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Fra Angelico

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Verkündigung an Maria (1430-1445), Prado, MadridVerkündigung an Maria (1430-1445), Prado, Madrid
Artikelgliederung
1

Einleitung

Fra Angelico, eigentlich Guido di Pietro, Ordensname Fra Giovanni da Fiesole, genannt Beato Angelico (italienisch: der Engelhaft-Selige; um 1400 bis 1455), italienischer Dominikanermönch und bedeutender religiöser Maler am Übergang von der Gotik zur Frührenaissance, der besonders Fresken und Altarbilder schuf, die von tiefer Gläubigkeit ebenso wie von einer bei seinen Zeitgenossen geschätzten Lieblichkeit durchdrungen sind.

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Die Zeit in Fiesole

Geboren in Vicchio di Mugello in der Toskana, trat er um 1420 in das Dominikanerkloster San Domenico in Fiesole ein, wo er etwa 1425 das Mönchsgelübde ablegte. Über seine künstlerische Ausbildung, die wohl mit der Illuminierung von Messbüchern und Handschriften begonnen haben dürfte, ist kaum etwas bekannt. Zu seinen bedeutendsten Frühwerken, die hauptsächlich Altarbilder umfassen, gehören die Madonna della Stella (Sternenmadonna, um 1428 bis 1433, Museo di San Marco, Florenz) verschiedene Versionen der Marienkrönung aus den dreißiger Jahren seines Jahrhunderts (heute Museo di San Marco, Florenz, und Louvre, Paris), die in leuchtenden Farben und reicher Vergoldung gehalten sind, eine Kreuzabnahme und ein Jüngstes Gericht (ebenfalls Museo di San Marco, Florenz) etwa aus der gleichen Zeit. Sein reifer Stil fand besonders in dem für die Zunft der Leineweber geschaffenen Tabernakel (Tabernacolo dei Linaiuoli) einer Thronenden Madonna mit Kind, umgeben von zwölf musizierenden Engeln (1433, Museo di San Marco, Florenz) seinen Ausdruck.

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Die Zeit in Florenz und Rom

1436 zog der Dominikanerorden von Fiesole in das ehemalige Salvestriner-Kloster von San Marco in Florenz um. Cosimo der Alte de’ Medici beauftragte Michelozzo mit dem Umbau des Gebäudes, das Fra Angelico, mit Unterstützung von Gehilfen, im Kreuzgang, im Kapitelsaal, in den Korridoren und Mönchszellen mit Fresken in zarten und leuchtenden Farben ausschmückte. Zu seinen beeindruckendsten Darstellungen gehören die Kreuzigung mit Madonna und Heiligen (Kapitelsaal) sowie die Darstellungen der Verkündigung und Transfiguration. Sein ehemaliges Hochaltargemälde für San Marco, Maria mit Kind, Engeln und Heiligen, darunter die heiligen Cosmas und Damian (um 1439), ist eine der frühesten Darstellungen des besonders in der Renaissancemalerei beliebten Motivs der Santa (oder Sacra) Conversatione (italienisch: Heilige Unterhaltung): der meist etwas erhöht wiedergegebenen Madonna im Gespräch mit Heiligen.

1445 wurde Fra Angelico von Papst Eugen IV., der seine Fresken in Florenz gesehen hatte, nach Rom gerufen, um die Cappella del Santissimo Sacramento im Vatikan, die heute nicht mehr existiert, mit Fresken auszuschmücken. 1447 schuf Angelico zusammen mit seinem Schüler Benozzo Gozzoli die Wandmalereien für die Cappella di San Brizio im Dom von Orvieto, die später von Luca Signorelli vollendet wurden. Eines seiner letzten bedeutenden Werke, die Fresken für eine von Papst Nikolaus V. im Vatikan in Auftrag gegebene Kapelle, stellt Szenen aus dem Leben der heiligen Stephanus und Laurentius (1447-1449) dar, die wahrscheinlich nach Skizzen Angelicos von seinen Schülern ausgeführt wurden (Vatikanische Museen, Cappella Niccolina, Rom). Von 1449 bis 1452 war Angelico Prior seines ehemaligen Klosters in Fiesole. Er starb am 18. März 1455 im Dominikanerkloster in Rom. 1984 wurde Fra Angelico seliggesprochen.

In seinen Werken kombinierte er Einflüsse des elegant-dekorativen internationalen gotischen Stiles, wie sie in Anklängen bereits im Werk Gentile da Fabrianos auftauchen, mit der plastischeren Figurengestaltung der Renaissancemalerei, zu deren Begründern Masaccio gehörte. Seine in lichtglänzenden, transparent wirkenden Farben (vor allem Gold und Blau) gehaltenen Szenen besitzen eine zum Teil märchenhafte, von religiösem Pathos durchwirkte Ausstrahlung. Seinen höchsten Ausdruck erreichte er in der Darstellung von Figuren von tiefer Innerlichkeit und weltabgewandter Frömmigkeit. Die „Engelsgleichheit” seiner Figuren verschaffte ihm seinen Künstlernamen. Anregungen erhielt er auch von Bildhauern und Baumeistern wie Donatello, Lorenzo Ghiberti oder Filippo Brunelleschi, die ebenfalls in Florenz arbeiteten und ihn mit den neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Raumerfassung vertraut machten (Siehe auch Perspektive), wie sie beispielsweise Leon Battista Alberti in seinen bautheoretischen Schriften formulierte.

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