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Kopfschmerz

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Kopfschmerz, Schmerzen im Bereich des Kopfes, die zwar äußerst unangenehm, aber in weniger als einem Prozent der Fälle Anzeichen für ein schwerwiegendes körperliches Leiden sind.

In diesen relativ wenigen Fällen sind Kopfschmerzen oft Symptome oder Nachwirkung von Gehirnerschütterung, Kopfverletzungen, Meningitis, Enzephalitis, Schlaganfall oder Gehirntumoren. Auch bei Zahn- und Kieferfehlstellungen können Kopfschmerzen auftreten. Schnell vorübergehende Kopfschmerzen entstehen manchmal, wenn man etwas sehr Kaltes getrunken oder Lebensmittel mit hohem Nitrit- oder Natriumglutamatgehalt gegessen hat. Eine weitere Ursache ist der Entzug von Coffein.

Die Mehrzahl aller Fälle von Kopfschmerzen lässt sich in drei Hauptgruppen einteilen: Erstens zählt dazu die Migräne mit immer wiederkehrenden, schweren, oft „pochenden” Kopfschmerzen, die meist einseitig auftreten, wobei gleichzeitig Übelkeit und manchmal auch Sehstörungen entstehen. Die zweite Gruppe wird als Clusterkopfschmerz oder Horton-Syndrom bezeichnet; dieser Schmerz ähnelt der Migräne und tritt vielfach in der Nähe des Auges auf. Die Schmerzattacken dauern eine halbe bis zwei Stunden, können sich bis achtmal am Tag wiederholen und kehren wochen- oder monatelang täglich wieder (Cluster bezieht sich auf dieses gehäufte Auftreten). Clusterkopfschmerz ist ein selten auftretendes, schwerwiegendes Leiden, das maximal vier von 10 000 Menschen betrifft. Nach einem 1999 in der Zeitschrift Nature Medicine erschienenen Beitrag wird dieser vor allem bei Männern auftretende Schmerz möglicherweise durch exzessives Zellwachstum im Hypothalamus verursacht. Drittens gibt es den Spannungskopfschmerz, der an wechselnden Kopfstellen auftreten kann; seine Ursachen sind nicht genau geklärt, jedenfalls handelt es sich nicht immer um Muskelverspannungen an Gesicht, Kopfhaut oder Hals. Vermutlich sind Veränderungen der Blutgefäße an der Entstehung des Spannungskopfschmerzes beteiligt. Nach einem 1999 vorgelegten Bericht der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft besteht vermutlich eine genetische Prädisposition für Spannungskopfschmerz. US-amerikanische Forscher berichteten 2001 im Journal of the American Medical Association, eine Kombinationstherapie aus Antidepressiva und Techniken der Stressbewältigung habe im Rahmen einer Studie 60 Prozent der unter Spannungskopfschmerz leidenden Patienten Linderung verschafft.

Kopfschmerzen treten so häufig auf und sind manchmal so schwer zu beseitigen, dass sich Spezialkliniken ausschließlich der Behandlung von Patienten widmen, die unter Kopfschmerz leiden. Spannungskopfschmerzen sprechen meist auf schwache Schmerzmittel wie Aspirin und Acetaminophen an. Schwere Migräne- oder Clusterkopfschmerzen können mit verschiedenen Medikamenten gelindert werden, die sich auf die Kontraktion oder Erweiterung der Blutgefäße auswirken. Bei Clusterkopfschmerz kann Sumatriptan verordnet werden, das sich der Patient selbst mit einem Autoinjektor subkutan (unter die Haut) injiziert; Linderung kann auch die Inhalation von reinem Sauerstoff verschaffen. Wie das Universitätsklinikum Essen 2001 mitteilte, sollten Kopfschmerzmittel höchstens an zehn Tagen im Monat und höchstens an drei aufeinander folgenden Tagen genommen werden. Eine zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln kann Dauerkopfschmerz (so genannten Arzneimittel-Kopfschmerz) nach sich ziehen.

Kopfschmerzen aus allen drei Gruppen kann man in vielen Fällen mit Biofeedback lindern. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft veröffentlichte 2001 Empfehlungen zur Therapie von Kopfschmerzen im Kindesalter. So wird geraten, die Dauer, Stärke und Begleiterscheinungen von Kopfschmerzen in einem Kalender festzuhalten, um dem Arzt die Diagnose zu erleichtern. Bei leichten bis mittleren Kopfschmerzen helfe häufig bereits das Ruhen in einem abgedunkelten, ruhigen Zimmer, ein kalter Lappen auf der Stirn und das Einreiben des Kopfes mit Pfefferminzöl. Zur Prophylaxe seien Bewegung in frischer Luft, ausreichend Schlaf und regelmäßige Essenszeiten wichtig. Ein so genanntes TENS-Gerät könne bei Spannungskopfschmerz und Migräne zur Selbstbehandlung eingesetzt werden (TENS bedeutet transkutane elektrische Nervenstimulation, bezieht sich also auf die Anregung von Nerven durch die Haut). Dieses batteriebetriebene Gerät verfügt über Elektroden, die im Nacken aufgeklebt werden; ein als Kribbeln wahrgenommener schwacher Strom aktiviert vermutlich körpereigene Systeme, die den Schmerz unterdrücken.

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