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Gregor I., heiliger

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Gregor der GroßeGregor der Große

Gregor I., heiliger, genannt der Große, (um 540 bis 604), Papst (590-604), letzter der vier spätantiken Kirchenlehrer.

Gregor entstammte einer reichen römischen Familie, die schon zwei Päpste (Felix III. und Agapet I.) hervorgebracht hatte. Eine profunde Ausbildung und Organisationstalent förderten seine Karriere. 572/73 war er Stadtpräfekt (der höchste Beamte der römischen Zivilregierung) und erlangte Vertrautheit mit Verwaltungsproblemen jeglicher Art. Bald danach zog er sich in den Familienpalast am Celio in Rom zurück, wo er ein dem Apostel Andreas geweihtes Kloster (heute San Gregorio in Clivo Scauri) gründete, in das er selbst eintrat; sechs weitere Klostergründungen unternahm er auf den sizilianischen Familienbesitzungen. 578/79 zum Diakon geweiht, wurde er als päpstlicher Gesandter (Apokrisiar) an den Kaiserhof in Konstantinopel entsandt. Nach seiner Rückkehr 585/86 gehörte er zu den Beratern Pelagius’ II., dem er als Papst nachfolgte.

Seine zwei Leitgedanken waren seine Überzeugung, das Jüngste Gericht sei nahe, und sein Selbstverständnis als Knecht der Knechte Gottes. Sie bewegten ihn, den wahren Glauben gegen Irrlehren zu verteidigen und in die Welt zu tragen, um alle Seelen, auch die gegenwärtigen Heiden, Juden, Häretiker und Schismatiker, für Gott zu gewinnen. Er schickte Missionare nach Sardinien, Korsika, Sizilien und zu den Angelsachsen. Letztere missionierte Augustinus, der Prior seines Andreasklosters, der das Bistum Canterbury gründete und dessen erster Bischof wurde. Mit gleichem Schwung trieb er die Bekehrung der Donatisten in Afrika, der Anhänger der „Drei Kapitel” in Istrien und der Arianer im Langobardenreich voran. Zur Rettung der Menschen vor dem Höllenschlund suchte er das sittlich-religiöse Leben durch Förderung des Mönchtums zu erneuern. Als erster Mönch auf dem Papstthron schuf er eine monastisch geprägte Verwaltung mit Mönchen in hohen Verwaltungsämtern. Er förderte die Gründung und materielle Ausstattung von Klöstern und schützte sie vor Übergriffen weltlicher, aber auch bischöflicher Gewalt und verhalf dem benediktinischen Mönchtum zum Durchbruch. Sein gesamtes kirchenpolitisches Handeln war vom Gedanken des Dienstes an Gott und den Mitmenschen bestimmt. Deshalb versuchte er, auch die materielle Not der Armen mit Fürsorgestationen und ambulanter Armenspeisung zu lindern, und gründete einen Fonds zum Loskauf von Römern aus langobardischer Gefangenschaft.

Angesichts der Machtlosigkeit der byzantinischen Kaiser im Westen wuchsen dem Papsttum Aufgaben der Verteidigung und Versorgung Roms zu. Gregor bewährte sich in seiner Funktion als Stadtherr, indem er eine Reihe administrativer Neuerungen durchführte, von den Langobarden, welche die Stadt bedrohten, den Abzug erkaufte und mit Erfolg versuchte, einen Frieden zwischen diesen und Kaiser Maurikios zu vermitteln (598). Königin Theodolinde unterstützte er bei ihrem Versuch, die Langobarden zum katholischen Glauben zu führen. Gegen die Konkurrenz des Patriarchen Johannes von Konstantinopel, der sich den Titel ökumenischer Patriarch zugelegt hatte und vergeblich versuchte, seinen Primat in Afrika, Griechenland und auf dem Balkan durchzusetzen, verteidigte er den Vorrang der römischen Kirche und des Papsttums.

Umfangreich ist das überlieferte theologische Schrifttum Gregors, aufgrund dessen ihn Papst Bonifatius VIII. 1295 unter die vier großen Kirchenlehrer einreihte. Sein Œuvre reicht vom Kommentar zum alttestamentarischen Buch Hiob über Predigten und Briefe bis zu den Dialogi, einer Sammlung von Heiligenviten, Wundererzählungen usw., mit denen er den neuen Typ einer anschaulichen religiösen Pädagogik kreierte. Gregor starb am 12. März 604 in Rom, sein Festtag ist der 3. September.

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