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Blatt

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1

Einleitung

Blatt, ein Organ der Pflanze, mit dem diese im Licht aus Wasser und Kohlendioxid organische Verbindungen für Ernährung und Wachstum synthetisiert.

Blätter sind Seitenorgane von Stängeln und Zweigen. Blätter, die nicht für spezielle Aufgaben umgebildet sind, bestehen normalerweise aus einem Blattstiel, Petiolus genannt, und einem flächigen Teil, der Blattspreite, die landläufig auch als das eigentliche Blatt bezeichnet wird. Meist auf der Unterseite des Blattes findet man Poren, die dem Austausch von Wasserdampf, Kohlendioxid und Sauerstoff dienen und die als Spaltöffnungen bezeichnet werden. Die grüne Farbe der meisten Laubblätter ist auf das Chlorophyll zurückzuführen, einen grünen Farbstoff, der in den Zellen in Chloroplasten eingelagert und sehr ähnlich wie der rote Blutfarbstoff Hämoglobin aufgebaut ist. Mit Hilfe des Licht absorbierenden Chlorophylls synthetisieren die Pflanzen aus Kohlendioxid, Wasser und Nährstoffen alle Verbindungen, aus denen sie aufgebaut sind und die sie für ihren Stoffwechsel benötigen (siehe Photosynthese).

Nicht alle Blätter sind grün, viele besitzen weitere Farbstoffe (siehe Pigmente), die das Grün des Chlorophylls überdecken können, ohne die Photosynthese zu behindern, wie dies bei den kräftig rot gefärbten Blättern des Fächerahorns der Fall ist. Die Blätter mancher Pflanzen können auch bunt gefleckt sein oder durch weiße, chlorophyllfreie Stellen (panaschiert) der Pflanze ein auffälliges Aussehen verleihen. Die Herbstfärbung der Blätter sommergrüner Bäume entsteht hauptsächlich dadurch, dass das Chlorophyll im Verlauf der Mobilisierung der Reservestoffe zu braunen Verbindungen abgebaut wird, vorher überdeckte Pigmente zum Vorschein kommen oder gar neue Farben, vor allem in Abhängigkeit von den Herbsttemperaturen, gebildet werden.

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Blattformen

Pflanzen werden zwar meist anhand des Bauplans ihrer Blüten bestimmt, doch ist auch die Blattform ein wichtiges, zusätzliches Merkmal. Grundsätzlich unterscheidet man einfache Blätter, deren Blattspreite ungeteilt ist wie bei der Eiche, und zusammengesetzte Blätter, deren Blattspreite aus mehreren Teilblättchen besteht wie beim Kleeblatt. Blätter, deren Teilblättchen in zwei gegenüberliegenden Reihen von einer Mittelrippe ausgehen (wie beim Goldregen), werden als gefiedert bezeichnet; Blätter, deren Teilblättchen von einem einzelnen Punkt ausgehen und wie ein Fächer angeordnet sind (wie bei der Rosskastanie), nennt man fingerförmig gefiedert.

Blätter besitzen in ihrem Innern je nach Gliederung ein oder mehrere Leitbündel, die umgangssprachlich auch als Adern oder Nerven bezeichnet werden. Sie sind meist von starkem Stützgewebe umgeben und festigen dadurch das Blatt. In diesen Blattadern wird der photosynthetisch gebildete Zucker aus den Blättern in den Stängel und die Wurzel abtransportiert und gleichzeitig das Wasser aus der Wurzel herangeschafft. Die Anordnung der Adern in einem einfachen Blatt oder Teilblatt folgt bei einer Zweikeimblättrigen Pflanze einem vergleichbaren Muster, da alle Bereiche eines Blattes versorgt werden müssen. So hat ein fingerförmig unterteiltes Blatt, wie beim Ahorn, mehrere nahezu gleich dicke Adern, die von der Basis der Blattspreite her fächerförmig verlaufen und sich in Seitenrippen verzweigen. Die Winkel, in denen die Blattadern an ihren Knotenpunkten zueinander stehen, folgen mechanischen Gesetzen und sind nicht artspezifisch bedingt; dies berichteten französische Forscher 2002 in der Zeitschrift Physical Review. Die Blätter vieler, aber nicht aller Einkeimblättrigen Pflanzen weisen nahezu gleiche parallele Adern auf, die am Blattgrund entspringen und an der Spitze oder in ihrer Nähe enden. Die Blätter der meisten Farne und einiger weniger höherer Pflanzen, beispielsweise des Ginkgo mit seinen fächerartigen Blättern, weisen eine Gabeladerung auf.

