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Wales

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Artikelgliederung
6.3

Industrie

Die Raffinierung von Metallerzen, die überwiegend importiert werden, stellt den wichtigsten Zweig der Fertigungsindustrie dar. Fast das gesamte Weißblech und ein großer Teil des Aluminiums und des Stahlblechs, die in Großbritannien hergestellt werden, entstehen in walisischen Fabriken. Seit den vierziger Jahren entstanden viele neue Industriezweige; dazu gehören Ölraffinerien sowie die Fertigung von Plastikteilen, elektronischen Geräten, Kunstfaserprodukten und Teilen für die Kraftfahrzeugindustrie. Milford Haven im Südwesten von Wales hat sich dabei zu einem großen Erdöl-Importhafen und Raffineriezentrum entwickelt.

6.4

Energie

Wales verfügt über große Wasserkraftreserven, und ein großer Teil der in Wasserkraftwerken erzeugten Energie wird nach England exportiert.

7

Geschichte

Die frühesten Bewohner von Wales waren wie im restlichen Britannien die Iberer. Ihnen folgten die Kelten, wahrscheinlich zuerst aus dem gälischen Bereich, obwohl in der geschichtlichen Frühzeit Wales wie Britannien von kymrischen oder bretonischen Kelten besetzt war. Zur Zeit der Ankunft der Römer im Jahr 55 v. Chr. stellten die Waliser eine Mischung aus den primitiven Iberern mit den später eingedrungenen Kelten dar. Sie trugen den allgemeinen Namen Cymry.

Nach einem langen Kampf vollendete der römische Kaiser Vespasian die Unterwerfung dieser Stämme während seiner Regentschaft (69-79 n. Chr.). Die keltischen Bewohner Englands, die vor der Angriffswelle der Angelsachsen im 5./6. Jahrhundert flohen, fanden Zuflucht in den walisischen Bergen. Dort vermischten sie sich mit der Zeit mit den ansässigen Walisern und bewahrten ihre Unabhängigkeit gegen die Eroberer. Das Land wurde in verschiedene Gebiete aufgeteilt, darunter Gwynedd, Gwent, Dyved und Powys. Während der Regentschaft von Offa, König von Mercia, wurde Offa’s Dyke errichtet, ein Wall, der entlang der walisischen Grenze verlief und Wales vor dem Einfluss der Engländer schützte.

7.1

Unterwerfung durch England

In den Jahren 1062 bis 1064 überrannte Harold Godwinson (später Harold II.) Wales mit einer englischen Armee, und zwar nach einem Kampf mit dem König von Gwynedd. Wilhelm I., der Eroberer, erzwang von den walisischen Prinzen die Anerkennung seiner Oberhoheit, doch sie überfielen die englische Grenze. Als Schutz gegen diese Überfälle errichteten die ersten normannischen Könige einige feudale Lordships mit sehr weitgehenden Rechten, die so genannten Lords of the Marches. Obwohl diese Lords aus der Grenzmark auch für Unruhe sorgten und dem König oft Schwierigkeiten bereiteten, erfüllten sie doch den von England beabsichtigten Zweck und hielten die Waliser aus ihrem Land fern. 1136 gelang den Walisern ein Sieg über Heinrich I., König von England, doch Heinrich II. bezwang sie erneut. Llywelyn ap Gruffyd, Prinz von Nordwales, bekämpfte zusammen mit Simon de Montfort Heinrich III., unterwarf sich aber später dem König. 1273 verweigerte er jedoch dem neuen englischen König, Eduard I., den Gehorsam. Dieser marschierte daraufhin 1276 in Wales ein und zwang Llywelyn, sich unter demütigenden Bedingungen zu unterwerfen. Dazu gehörte die Übergabe des östlichen Teiles seiner Ländereien und das jährliche Bekenntnis zur Lehnstreue. Llywelyn rebellierte 1282, doch er starb in einer Schlacht. Sein Bruder David ap Gruffyd, der den Kampf weiterführte, wurde 1283 gefangen genommen und enthauptet. 1284 schloss Eduard I. die Eroberung von Wales ab. Unter den Bedingungen des Statute of Rhuddlan wurde Wales zum englischen Fürstentum.

7.2

Letzter Aufstand der Waliser

1301 verlieh Eduard I. seinem ältesten überlebenden Sohn, dem späteren König Eduard II., geboren in Caernarfon in Wales, den Titel des Prince of Wales. Seitdem wurde traditionell der erstgeborene Sohn jedes englischen Monarchen zum Prince of Wales. Damals war der Stolz der Waliser durch die Regentschaft eines gebürtigen Landsmannes zunächst zufrieden gestellt; etwa die nächsten 100 Jahre verhielten sie sich zwar loyal, doch die nationale Gesinnung lebte fort, genährt und bestärkt durch walisische Lieder und Gedichte. Als Heinrich IV. den englischen Thron bestieg, brach in Wales ein Aufstand aus, der unter der Führung von Owen Glendower (Owain Glyn Dwr) 1402, bedrohlich wurde. Heinrich IV. drang wiederholt in das Land ein, doch dieser letzte nationale Aufstand wurde erst nach dem Tod Glendowers, etwa um 1416, endgültig niedergeschlagen. Die Waliser unterwarfen sich. Anschließend unterstützten sie Henry Tudor, den späteren Heinrich VII. und ersten Tudorkönig, bei seinem Anspruch auf den englischen Thron, da sie ihn als Landsmann betrachteten. Die Tudorpolitik gegenüber Wales betonte die Integration und Gleichheit des Landes gegenüber England. Durch den Act of Union von 1536 wurde Wales mit England vereinigt. Seine Bewohner erhielten alle Rechte und Privilegien englischer Staatsbürger. Walisische Abgeordnete übernahmen Sitze im englischen Parlament; Gewohnheitsrechte der Waliser, die sich von denen in England unterschieden, wurden abgeschafft. Der walisische Adel übte zwar weiterhin die lokale Herrschaft aus, aber im Namen des britischen Königs, der ihnen die Ländereien übertrug.

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