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Grammatik

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Artikelgliederung
1

Einleitung

Grammatik (griechisch gramma: Buchstabe; grammatikos: die Buchstaben betreffend), Teildisziplin der Sprachwissenschaft, die je nach Ansatz verschiedene Gegenstandsbereiche umfasst.

2

Gegenstandsbereiche des modernen Grammatikbegriffs

1.) Grammatik als Sprachtheorie, d. h. als Gerüst zur Abbildung von sprachlicher Kompetenz bzw. von allgemeiner Sprachfähigkeit (im Gegensatz zur individuellen Sprachverwendung). Kompetenz bezeichnet dabei das im Erstspracherwerbsprozess erworbene (unbewusste) Wissen über die eigene Sprache. Sie erlaubt dem Sprecher, eine unendliche Zahl von Äußerungen hervorzubringen und auch zu verstehen. (Unter den Bereich Grammatik als Sprachtheorie fallen die so genannten generativen Grammatiktheorien.)

2.) Grammatik als Regelsystem, das sämtlichen Äußerungen und dem Verstehen dieser Äußerungen zugrunde liegt. Grammatik wird hier als eine deskriptive bzw. objektive Beschreibung des synchronen Sprachstandes aufgefasst. (Hierzu zählen z. B. die so genannten Referenzgrammatiken.)

3.) Grammatik als systematische Darstellung sämtlicher formaler Regeln einer natürlichen Sprache, z. B. in Form eines Nachschlagewerkes. Hier wird Grammatik nicht primär objektiv beschrieben, sondern hat eine normative Funktion: Sie belehrt über den richtigen Gebrauch von Sprache. Neben diese traditionellen Schulgrammatiken sind in den letzten Jahren kontrastive Grammatiken für den Fremdsprachenunterricht getreten, die das Ziel haben, Interferenzerscheinungen zwischen den behandelten Sprachen aufzuzeigen. (Hierunter fallen so genannte didaktische Grammatiken und die kontrastiven Grammatiken).

4.) Grammatik als Lehre von den morphosyntaktischen Regeln einer natürlichen Sprache. Hier bleiben die Bereiche Phonetik, Phonologie und Semantik unberücksichtigt.

3

Anwendungsbereiche des Grammatikbegriffs

Allgemein müssen zwei Anwendungsbereiche für den Begriff Grammatik unterschieden werden: der allgemeine und der spezifische Gebrauch. Der allgemeine Gebrauch des Begriffs macht Grammatik zum Oberbegriff über die Teilgebiete Phonologie, (Morpho-)Syntax und Semantik. Wird der allgemeine Grammatikbegriff verwendet, bezeichnet „Grammatik” sehr häufig auch das Grammatikbuch selbst. Innerhalb des spezifischen Gebrauches ist „Grammatik” als gleichwertig mit den Bereichen Phonologie und Semantik zu setzen. Grammatik ist dann zu verstehen als (Morpho-)Syntax.

4

Zum Aufbau von Grammatiken

In der Regel bestehen Grammatiken – verstanden als Buch – aus einem festgelegten Kanon: Dazu gehören zunächst eine Darstellung der Laute der Sprache (Lautlehre), eine Darstellung der Wortarten und -formen (oft inklusive der Wortbildungsmechanismen) und schließlich die Syntax als Lehre der Satzglieder, der Satzarten und der Verbindung von Sätzen (Koordination und Subordination). Neben diesen findet sich häufig auch ein Kapitel zur Schreibung (Graphematik). Einige moderne Grammatiken gehen inzwischen über die Ebene des Satzes hinaus und beschäftigen sich mit den Mitteln der Textkonstitution, sie nennen auch textsyntaktische und textgrammatische Regeln. Solche Grammatiken werden als Textgrammatiken bezeichnet (siehe Textlinguistik).

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