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Welse

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Gewöhnlicher KatzenwelsGewöhnlicher Katzenwels

Welse, Ordnung der Knochenfische mit ungefähr 2 200 Arten, von denen ungefähr 1 200 in Südamerika heimisch sind.

Zwei Familien der Welse sind Meeresbewohner; die anderen bestehen aus Süßwasserfischen. Welse sind zumeist Raubfische, die vorwiegend nachts auf Beutefang gehen und in flachem Wasser in Bodennähe leben. Welse haben an beiden Seiten des Oberkiefers und bei manchen Arten auch am Unterkiefer Barteln. Die Rücken- und Brustflossen weisen an den Rändern oftmals spitze Stacheln auf, die mitunter auch giftig sind. Der Fisch benutzt sie u. a. zur Verteidigung, und sie können ernsthafte Wunden verursachen. Die Mitglieder einiger Welsfamilien in Südamerika sind mit Knochenplatten bedeckt.

Der größte Wels ist der einheimische Flusswels oder Waller, der 290 Kilogramm Gewicht und eine Länge von vier Metern erreichen kann; er wird maximal 20 Jahre alt. Diese bei uns vielerorts von Anglern ausgesetzte Fischart besiedelt Flüsse und Seen in Mittel- und Osteuropa. Der Flusswels ernährt sich von Fischen, Wasservögeln, Fröschen und Kleinsäugern. Konstanzer Biologen berichteten 2001 in den Proceedings of the National Academy of Sciences über die Beutesuche des Flusswelses. Dieser ist offensichtlich in der Lage, einer bis zehn Sekunden alten Wirbelspur von Fischen zu folgen und diese aufzuspüren, ohne sie sehen zu können.

Eine Welsart mit verkümmerten Augen bewohnt im Osten von Pennsylvania Hohlräume unter Wasser. Der Zitterwels, der im Nil und in den tropischen Gebieten Zentralafrikas vorkommt, kann einen elektrischen Schlag auslösen (siehe elektrische Fische). Eine andere bemerkenswerte Welsart, der zu den Raubwelsen gehörende Froschwels (er frisst Amphibien), kam ursprünglich aus Ostindien und Südostasien und wurde im Jahre 1968 in Florida in der Nähe von Boca Raton entdeckt. Er war von Händlern, die tropische Fische importierten, eingeführt worden. Er wird bis zu 56 Zentimeter lang und „wandert” in Trockenperioden über Land, um tiefere Gewässer zu finden. Er bewegt sich zwischen Gewässern vorwärts, indem er über den Boden schlittert und dabei zugleich schlagende Bewegungen mit dem Schwanz ausführt. Zusätzlich befindet sich an jeder Brustflosse ein starker Stachel, den der Fisch im Boden verankert, um die Balance zu halten und sich vorwärtszuziehen. Er besitzt einen umgebildeten Kiemenbogen, der eine Luftkammer formt, mit deren Hilfe er auch außerhalb des Wassers atmen kann.

Der Gewöhnliche Katzenwels ist von allen nordamerikanischen Welsarten der beliebteste Speisefisch. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Fische, die im Flusstal des Mississippi und in den Staaten am Golf von Mexiko gefangen werden. Sie können bis 70 Kilogramm wiegen. Der Blaue Katzenwels und der Getüpfelte Gabelwels sind die häufigsten Fangfische, und ihr Fleisch gilt als genauso hochwertig wie das von Schwarzbarschen. Welse machen einen erheblichen Teil der Fischzuchtproduktion in den Vereinigten Staaten aus, wo sich riesige Fischzuchtfarmen für Welse befinden.

Systematische Einordnung: Welse bilden die Ordnung Siluriformes. Die beiden Familien, die im Meer leben, heißen Ariidae und Plotosidae. Der einheimische Flusswels oder Waller wird als Silurus glanis klassifiziert, der Zitterwels als Malapterurus electricus und der Froschwels als Clarias batrachus. Der Gewöhnliche Katzenwels gehört zur Familie der Ictaluridae. Der Blaue Katzenwels heißt wissenschaftlich Ictalurus furcatus und der Getüpfelte Gabelwels Ictalurus punctatus.

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