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Hydrothermale Schlote

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Riesenwüchsige BartwürmerRiesenwüchsige Bartwürmer

Hydrothermale Schlote, Heißwasserquellen auf dem Grund von Tiefseebecken (Ozeane).

Im Jahr 1965 wurde im Zusammenhang mit der aufkommenden Theorie der Plattentektonik vermutet, dass solche Quellen existieren. Seither wurden über achtzig dieser Öffnungen im Pazifischen Ozean an Stellen entdeckt, wo sich der Meeresboden rasch ausbreitet und aus denen schwefelreiches Wasser mit Temperaturen bis zu 350 °C austritt. Ein paar Öffnungen wurden auch im Atlantischen Ozean gefunden; dort breitet sich der Meeresboden allerdings langsamer aus. Das Wasser aus diesen Öffnungen ist meist auch kühler und stärker schwefelhaltig.

In beiden Ozeanen entstehen die Öffnungen, wenn kaltes Meerwasser tief in Spalten auf dem Meeresboden hineinsinkt, bis es von dem – durch Magma – erhitzten Gestein erwärmt wird (Eruptivgestein). Anschließend dehnt sich das Wasser aus und steigt nach oben. Bei diesem Vorgang werden Minerale aus den umliegenden Gesteinen ausgewaschen und zur Öffnung transportiert. Wenn das Wasser dann aus der Öffnung herausströmt, fällt seine Ladung an gelösten Sulfidverbindungen als Niederschlag aus. Auf diese Weise bilden sich mächtige Mineralablagerungen, die reich an Kupfer-, Eisen-, Mangan- und Zinkverbindungen sind.

In der Nähe dieser Quellen wurden bemerkenswerte Gemeinschaften von Meereslebewesen gefunden. Dazu gehören neben Archaebakterien über drei Meter lange Bartwümer (Pogonophora) sowie Seeanemonen, Muscheln und Krebse. Diese Lebensgemeinschaften basieren nicht auf photosynthetisch erzeugter Nahrung, sondern die Nährstoffe werden von chemoautotrophen Bakterien auf der Basis von Schwefelwasserstoff produziert. Die höheren Organismen filtern die Bakterien aus dem Wasser oder leben mit ihnen in Symbiose. Attraktiv für die Lebensgemeinschaften ist das große Nahrungsangebot, nicht etwa die nahe der Schlote herrschende Wärme.

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