenden Stab, der später bei den meisten Arten durch die gegliederte Wirbelsäule ersetzt wird. Durch die segmentale Anordnung von einzelnen Wirbelelementen bildet die Wirbelsäule eine biegsame, elastische, in sich verdrehbare Achse. Außerdem wird während der Embryonalentwicklung der Wirbeltiere ein Kiemendarm angelegt, aus dem bei Fischen die stark durchbluteten Kiemen als Atmungsorgane hervorgehen. Bei Landwirbeltieren ist der Kiemendarm u. a. an der Bildung der Lungen und des Innenohrs beteiligt. Die Harnorgane und der Verdauungstrakt münden am Hinterende des Körpers nach außen. Das Blutgefäßsystem ist geschlossen, das Herz und die wichtigsten Blutgefäße sind ventral gelegen. Im Rumpf befindet sich das Coelom (siehe Tiere: Coelom) als einheitliche Leibeshöhle, die im Bereich der Bauchhöhle vom Bauchfell (Peritoneum) ausgekleidet ist; in dieser sind die Bauchorgane eingebettet. Die Muskulatur ist segmental gegliedert und zweiseitig symmetrisch. Die gleichen Eigenschaften der Segmentierung und Symmetrie finden sich auch im Nerven-, Kreislauf- und Urogenitalsystem sowie im Skelettgerüst. Wirbeltiere sind in der Regel getrenntgeschlechtig und vermehren sich sexuell (siehe Fortpflanzung), die Geschlechtsorgane weisen stets nur ein Paar von Eierstöcken bzw. Hoden auf.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |