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  • Prädestination - Ökumenisches Heiligenlexikon

    Prädestination. Prädestination - lateinisch: "Vorherbestimmung" bezeichnet die Auffassung, dass das Schicksal eines Menschen von Gott vorherbestimmt ist.

  • Prädestination – Wikipedia

    Prädestination - lateinisch praedestinatio - bedeutet Vorherbestimmung und ist ein theologisches Konzept, nach dem Gott von Anfang an das Schicksal des Universums und aller ...

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Prädestination

Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
1

Einleitung

Prädestination (lateinisch praedestinatio: Vorherbestimmung), in der Religionsgeschichte die Auffassung, dass das Schicksal eines Menschen von Gott vorherbestimmt ist. Allerdings verneint die Prädestination nicht notwendigerweise die Möglichkeit eines freien menschlichen Willens. Die meisten Anhänger dieser Auffassung glauben, dass nur das endgültige Schicksal eines Individuums vorherbestimmt sei, nicht jedoch seine Handlungen, die seinem freien Willen unterworfen seien. In der Religionsgeschichte unterscheidet man zwei unterschiedliche Prädestinationslehren: die einfache und die doppelte Prädestination.

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Einfache Prädestination

Die einfache Prädestination ist die weniger absolute Form der Vorherbestimmung. Sie gründet sich auf der Erfahrung der Gegenwart Gottes und seiner Liebe und dem damit verbundenen Glauben, dass Gott den Menschen das Geschenk seiner Gegenwart als einen Akt der Gnade gewährt. Um hervorzuheben, dass dieses Geschenk aus freien Stücken geschieht, unabhängig von einem bestimmten Verhalten der Menschen, haben manche Christen behauptet, ihre Beziehung zu Gott hänge allein von Gott und Gottes ewigem Willen ab, der bereits vor der Entstehung der Welt vorhanden gewesen sei.

Diese Auffassung findet sich nur an zwei Stellen im Neuen Testament wieder, in Römer 8 und Epheser 1, wo es heißt: „Denn alle, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben...; die aber, die er vorausbestimmt hat, hat er auch berufen, hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.” (Römer 8, 29-30). Diese Verse beschreiben eine einfache Prädestination, da sie nur davon sprechen, dass die Geretteten zum ewigen Leben bestimmt sind, und nicht davon, was mit den anderen Menschen geschieht.

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Doppelte Prädestination

Die doppelte Prädestination ist eine Weiterentwicklung der einfachen Prädestination. Wenn manche Menschen durch Gottes Gnadenwahl zum ewigen Leben mit ihm bestimmt werden, müssen andere durch dieselbe Wahl auf Ewigkeit von ihm getrennt werden. Ist nämlich die Erlösung vorherbestimmt, so muss dasselbe auch für die Verdammnis gelten. Der erste Theologe, der die Auffassung einer doppelten Prädestination vertrat, war Augustinus, der im 5. Jahrhundert lebte. Der bekannteste Vertreter der doppelten Prädestination war Johannes Calvin, der sagte: „Unter Vorsehung verstehen wir Gottes ewige Anordnung, vermöge deren er bei sich beschloss, was nach seinem Willen aus jedem einzelnen Menschen werden sollte! Denn die Menschen werden nicht alle mit der gleichen Bestimmung erschaffen, sondern den einen wird das ewige Leben, den anderen die ewige Verdammnis vorher zugeordnet.” (Institutio Christianae Religionis 3. 21. 5).

Nach Augustinus widersprachen viele katholische Theologen seiner Auffassung von einer doppelten Prädestination. Ihrer Ansicht nach gab es keine Vorherbestimmung zum Bösen, sondern wer zur Verdammnis verurteilt wird, trägt dafür volle Verantwortung. Dieselbe Ansicht wurde von der anglikanischen Kirche geteilt. Im 17. Jahrhundert kritisierte Arminius, auf dessen Lehren sich der Arminianismus begründete, die calvinistischen Prädestinationslehre und vertrat eine unterschiedliche Auffassung, in der er dem freien Willen des Menschen Platz einräumte. Liberale protestantische Theologen neigten dazu, sowohl die einfache wie auch die doppelte Prädestination abzulehnen. Die Neuformulierung der einfachen Prädestination wurde im 20. Jahrhundert von Karl Barth unternommen. Barth zufolge hat sich Gottes Wille in Jesus Christus offenbart, und durch ihn hat er alle Menschen auserwählt. In dieser Form der Lehre ist die Prädestination praktisch universell, d.  h., allen Menschen ist die Erlösung versprochen.

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