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Till Eulenspiegel

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Holzschnittdarstellung von Till EulenspiegelHolzschnittdarstellung von Till Eulenspiegel

Till Eulenspiegel (um 1290 bis 1350), deutscher Bauernschelm und -schalk, der in Kneitlingen am Elm bei Braunschweig geboren worden sein soll und 1350 in Mölln gestorben und begraben wurde. Historische Dokumente belegen seine Existenz nicht; sein Ableben wurde aber in Hermann Botes Weltchronik gegen Ende 15. Jahrhunderts verzeichnet.

In den zahlreichen Volksbüchern und Legenden wurde er zum Prototyp des bauernschlauen Pfiffikus, der einfaches Volk und Standespersonen durch List und Wortwitz hinters Licht führt und des Öfteren auch in bescheidenem Maße schädigt.

Sein Vorname Till wird häufig auch mit Tile angegeben. Eulenspiegel heißt im Niederdeutschen Ulenspegel: von „ulen” (fegen) und „spegel” (Spiegel), das in der Jägersprache Hinterteil bedeutet.

Berühmt ist die Episode, in der er als Bäckergehilfe einen ärgerlichen Ausspruch seines Brotherrn wörtlich nimmt und „Eulen und Meerkatzen” backt. Ansonsten wurden meist Respektspersonen, wie etwa kirchliche Würdenträger und Adelige, übertölpelt. Eulenspiegel reflektiert dabei auch satirisch-ironisch die herrschenden gesellschaftlichen Konventionen.

Seine Abenteuer wurden erstmals im Jahr 1510/11, dann 1515 und 1519 in einem hochdeutschen Volksbuch (Ein kurtzweilig lesen von Dil Ulenspiegel geboren uß dem Land zuo Brunßwick. Wie er sein Leben vollbracht hatt. XCVI. Seiner geschichten) in der Straßburger Druckerei Johann Grüningers gedruckt. Die gesammelten Geschichten gehen auf eine niederdeutsche Fassung von Hermann Bote zurück, die aber verloren gegangen ist. Die Eulenspiegel-Geschichten wurden später in fast alle europäischen Sprachen übersetzt.

So gibt es auch zahlreiche Bearbeitungen des Stoffes, z. B. von Johannis Paulis Schimpf und Ernst (1522), von Hans Sachs (1533-1557) bis zu Charles De Costers Tyll Ulenspiegel und Lamm Goedzak. Legende von ihren heroischen, lustigen und ruhmreichen Abenteuern im Lande Flandern und andern Orts (1867) und der sinfonischen Dichtung Till Eulenspiegels lustige Streiche (1895) von Richard Strauss. Weitere literarische Bearbeitungen des Stoffes gibt es u. a. von Gerhart Hauptmann (Des großen Kampffliegers, Landfahrers, Gauklers und Magiers Till Eulenspiegel Abeuteuer, Streiche, Gaukeleien, Gesichte und Träume, 1928) sowie von Christa und Gerhart Wolf (Erzählung für den Film: 1972; Theaterstück: 1982).

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