Große Unterschiede bestehen in der Art der Verbindung zwischen Blatt und Sprossachse. Bei den Zweikeimblättrigen Pflanzen umgreift meist die Basis des Blattstieles, auch Blattgrund genannt, den Stängel mehr oder weniger massiv. Bei den meisten Einkeimblättrigen Pflanzen fehlt jedoch oft der Blattstiel, der Blattgrund ist eine breite, flache Blattscheide, die den Stängel umfasst. Besonders gut ist dies bei den Gräsern zu erkennen, deren Blattgrund an einem Knoten des Stängels ansetzt, diesen rinnenförmig umfasst, bis nach etwa einem Drittel der Blattlänge die Blattspreite seitlich vom Stängel absteht. An der Blattbasis findet man gelegentlich sogenannte Nebenblätter, die auch Stipeln genannt werden. Sie können als Höcker, winzige Blättchen oder gar Dornen ausgebildet sein.

Die Blattstellung ist bei den einzelnen Pflanzenarten charakteristisch. Grundsätzlich gibt es zwei Haupttypen: Die Blätter können in einer Spirale um den Stängel sitzen (schraubige Blattstellung) oder einander auf gleicher Höhe paarig gegenüberstehen (gegenständige Blattstellung). Stehen die Blattpaare zu den vorhergehenden jeweils um 90 Grad gedreht (wie bei den Lippenblütlern), so spricht man von kreuzgegenständiger Blattstellung. Befinden sich mehr als zwei Blätter auf derselben Höhe an einem Stängel, so wird dies als wirtelige Blattstellung bezeichnet.

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Anpassungen

Form und Bau der Blätter sind an die Lebensverhältnisse der Pflanze angepasst. Ein typisches Blatt aus den gemäßigten Zonen mit mittlerer Feuchtigkeit unterscheidet sich stark von einem Blatt einer Pflanze aus feuchten, tropischen oder kalten, trockenen Zonen. Die meisten Blätter haben eine flache Blattspreite, so dass möglichst viel Oberfläche dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Koniferen jedoch, die an kalte, windige Gegenden angepasst sind, haben nadelförmige Blätter, die den austrocknenden Winterwinden möglichst wenig Oberfläche bieten. Bei Pflanzen aus trockenen Zonen, beispielsweise der Aloe, sind die Blätter häufig dick und schwammartig, da sie als Wasserspeicher fungieren. Bei den Kakteen sind alle Blätter „kompromisslos” zu Dornen umgewandelt; Photosynthese und Wasserspeicherung übernimmt hier der Spross (Stängel). Blätter von Pflanzen aus dem äußerst feuchten tropischen Regenwald sind meist so gebaut, dass ihre Spaltöffnungen im Extremfall auf kleinen Blatthügeln (Kaminen) sitzen, damit der Wind trotz der Luftfeuchte von 100 Prozent noch überschüssiges Wasser als Wasserdampf aus den Spaltöffnungen ziehen kann.

Viele Organe der Pflanze haben kaum mehr eine Ähnlichkeit mit Laubblättern, sind aber von der embryonalen Anlage her ursprünglich Blätter. Die beiden Kotyledonen oder Keimblätter, welche die beiden Hälften eines Bohnensamens oder einer Erdnuss ausmachen, dienen beispielsweise dazu, den jungen Keimling mit Nahrung zu versorgen, sehen aber anders aus als die danach entwickelten Blätter. Schuppen, die junge Knospen schützen, sind ebenfalls speziell umgewandelte Blätter. Auch die Ranken vieler Kletterpflanzen sind ihrer Abstammung nach eigentlich Blätter – nur ohne entwickelte Blattspreiten. Manche Dornen (nicht aber Stacheln!) wie bei Robinien oder Kakteen sind ebenfalls umgebildete Blätter. Alle Blütenorgane wie Kelchblätter, Kronblätter, Staubblätter und Fruchtblätter entstehen aus genetisch umprogrammierten Blattanlagen – der Name -blätter deutet ja schon darauf hin. Gelegentlich trifft man wie bei der Kornelkirsche, der Bougainvillea oder dem besonders prächtigen roten Weihnachtsstern (siehe Wolfsmilchgewächse) auf sogenannte Hochblätter, welche den eigentlichen, sehr unscheinbaren Blüten einen attraktiven Rahmen verleihen und als Lockmittel für bestäubende Insekten dienen. Wie die Blattorgane der Blüte betreiben auch sie keine Photosynthese mehr. Die größten Blätter besitzt die Raphiapalme aus Zentralafrika; sie werden bis 25 Meter lang und drei Meter breit.

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