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Landwirtschaftsmaschinen, Sammelbegriff für Maschinen und Geräte, die man in der Landwirtschaft in erster Linie zur Bodenbearbeitung, zum Anbau und zur Ernte, aber auch zur Pflanzenzucht einsetzt. Diese Maschinen haben die Arbeit in der Landwirtschaft geradezu revolutioniert und im Gegensatz zur mühsamen körperlichen Landarbeit (nur mit Muskelkraft) in erheblichem Maß vereinfacht. Bereits in prähistorischen Zeiten hat man Werkzeuge als Hilfsmittel beim Anbau und bei der Ernte von Nutzpflanzen verwendet. Zum Graben und zur Bodenauflockerung nahm man spitze Werkzeuge zu Hilfe. Scharfe, messerartige Werkzeuge dienten zum Ernten der reifen Pflanzen. Diese frühen Hilfsmittel wurden den jeweiligen Erfordernissen angepasst. Daraus entwickelte man im Lauf der Zeit kleine Handwerkzeuge, die auch heute noch, beispielsweise bei der Gartenarbeit, Verwendung finden. Einige ausgewählte Beispiele sind Spaten, Hacke, Rechen, Pflanzschaufel und Sense. Ein großer Teil des weltweit verfügbaren Ackerlandes wird auch heute noch mit diesen einfachen Geräten bestellt. Besonders für ärmere Regionen sind moderne Maschinen finanziell unerschwinglich. In den USA, Kanada, Großbritannien, Westeuropa und Australien ist der Einsatz moderner Maschinen stark verbreitet. Maschinen zur landwirtschaftlichen Großproduktion werden meistens mit diesel- oder benzinbetriebenen Verbrennungskraftmaschinen angetrieben. Ein universell einsetzbares Nutzfahrzeug in der Landwirtschaft ist der Traktor (auch Trecker). Mit ihm lassen sich eine Reihe anderer Geräte bewegen und einsetzen. Eine wichtige technische Einheit des Traktors ist die so genannte Zapfwelle. An die Zapfwelle angekoppelt, lassen sich andere Maschinen, wie z. B. Häcksler, Kreiselschwader oder Sämaschine, antreiben. Kleinere Geräte wie tragbare Bewässerungsanlagen sind häufig mit eigenen Antriebsaggregaten ausgerüstet.
Für den Anbau von Pflanzen wurde eine große Zahl von Geräten entwickelt. Zu den anfallenden Arbeiten gehören das Aufbrechen des Bodens, das Pflanzen, Jäten, Düngen und die Schädlingsbekämpfung. Um das Saatbett herzustellen, bricht man den Boden mit einem Pflug auf. Ein Pflug besteht aus der schaufelartigen Schar und dem Streichblech. Bei Betrieb wird aus dem Boden ein Streifen (Erdbalken) herausgeschnitten und anschließend mit Hilfe des Streichbleches gewendet. Moderne, traktorgezogene Pflüge haben heute meist zwei oder mehr Scharen, damit ein größerer Bereich in einem Arbeitsgang bearbeitet werden kann. Die Egge dient dazu, den Boden nach dem Pflügen zu glätten, und manchmal auch, um Saat und Dünger mit Erde zu bedecken. Die Scheibenegge mit ihren gebogenen, scharfkantigen Stahlscheiben kommt hauptsächlich vor dem Pflügen zum Einsatz. Damit werden beispielsweise Pflanzenreste und Unkraut in den Boden eingearbeitet. Durch diese Maßnahme wird die Bodendurchlüftung und die Fähigkeit zur Wasseraufnahme verbessert. Im Gegensatz dazu wird mit einer Ackerwalze der Boden verfestigt oder Saat angedrückt. Einige Getreidesorten werden noch nach dem Breitsaatverfahren gesät. Nach dieser Methode wird Saat über einen großen Bereich ausgestreut. Breitsämaschinen bestehen gewöhnlich aus einem langen Saatkasten auf Rädern und sind mit einem Verteiler ausgestattet. Auf diese Weise ausgebrachtes Saatgut ist nicht immer gleichmäßig oder ausreichend mit Erde bedeckt. Deshalb wird häufig mit Drillmaschinen gesät (Drillsaat), die beim Säen eine gleichmäßige Furche ziehen. Für Pflanzen, die in Reihen angepflanzt werden, wie etwa Mais, sind Spezialgeräte erforderlich. Diese Maschinen haben spezielle Zufuhrräder, die kleine Mengen (Dribbelmaschine) oder einzelne (Einzelkornsämaschine) Saatkörner aufnehmen. Mineraldünger kann im Winter oder kurz vor der Aussaat ausgebracht werden. Handelsübliche Mineraldünger werden im Allgemeinen zusammen mit der Saat verteilt. Dabei kommen Drill-, Dribbel- oder