![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse PalästinaEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Palästina, häufig auch Heiliges Land genannt, historisches Gebiet, dessen politische Grenzen seit dem Altertum beträchtlichen Veränderungen unterworfen waren. Palästina liegt im Nahen Osten und grenzt im Westen an das Mittelmeer. Von seiner Ausdehnung her entspricht es etwa dem Gebiet der heutigen Staaten Israel und Jordanien (ohne die Wüstengebiete im Nordosten und Südosten).
Mehrere naturräumliche Einheiten prägen die Region. Von West nach Ost sind dies die Küstenebene, die Hügel- und Bergketten von Galiläa, Samaria und Judäa sowie das Tal des Jordan. Im äußersten Süden befindet sich die Negev, eine unwegsame Wüstenlandschaft. Die vertikale Ausdehnung reicht von 408 Metern unter dem Meeresspiegel an der Oberfläche des Toten Meeres (niedrigster Punkt der Erdoberfläche) bis zu 1 020 Metern auf dem Gipfel des Berges Hebron. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind die Jesreel-Ebene im Landesinneren sowie die Sharon-Ebene an der Küste, die am dichtesten besiedelte Region Israels. Die Jahresniederschläge sind gering und beschränken sich fast ausschließlich auf die Wintermonate. Der restliche Teil des Jahres ist durch lang anhaltende Trockenheit gekennzeichnet. Der Jordan ist mit 320 Kilometern der längste Fluss der Region. Er fließt in südlicher Richtung, quert den See Tiberias (Genezareth) und mündet in das stark salzhaltige Tote Meer.
Seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. sind in Palästina Stadtstaaten nachweisbar, die unter dem Einfluss von Ägypten standen. In Palästina trafen die Verkehrswege von drei Kontinenten aufeinander. Dadurch wurde es zum Schnittpunkt für religiöse und kulturelle Einflüsse aus Ägypten, Syrien, Mesopotamien und Kleinasien. Die Vormachtstellung Ägyptens war im Lauf des 2. Jahrtausends v. Chr. bedroht durch die Einwanderung von Amoritern, Hethitern und Hurritern. Diese wurden jedoch von den Ägyptern besiegt und gingen im Volk der Kanaaniter auf, das zu dieser Zeit wohl aus rund 200 000 Menschen bestand. Nach dem 14. Jahrhundert v. Chr. wurde die Macht Ägyptens schwächer. Neue Einwanderer kamen in die Region: die Israeliten, eine Gruppe semitischer Stämme aus Mesopotamien, und die Philister, ein Volk indoeuropäischer Abstammung aus der Ägäis.
Israelitenstämme wanderten in das Gebiet ein, wahrscheinlich bereits einige Jahrhunderte bevor Moses sein Volk aus der Sklaverei Ägyptens führte (1270 v. Chr.) und Josua Teile Palästinas eroberte (1230 v. Chr.). Die Eroberer siedelten im Hügelland, konnten jedoch nicht ganz Palästina besetzen. Schließlich besiegten die Israeliten um 1125 v. Chr. die Kanaaniter, doch ihr Kampf gegen die Philister erwies sich als schwieriger. Diese hatten an der Südküste Palästinas einen unabhängigen Staat errichtet und kontrollierten eine Reihe von Städten. Da sie militärisch besser organisiert waren und bereits Eisenwaffen verwendeten, bescherten sie den Israeliten um 1050 v. Chr. eine schwere Niederlage. Die Bedrohung durch die Philister zwang die Israeliten dazu, sich zu vereinigen und eine Monarchie zu begründen. Schließlich besiegten sie unter König David die Philister kurz nach 1000 v. Chr. und vermischten sich schließlich mit den Kanaanitern. Die Einheit Israels und die Schwäche der angrenzenden Reiche ermöglichten es David, einen großen, unabhängigen Staat zu schaffen, dessen Hauptstadt Jerusalem wurde. Nachdem Israel unter der Herrschaft von Davids Sohn und Nachfolger Salomo eine Zeit des Friedens und des Wohlstandes genossen hatte, wurde das Königreich nach seinem Tod 922 v. Chr. geteilt in das Reich Israel im Norden und das Reich Juda im Süden. Als die umgebenden Reiche anfingen, sich erneut auszudehnen, konnte das geteilte Volk der Israeliten seine Unabhängigkeit nicht länger bewahren. Israel fiel zwischen 722 und 721 v. Chr. an Assyrien. Juda wurde 586 v. Chr. durch die Babylonier erobert, die Jerusalem zerstörten und die meisten der dort lebenden Juden verbannten.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |