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Windows Live® Suchergebnisse Gerald FordEnzyklopädieartikel
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Gerald Ford (1913-2006), 38. Präsident der Vereinigten Staaten (1974-1977). Ford war der einzige Vizepräsident und anschließend Präsident der USA, der seine Ämter nicht durch Wahl erlangt hatte. Während seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit versuchte Ford, das Vertrauen der Bürger in eine von der Watergate-Affäre tief erschütterte Regierung wiederherzustellen. Gerald Ford wurde am 14. Juli 1913 in Omaha (Nebraska, USA) als Leslie Lynch King geboren. Nach der frühzeitigen Scheidung seiner Eltern und der Wiederverheiratung seiner Mutter erhielt er den Namen seines Stiefvaters, Gerald Rudolph Ford. Von 1935 bis 1941 studierte er Jura an der Yale Law School. Nach dem Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg meldete er sich 1942 zur Marine. 1948 wurde Ford für die Republikaner in das Repräsentantenhaus (siehe Kongress der Vereinigten Staaten) gewählt, dem er ohne Unterbrechung bis 1973 angehörte. Als streng konservativer Abgeordneter stellte er sich gegen die staatliche Förderung des Schulwesens und des Wohnungsbaues, die Anhebung des Mindesteinkommens, die Einführung der Alterskrankenversicherung Medicare, die Schaffung des Office of Economic Opportunity sowie mehrere Umweltschutzgesetze. 1963/64 gehörte Ford der so genannten Warren-Kommission an, die das Attentat auf John F. Kennedy untersuchte; 1965 wurde er Oppositionsführer im Repräsentantenhaus.
Nach dem Rücktritt des Vizepräsidenten Spiro T. Agnew 1973 ernannte Präsident Richard Nixon Ford zum Vizepräsidenten. Während seiner neunmonatigen Amtszeit als Vizepräsident hielt Ford loyal zu Nixon, dessen Stellung durch die immer weiter um sich greifende Watergate-Affäre schwer erschüttert wurde. Als Nixon angesichts des drohenden Amtsenthebungsverfahrens am 9. August 1974 zurücktrat, rückte Ford in das Amt des Präsidenten nach. Ford gewährte seinem Amtsvorgänger eine Generalamnestie für alle möglicherweise im Zusammenhang mit der Watergate-Affäre begangenen Vergehen. Dieses „Nixon-Pardon” war eine seiner ersten und auch umstrittensten politischen Handlungen. In der Innenpolitik war Ford vor allem mit drei Problemen konfrontiert: mit steigender Inflation, wachsender Arbeitslosigkeit und zunehmendem Energieverbrauch. Die Inflation versuchte Ford durch Kürzung der Sozialausgaben zu bekämpfen (er blockierte mit mehr als 50 Vetos sozialpolitische Initiativen des Kongresses, in dem seit 1974 – auch wegen der Watergate-Affäre – die Demokraten die Mehrheit hatten), und mit der Kampagne Whip Inflation Now (WIN) warb er um öffentliche Unterstützung für seine Politik. Während seiner Amtszeit sank die Inflationsrate von 11,2 auf 5,3 Prozent. Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, die Anfang 1975 bei knapp 9 Prozent lag (und damit den höchsten Stand seit der Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre erreicht hatte), versuchte Ford durch die Senkung der Einkommensteuer der Besserverdienenden deren Kaufkraft zu stärken und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramme lehnte er ab. In der Energiepolitik förderte er durch staatliche Subventionen die Erforschung neuer Energieressourcen. Außenpolitisch führten Ford und sein Außenminister Henry Kissinger die unter Nixon begonnene Entspannungspolitik gegenüber der Sowjetunion fort. Wichtiger außenpolitischer Markstein war 1975 die Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte von Helsinki durch die Vereinigten Staaten. Das Abkommen erkannte die Nachkriegsgrenzen in Europa an und regelte Menschenrechtsfragen.
Im Präsidentschaftswahljahr 1976 setzte sich Ford bei der Nominierung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten gegen seinen Mitbewerber Ronald Reagan durch, musste dafür allerdings seinen Vizepräsidenten Nelson Rockefeller zugunsten des Senators Robert Dole aus Kansas opfern. Ford und Dole traten gegen die demokratischen Kandidaten Jimmy Carter und Walter Mondale an und unterlagen ihnen mit 241 zu 297 Wahlmännerstimmen; auch diese Niederlage war zum Teil noch eine Nachwirkung der Watergate-Affäre und des „Nixon-Pardons”. Seit der Wahlniederlage Herbert Hoovers 1932 war Ford der einzige amtierende Präsident, der bei der Wiederwahl scheiterte. Dennoch blieb Ford nach seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt eine in republikanischen Kreisen geschätzte und einflussreiche Persönlichkeit. Gerald Ford starb am 26. Dezember 2006 in Rancho Mirage (Kalifornien, USA).
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