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Windows Live® Suchergebnisse Leo I., der Große, heiligerEnzyklopädieartikel
Leo I., der Große, heiliger (um 400 bis 461), Papst (440-461); unter ihm erfuhr das Primatsbewusstsein des römischen Bischofs, die Vorstellung der Vormachtstellung des römischen Bischofs gegenüber dem gesamten Episkopat und der gesamten Kirche, einen ersten Höhepunkt. Einer Familie Tusziens entstammend, stieg Leo in der römischen Kirche unter Cölestin I. zum Archidiakon auf, und am 29. September 440 wurde er als Nachfolger von Sixtus III. zum Bischof von Rom geweiht. Seinen seelsorgerischen Eifer beweisen 97 überlieferte Predigten. Bezeugt sind auch seine Bautätigkeit und seine Sorge für eine würdige Ausgestaltung der Liturgie. Sein 137 Stücke umfassendes Briefcorpus (davon 30 Briefe an ihn) erweist seine vorzügliche literarische und juristische Bildung und bietet Beispiele dafür, wie er die päpstliche Autorität in Lehre und Jurisdiktion nach außen hin geltend machte. Kaiser Valentinian III. bestätigte Leo 445 urkundlich die Jurisdiktion über alle Provinzen des Weströmischen Reiches. Leos juristische Eingriffe betrafen die Bistümer Arles und Thessaloniki, dazu kam eine ganze Reihe von Disziplinarentscheidungen in Italien, Spanien und Mauretanien. Seine Lehrautorität brachte Leo im Westen gegenüber Häresien (Manichäismus, Pelagianismus, Arianismus etc.) zur Geltung. Auf die Ostkirche wirkte er durch ein gegen die Monophysiten gerichtetes Lehrschreiben über die doppelte Natur Christi ein, das zwar in der später von Leo so genannten „Räubersynode” von Ephesos (449) durch den Patriarchen von Alexandria unterdrückt wurde, aber für das Konzil von Chalkedon (451) die maßgebliche Glaubensdefinition darstellte. Den 28. Kanon der Beschlüsse von Chalkedon, der den Primat Roms insofern einzuschränken suchte, als er den Patriarchen von Konstantinopel dem Bischof von Rom gleichstellte, erkannte Leo nicht an. Um seine bzw. die Interessen des Bischofs von Rom im Osten zu wahren, richtete er in Konstantinopel eine ständige päpstliche Gesandtschaft ein. Im Westen, wo sich der Niedergang des Römischen Reiches beschleunigte, bewog Leo 452 bei Mantua die Hunnen unter Attila zum Abzug, und 455 überzeugte er den Wandalenkönig Geiserich, der Rom erobert hatte, die Bevölkerung zu schonen. Leos Name blieb nicht nur durch seine prägnanten Formulierungen der Primatslehre lebendig, sondern auch durch Teile seiner Gesetzgebung und durch grundlegende theologische Lehren. Er starb am 10. November 461 in Rom und wurde als erster Papst in Sankt Peter in Rom begraben. Sein Festtag ist der 10. November (in der orthodoxen Kirche der 18. Februar). Leo wurde 1754 zum Kirchenvater erklärt.
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