Einzelkornmaschinen zum Einsatz. Organischer Dünger lässt sich am besten mit einem Miststreuer ausbringen. Der Grubber dient dem Lockern und Zerkleinern des Bodens, der Einarbeitung von Stroh und Dünger sowie der Unkrautbekämpfung. Chemische Unkrautvernichtungsmittel, auch Herbizide genannt, werden versprüht oder in Form kleiner Körnchen auf das Feld aufgetragen. Ihr Einsatz ist weit verbreitet. Insektenbekämpfungsmittel oder Insektizide werden in Form von Körnchen, Pulver oder feinstverteilten Flüssigkeiten auf Boden oder Pflanzen aufgebracht (siehe Schädlingsbekämpfung). Für die Verteilung von flüssigen Chemikalien auf Pflanzungen und Felder gibt es eine Reihe unterschiedlicher mechanischer Sprühgeräte. Sie verfügen zum Teil über einen Eigenantrieb oder werden von einem Traktor gezogen und angetrieben. In den USA und in Australien benutzt man bei großen Gemüse- und Getreidefeldern manchmal auch Flugzeuge zum Aufbringen von Pestiziden. Die meisten modernen landwirtschaftlichen Betriebe arbeiten mit Pestiziden. Allerdings wächst die Besorgnis über die umweltschädigenden Folgen. Deshalb finden alternative Formen der Schädlingsbekämpfung zunehmend Anwendung. So verhindert beispielsweise ein häufiger Fruchtwechsel die Verbreitung von Schädlingen, die sich auf eine bestimmte Pflanze spezialisiert haben. Einige Schädlinge können auch bekämpft werden, indem man einen Organismus einbringt, der nur die Schädlinge tötet, den Pflanzen aber nicht schadet. Siehe auch Umwelt.
Die meisten Getreidesorten werden mit Mähdreschern geerntet. Ein Mähdrescher entfernt während der Fahrt die Fruchtstände, drischt die Körner aus und säubert sie. Die gesäuberten Körner werden in einem angehängten Korntank aufgefangen. Mais erntet man mit einem Mähdrescher oder mit einer Maispflückmaschine. Während die Maispflückmaschine an den Reihen entlangfährt, pflückt sie die Kolben ab und entfernt die Hüllblätter (das nennt man Entlieschen). Anschließend werden die Körner in einer Entkörnungsmaschine abgelöst, oder die Kolben fallen in einen an die Erntemaschine angehängten Wagen. Heu wird üblicherweise in mehreren Schritten erzeugt. Zunächst schneidet man das Gras mit einer Mähmaschine direkt über dem Boden ab. Nachdem es in der Sonne getrocknet ist, wird es zu Ballen geformt. Dazu hebt die Aufnehmerpresse das Heu auf ein Förderband, mit dem es in den Presskanal befördert wird. Dort wird es zu Ballen von bis zu 100 Kilogramm gepresst und zusammengebunden. Mit einem Feldhäcksler schneidet man Futtergras. Nach dem Schnitt wird das Gras zur Fermentierung in einem Silo gelagert. Dort wird dieses Futtermittel, das man auch Silage nennt, unter Luftabschluss einer Gärung unterzogen und damit haltbar gemacht. Für große Wurzelfrüchte (Hackfrüchte) wie Kartoffeln und Zuckerrüben gibt es ebenfalls spezielle Erntemaschinen. Nahezu die gesamte in den USA angebaute Baumwolle wird mit Baumwollpflückmaschinen geerntet. Diese Maschinen ziehen die Baumwollfasern mit sich drehenden Spindeln aus der Kapsel. Vor dem Pflücken entfernt man die Blätter der Baumwollpflanze mit einem chemischen Entlaubungsmittel. Wetterfeste Baumwolle mit leichten Kapseln erntet man mit Pflückmaschinen, die die Baumwolle von der Pflanze abstreifen oder abkämmen und anschließend in einen angehängten Wagen fallen lassen. Die Entwicklung noch effizienterer Pflückmaschinen ist noch im Gang. Auch bei der Ernte von Obst und Gemüse werden Spezialmaschinen eingesetzt. Einige Obstpflückmaschinen schütteln das Obst vom Baum, das dann in Auffangbehälter fällt. Nüsse können ebenfalls auf diese Weise geerntet werden. Die Entwicklung von neueren Landwirtschaftsmaschinen ist in den vergangenen fünfzig Jahren enorm vorangetrieben worden. Unter dem Aspekt, arbeits- und zeitsparende Landwirtschaftsmaschinen zu produzieren, wird diese technische Entwicklung auch in Zukunft weiter ausgebaut.
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