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Windows Live® Suchergebnisse Bretonische LiteraturEnzyklopädieartikel
Bretonische Literatur, die Literatur der Bretonen, die sich im 5. und 6. Jahrhundert in der Bretagne niederließen. Die bretonische Literatur lässt sich in drei Perioden einteilen: in die alte, die mittlere und die moderne bretonische Literatur. In seiner frühesten schriftlich erhaltenen Form, die die Forschung zwischen dem 7. und 11. Jahrhundert ansiedelt, erscheint das Bretonische in Form von Glossen zu lateinischen Texten. Der älteste erhaltene fortlaufende Text in dieser Sprache besteht aus sechs oder sieben Zeilen zu einem lateinischen Manuskript aus dem 14. Jahrhundert, das im Jahre 1913 entdeckt wurde. Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert ist eine relativ umfangreiche religiöse Literatur entstanden, die vor allem aus Mysterien- und Mirakelspielen sowie Heiligenviten besteht. Mellezour an Maru (Spiegel des Todes), ein langes Gedicht aus dem frühen 16. Jahrhundert, beschäftigt sich mit dem Jüngsten Gericht. Das erste bedeutende Prosawerk in bretonischer Sprache trägt den Titel Buhez an itron Sanctes Cathell (Das Leben der heiligen Katharina). In weiten Teilen handelt es sich dabei um Übersetzungen, die auf einer lateinischen Quelle beruhen; das Werk erschien 1576. Im 19. Jahrhundert erlebte die Bretagne eine literarische Wiedergeburt. 1827 hat Jean-François Le Gonidec die Bibel ins Bretonische übertragen und zudem bretonische Wörterbücher und Grammatiken verfasst, mittels derer er die bretonische Sprache reformierte und modernisierte. Während dieser Zeit wurden auch viele bislang nur mündlich überlieferte Gedichte, Sagen, Sprichwörter und Rätsel schriftlich festgehalten und veröffentlicht. Großen Einfluss auf die Wiederbelebung der bretonischen Literatur hatte u. a. die Veröffentlichung einer Sammlung alter Volkslieder im Jahre 1839, die unter dem Titel Barzaz Breiz (Dichtung der Bretagne) erschien. Der Herausgeber Hersart de la Villemarqué vereinte in dieser Sammlung eine Vielzahl mündlich überlieferter Lieder, Heldengedichte, Balladen und Gesänge, die er zum Teil stark überarbeitete oder frei nachdichtete. Trotz Zweifeln an der Echtheit der Lieder hatte das Werk weit reichenden Erfolg und übte große Wirkung auf spätere Sammler und Dichter wie Anatole Le Braz aus. Ein weiterer bretonischer Dichter namens Prosper Proux, der den Band Poems of a Man from Cornwall (1839) verfasste, wurde zu einem der beliebtesten bretonischen Schriftsteller des frühen 19. Jahrhunderts. Im zweiten Viertel des 20. Jahrhunderts setzte eine literarische Renaissance ein, die durch den Kreis um R. Hemon bewirkt wurde und zur Entwicklung einer modernen bretonischen Literatur beitrug. Das Werk dieser Autoren ist in Zeitschriften wie Gwalarn (Der Nordwesten, 1925-1944) enthalten, die ab 1946 als Al Liamm (Das Band) weitergeführt wurde. Wissenschaftliche Werke über die bretonische Sprache wurden veröffentlicht, und einige Schriftsteller verzeichneten bescheidene Erfolge. Das Buch Itron Varia Garmez (1942, Unsere liebe Frau vom Karmel) von Youenn Drezen gilt als einer der besten modernen Romane in bretonischer Sprache. Als führende Vertreter der modernen bretonischen Lyrik seien zwei Dichter erwähnt, Jean Pierre Colloc’h, der religiöse Gedichte schrieb, die 1921 posthum mit französischer Übertragung veröffentlicht wurden, sowie Roperzh Er Mason, der eindrucksvolle Naturlyrik verfasste. Das Drama hat seit dem Mittelalter einen festen Platz in der bretonischen Literatur. Eine neue Schule des modernen bretonischen Dramas begründete neben anderen Tanguey Malmanche.
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