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The Beatles, englische Popgruppe. Die bis heute erfolgreichste Band der Musikgeschichte prägte die Rock- und Popmusik. Noch drei Jahrzehnte nach ihrer Trennung verkaufte sich das im November 2000 erschienene Best-of-Album 1 innerhalb weniger Wochen mehr als 20 Millionen Mal und belegte in 34 Ländern der Welt die Spitzenposition der Hitparaden. Die Texte der Beatles trafen Sehnsüchte und Ideale einer ganzen Generation und lieferten Identifikationsmodelle. Mit ihrem Erscheinen veränderten sie die Jugendkultur.
Im Jahr 1955 rief der Sänger und Gitarrist John Lennon (1940-1980) in Liverpool die Skifflecombo The Quarrymen ins Leben, der sich wenige Monate später der Gitarrist und Bassist Paul McCartney (*1942) und 1957 der Gitarrist George Harrison (*1943) anschlossen. Nach ersten amateurhaften Versuchen in Pubs und auf regionalen Bühnen, mehreren Umbenennungen (Johnny And The Moondogs, 1959; The Silver Beatles, 1960) und Umbesetzungen trat die Gruppe am 27. Dezember 1960 im Gemeindesaal des Liverpooler Vororts Litherland zum ersten Mal unter dem Namen The Beatles auf. Der Bassist Stuart „Stu” Sutcliffe (*23. Juni 1940 in Edinburgh, †10. April 1962 in Hamburg), der den Namen The Beetles kreiert haben soll, und der Schlagzeuger Randolph Peter „Pete” Best (*24. November 1941 in Madras) kamen hinzu. Charakteristisch wurde für sie eine Mischung aus einheimischen, volkskulturell geprägten Skifflesounds und einer Ableitung des Rock’ n’ Rolls. Dieser Stil erhielt in Anlehnung an den durch Liverpool fließenden Mersey River den Namen „Merseybeat” und wurde auf dem Höhepunkt der Begeisterung zu Beginn der sechziger Jahre von rund 350 Bands der Region gespielt. Der Trendscout Bruno Koschmieder engagierte die Gruppe im Sommer 1960 für mehrere Auftritte in Hamburger Kneipen wie dem Stripteaselokal Club Indra und dem Rockertreff Kaiserkeller. Während der folgenden Monate reisten die Beatles zwischen England und Hamburg hin und her und begleiteten gelegentlich den Sänger Tony Sheridan bei Auftritten und Plattenaufnahmen (My Bonnie/The Saints, 1962). Nach dem Debüt im Liverpooler Cavern Club am 21. März 1961 galten sie als dessen Hausband, kehrten aber im Sommer 1961 nach Norddeutschland zurück, um Engagements im Top Ten Club wahrzunehmen. Sutcliffe verlobte sich mit der Photographin Astrid Kirchherr, die den Beatles zum charakteristischen Pilzkopfimage geraten hatte, und verließ die Band. Er starb im April 1962 unerwartet an einem Blutgerinsel im Gehirn. Im Winter 1961 übernahm Brian Epstein (*19. September 1934 in Liverpool; †27. August 1967 in Kingsley Hill), der Inhaber eines Liverpooler Plattengeschäfts, das Management der Band. Anfang 1962 kam der Produzent George Martin (*3. Januar 1926 in London) hinzu. Er trug spätestens von Love Me Do an maßgeblich zur Gesamtwirkung des Sounds der Beatles bei. Nach einem erfolgreichen Engagement im April 1962 im Hamburger Star Club stieß im August des Jahres Ringo Starr (*1940), der zuvor bei Rory Storm & The Hurricanes spielte, zur Band. Er ersetzte den Schlagzeuger Pete Best. Damit stand die endgültige Besetzung der Beatles fest.
