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PhilippinenEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Philippinen haben tropisches Klima und dementsprechend geringe jahreszeitliche Temperaturschwankungen. Die mittleren Jahrestemperaturen im Tiefland liegen landesweit um 27 °C. In Manila beträgt die mittlere Monatstemperatur im Januar 25 °C und im Juli 28 °C. Der Jahresniederschlag liegt in den Tieflandgebieten zwischen 1 500 und 2 500 Millimetern (in Manila circa 1 850 Millimeter). Auf den meisten philippinischen Inseln dauert die sommerliche Regenzeit bei Vorherrschen des Südwestmonsuns von Mai bis November. Die Trockenzeit reicht unter dem Einfluss des Nordostmonsuns von Dezember bis April. Zwischen Juni und Oktober werden die Philippinen oft von Taifunen heimgesucht, die zum Teil verheerende Schäden anrichten.
Bisher stehen nur 5,4 Prozent (2007) der Landesfläche auf den Philippinen unter Naturschutz. Dies ist im Vergleich zu anderen Ländern in dieser Region sehr wenig. 23,9 Prozent der Philippinen sind von Wald bedeckt (2005), der durch Raubbau schwer geschädigt ist. Hier gibt es Banyanbäume, Palmen, Kautschukbäume und weitere Baumarten wie Apitong, Yacal (auch Yakal), Lauan, Camagon (philippinisches Ebenholz), Ipil, Narra, Mayapis, Zimtbäume und Gewürznelkenbäume. Weitere Pflanzen sind Pfeffersträucher, Bambus sowie zahlreiche Orchideenarten. Eine der wichtigsten einheimischen Pflanzen ist der Manilahanf, eine Faserbanane, deren Fasern für die Herstellung von Tauen, Textilien und Hüten verwendet werden. In den Küstensümpfen wachsen Mangroven. Große Gebiete des Hochlands sind von Hartgräsern bedeckt, die nur geringen Wert als Futtergräser haben. Die Fauna der kleineren Säugetiere ist u. a. durch Fledermäuse repräsentiert; ein zum Gleitflug fähiges Säugetier ist der Philippinen-Gleitflieger. Zu den Paarhufern gehören der Kerabau genannte Wasserbüffel, mehrere Hirscharten wie der Philippinensambar sowie Bartschweine. Raubtiere sind Bengalkatzen und Fleckenmusangs (Schleichkatzen). Es gibt etliche Reptilien wie Agamen, Flugdrachen (Gleitflieger mit flügelähnlichen Hautlappen) und Nattern sowie über 550 Vogelarten, darunter farbenprächtige Papageien. Der Sulu-Archipel im äußersten Südwesten der Inselgruppe ist reich an Perlmuscheln, die Suluperlen sind weltberühmt.
Der Begriff Filipino, der ursprünglich auf den Philippinen geborene Personen spanischer Abstammung bezeichnete und dem Terminus Kreole in den ehemaligen spanischen Kolonien Süd- und Mittelamerikas vergleichbar ist, bezeichnet seit dem 19. Jahrhundert die christianisierten Malaien, die den Großteil der Bevölkerung der Philippinen ausmachen. Ureinwohner des Archipels waren die kleinwüchsigen Negritos. Ab etwa 200 v. Chr. kamen malaiische Völker in mehreren Migrationswellen auf die Inseln. Die heutigen Filipinos, vorwiegend Nachkommen der malaiischen Einwanderer, werden in erster Linie nach ihrer Sprache und Religion unterschieden. Die zahlenmäßig stärksten Gruppen sind die Visaya, Bewohner der Visaya-Inseln im zentralen Teil des Archipels, und die im Zentrum von Luzon lebenden Tagalen. Die drittgrößte Gruppe stellen die Ilokano, die vor allem im Cagayan-Tal auf Luzon leben. Die Bevölkerung nichtmalaiischer Abstammung ist vorwiegend chinesischer und indischer, zum geringen Teil auch spanischer Herkunft. Im südlichen Teil des Archipels, insbesondere im Westen von Mindanao, auf den Sulu-Inseln und im Süden von Palawan, leben zwei muslimische Bevölkerungsgruppen: die Moro und die Samal. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 92,68 Millionen (2008), die Bevölkerungsdichte liegt bei 311 Einwohnern pro Quadratkilometer. Die Bevölkerungsverteilung ist jedoch regional sehr unterschiedlich: Es gibt große Gebiete, die fast unbewohnt sind, während andere Regionen eine relativ hohe Bevölkerungsdichte aufweisen. 63 Prozent der Einwohner leben in Städten (2005). Das Bevölkerungswachstum beläuft sich auf 1,9 Prozent pro Jahr (2008).
Größte Stadt der Philippinen ist die Hauptstadt Manila mit etwa 10,4 Millionen Einwohnern (2003) in der Agglomeration. Die Stadt verfügt über den wichtigsten Hafen und ist bedeutendster Produktionsstandort des Landes. Weitere wichtige Städte sind Quezon City (2,39 Millionen), das von 1948 bis 1976 die Hauptstadt des Landes war, Davao (1,40 Millionen), Cebu (662 000) und Zamboanga (769 000).
Amtssprache auf den Philippinen ist Filipino (früher Pilipino geschrieben), das sich aus dem auf Luzon üblichen Tagalog entwickelte. Im Bildungswesen, in der Verwaltung und in der Wirtschaft wird Englisch verwendet. Insgesamt werden auf den philippinischen Inseln rund 80 Sprachen und Dialekte gesprochen, von denen etwa zehn zur austronesischen (malaiopolynesischen) Sprachfamilie gehören und nur regionale Bedeutung haben.
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