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PhilippinenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Corazon Aquino wurde neues Staatsoberhaupt. Sie setzte im Februar 1987 die Verabschiedung einer neuen Verfassung durch. Obgleich sie bei den Parlamentswahlen im Mai durch ein Vertrauensvotum im Amt bestätigt wurde, wurde ihre Regierung fortwährend durch Putschversuche bedroht. Die amerikanische Luftwaffe unterstützte im Dezember 1989 die Niederschlagung eines Putschversuchs. Bei den Präsidentschaftswahlen von 1991 kandidierte Corazon Aquino nicht mehr. Stattdessen unterstützte sie ihren ehemaligen Verteidigungsminister Fidel Valdez Ramos, der als Sieger aus den Wahlen hervorging. Im September 1996 unterzeichneten Präsident Ramos und Nur-Misuari, Führer der für einen eigenen muslimischen Staat kämpfenden Moro National Liberation Front (MNLF) einen Friedensvertrag. Dieser beendet einen seit 1972 andauernden Guerillakrieg, bei dem insgesamt mehr als 100 000 Menschen starben. Aus den Präsidentschaftswahlen im Mai 1998 ging der ehemaligen Filmschauspieler Joseph „Erap” Estrada als Sieger hervor; Ramos durfte laut Verfassung nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Der Streit mit China um die rohstoffreichen Spratly-Inseln spitzte sich im Juli 1999 zu, nachdem ein philippinisches Boot in den Küstengewässern der Inselgruppe ein chinesisches Fischerboot versenkt hatte. Im Januar 2000 zog Präsident Estrada unter dem Druck der Öffentlichkeit seinen Plan zurück, durch Änderung der Verfassung die Macht des Staatsoberhauptes zu erweitern. Im November 2000 wurde gegen Estrada wegen Korruption und Amtsmissbrauch ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Nach Einstellung des Verfahrens durch den Senat kam es in Manila und anderen Großstädten zu Massendemonstrationen. Als einige Kabinettsmitglieder und vor allem auch das Militär Estrada die weitere Unterstützung versagten, sah er sich zum Rückzug gezwungen. Am 20. Januar 2001 wurde die bisherige Vizepräsidentin Gloria Macapagal Arroyo, die sich an die Spitze der Oppositionsbewegung „People’s Power II” gestellt hatte, als neues Staatsoberhaupt vereidigt. Gegen Estrada selbst leitete ein Antikorruptionssondergericht ein Verfahren wegen „wirtschaftlicher Ausplünderung des Staates” ein. Im April 2001 wurde Estrada verhaftet, was zu Unruhen und Massendemonstrationen der Estrada-Anhänger führte, und im Oktober 2001 begann der Prozess gegen den ehemaligen Präsidenten. Die Parlamentswahlen am 14. Mai 2001 stärkten die „People’s Power” und damit Arroyos Rückhalt und Machtbasis in Repräsentantenhaus und Senat. Im Juli 2003 versuchten offensichtlich von Estrada oder Estrada-Anhängern gesteuerte Soldaten, durch eine Meuterei in der Hauptstadt Manila Arroyo zum Rücktritt zu zwingen; die Meuterei konnte jedoch innerhalb weniger Stunden unblutig beendet werden. Den Präsidentschaftswahlen am 10. Mai 2004 ging – wie schon den vorherigen Wahlen – ein von Gewalttaten und blutigen Unruhen mit über 100 Toten überschatteter Wahlkampf voraus. Die Wahlen gewann mit etwa 40 Prozent der Stimmen Arroyo; der Kandidat der Opposition, Ferdinando Poe, kam auf etwa 37 Prozent. Poe war politisch weitgehend unerfahren; er wurde von Estrada unterstützt, und er war wie Estrada ein äußerst populärer Filmstar. Die Opposition warf der Regierung Wahlbetrug vor, erklärte ihren Kandidaten zum Sieger, drohte mit einem Volksaufstand und ließ mit ihrem Verhalten einen neuerlichen Putsch befürchten. Im Juni 2004 wurde Arroyo für eine weitere Amtszeit vereidigt.
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