Ihre erste Single Love Me Do kam im Oktober 1962 auf Platz 17 der britischen Hitparaden. Please Please Me erreichte im März 1963 bereits Rang eins, ebenso From Me To You (April 1963) und She Loves You (August 1963). Mit I Want To Hold Your Hand gelang den Beatles im Januar 1964 der Sprung über den Teich an die Spitze der amerikanischen Charts. Es war der Beginn eines Phänomens kollektiver Begeisterung, das unter dem Begriff „Beatlemania” bekannt wurde. Im Unterschied zur bislang dominanten juvenilen Gegenkultur, die von James Dean bis zu den „Halbstarken” die Absetzung von der Generation der Väter postulierte, arrangierten sich die Liverpooler scheinbar mit der Bürgerlichkeit. Sie unterhöhlten diese aber ironisch in Habitus und Attitüde. Jugend wurde auf einmal zum Eigenwert, zur Lebensform. Die Teenager verstanden diese Botschaft auf der Schwelle zur Hippie-Ära und bescherten den Beatles auf ihrer ersten Amerikatournee im Frühjahr 1964 einen triumphalen Empfang mit Massenhysterie in bislang ungekanntem Ausmaß. Ihr TV-Auftritt in der Ed Sullivan Show brach mit mehr als 70 Prozent Sehbeteiligung alle bisherigen Zuschauerrekorde. In kurzer Zeit hatte sich das Songwriterduo Lennon/McCartney zu den erfolgreichsten Hitproduzenten der Dekade entwickelt. Innerhalb von rund sieben Jahren schrieben sie mehr als 200 Lieder. Nach dem Erfolg der Alben Please Please Me (1963), With The Beatles (1963), A Hard Day’s Night (1964) und Beatles For Sale (1964) gelang ihnen mit dem Low-Budget-Film A Hard Day’s Night (1964, Regie Richard Lester) eine Vorform des modernen Videoclips, der einzig darauf bedacht war, das Produkt Musikgruppe als Fanartikel zu etablieren. Fortsetzungen mit Help! (1965), Magical Mystery Tour (1967), Yellow Submarine (1969) und Let It Be (1969, Regie Michael Lindsay-Hogg) erweiterten das Genre, auch wenn der Clipboom im engeren Sinn erst Ende der siebziger Jahre einsetzte. Mit dem Album Rubber Soul (1965) ging die naiv-spaßbetonte Phase der Beatles zu Ende. Künstlerische Differenzen und Orientierungsprobleme traten auf. Unter dem Eindruck von Drogen einerseits und fremden Klangkulturen andererseits veränderte sich das Erscheinungsbild der „Fab Four”. Die Arrangements wurden komplexer. Für die Popmusik exotische Elemente, wie der indische Sitar oder Streichorchester wurden integriert. Am 29. August 1966 gaben die Beatles ihr letztes öffentliches Konzert in San Francisco. Und spätestens mit der LP Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967) war der Sound der Band nicht mehr auf der Bühne realisierbar. Dieses inzwischen legendäre Konzeptalbum verstand sich von der imaginären Liveatmosphäre über das Design des Covers und der fiktiven Titelcombo bis hin zur viermonatigen Produktionszeit mit immensem Studioaufwand als Gesamtkunstwerk. Es ist bis heute in Perfektion und ästhetischer Konsequenz unerreicht.
Die Zäsur der Kreativität setzte mit dem Tod des Bandmanagers Brian Epstein im August 1967 ein. Die Musik der Beatles wurde von da an komplizierter, intellektueller, introvertierter. Es entstand das weiße Doppelalbum The Beatles (1968) der eigens gegründeten Plattenfirma Apple Records, dann der Soundtrack zu Yellow Submarine (1969), die Hommage an ihr Studio Abbey Road (1969) und schließlich Let It Be (1970). Am 10. April 1970 trennten sich die Beatles offiziell und traten trotz zahlreicher Angebote nie mehr gemeinsam auf der Bühne auf. Paul McCartney konzentrierte sich mit seiner Frau Linda Eastman auf die eigene Band Wings. John Lennon experimentierte mit Yoko Ono in verschiedenen musikalischen Kombinationen und hatte mit der Plastic Ono Band (Give Peace A Chance, 1969; Imagine, 1971) und posthum mit Starting Over (1980) weitere Erfolge. Er wurde am 8. Dezember 1980 in New York von dem geistesgestörten Fan Mark David Chapman erschossen. George Harrison gelang 1970 mit My Sweet Lord ein – wenn auch adaptierter – Hit. Er organisierte Events wie das Concert for Bangladesch (1971) und produzierte mit seiner Firma Handmade Films u. a. Kinoerfolge der Comedy-Truppe Monty Python. Ringo Starr trat nur noch gelegentlich als Gast in Talkshows oder als Filmkomiker in Erscheinung (Caveman, 1981). Auf den drei CD-Veröffentlichungen Anthology 1 (1995), Anthology 2 und Anthology 3 (beide 1996) wurden bislang unveröffentlichte Aufnahmen der Beatles aus den Jahren 1958 bis 1964, 1965 bis 1968 bzw. 1968 bis 1970 erfolgreich vermarktet. Auf den neuen Singles Free As A Bird und Real Love (ein Demoband, das die drei posthum als Song fertig stellten) wurden mit moderner Technik die Stimmen der Musiker mit frühen Monoaufnahmen von John Lennon gemischt. Für Aufsehen sorgte die Veröffentlichung der CD Let It Be… Naked (2003), einer neu abgemischten und von dem überladenen Arrangement des Produzenten Phil Spector befreiten, rockigeren Version des letzten Albums der Beatles. Ursprünglich für eine szenische Umsetzung des Cirque du Soleil konzipiert, schufen der ehemalige Beatles-Produzent George Martin und sein Sohn Gil mit Zustimmung von Paul McCartney und Ringo Starr das Remixalbum Love (2006), das Elemente aus den Originalsongs der Beatles in gelungener Weise neu montiert.
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