Auswahl der Encarta-Redaktion
Gute Bücher zum Thema "Kannibalismus", ausgewählt von den Encarta-Redakteuren.
Suche in Encarta
In Encarta suchen nach Kannibalismus

Windows Live® Suchergebnisse

  • Kannibalismus – Wikipedia

    Als Kannibalismus wird das Verzehren von Artgenossen oder Teilen derselben bezeichnet. Insbesondere versteht man darunter den Verzehr von Menschenfleisch durch Menschen ...

  • China Intern - Neues vom Kannibalismus in China - Warnhinweis ...

    Wie angekündigt, veröffentlichen wir hier erneut Bilder einer Art von Kannibalismus, den Prozess der Verarbeitung von Menschenfleisch zu Dosenfleisch. Sicher finden sich ... 08 ...

  • Kannibalismus

    Aktuelles - Kani-Plus: Unsere Antwort auf Kannibalismus [zurück...] "Warum zeigen meine Schweine Kannibalismus und was kann ich dagegen tun?

Alle Suchergebnisse anzeigen:
Windows Live® Suchergebnisse

Kannibalismus

Enzyklopädieartikel

Kannibalismus, in der Ethnologie und Soziologie Bezeichnung für den Verzehr menschlichen Fleisches durch andere Menschen. Im aktuellen wissenschaftlichen Sprachgebrauch wird der Begriff Anthropophagie bevorzugt, um so den Unterschied zum Kannibalismus im Tierreich deutlich zu machen. Der Begriff Kannibalismus ist abgeleitet von dem Wort Canibales, der spanischen Bezeichnung für die Ureinwohner der Karibik, die auf den westindischen Inseln lebten, als Christoph Kolumbus in Amerika eintraf und denen man nachsagte, dass sie Menschenfleisch äßen.

Berichte über kannibalistische Praktiken sind aus allen Teilen der Welt überliefert. Bei diesen Berichten handelt es sich allerdings nie um glaubhafte Augenzeugenberichte, sondern sie beruhen durchweg auf dem Hörensagen. In der abendländischen Tradition wurden vom Mittelalter bis in die Neuzeit die weißen Flecken auf den Landkarten mit „Anthrophagi sunt”, „hier leben Menschenfresser”, beschriftet. Die Europäer hielten die Existenz eines „kannibalischen Äquitorialgürtels” für gegeben. Noch Hegel philosophierte: „Für den sinnlichen Neger ist das Menschenfleisch nur Sinnliches, Fleisch überhaupt”. Andererseits wusste David Livingstone 1865 zu berichten, dass beinahe alle Schwarzen in Angst vor den Weißen leben würden, da sie diese für Kannibalen hielten, die Sklaven als Mast- und Schlachtvieh hielten. Der symbolische Verzehr von Leib und Blut Jesu durch die Christen verunmöglichte es den Missionaren, letzte Zweifel über die christliche Menschenfresserei auszuräumen. Legenden über den unzivilisierten Anderen existieren in den meisten Kulturen.

Einen profanen Kannibalismus, bei dem der menschliche Körper als Nahrung gedient hätte, hat es nach neueren ethnologischen Forschungen gewohnheitsmäßig nie gegeben. Diese Ergebnisse werden auch durch die archäologische Forschung bestätigt: Bissspuren an menschlichen Knochen haben sich bei genauer Untersuchnug immer als von wilden Tieren verursacht erwiesen. Als profaner Kannibalismus kann lediglich der so genannte Hungerkannibalismus gelten. Ein bekannter Fall ereignete sich 1972 in Chile. 16 Fußballspieler aus Uruguay überlebten nach einem Flugzeugabsturz in den Anden, indem sie das Fleisch der verunglückten Passagiere aufaßen.

Inwieweit Berichte über magischen Kannibalismus der Wahrheit entsprechen, bleibt weiterhin umstritten. Beim magischen oder kultischen Kannibalismus werden bestimmte verbrannte Körperteile oder pulverisierte Knochen von einem bestimmten Personenkreis (den Kriegern, den Angehörigen) verzehrt, um sich so die Kräfte des Toten anzueignen. Eine andere Theorie besagt, dass dem kultischen Kannibalismus Rache zugrunde liege: Die Seele eines Feindes wird vollkommen zerstört, wenn man seinen Leichnam isst, weil so der Geist des Toten keine Heimstatt finden kann.

In diesem Artikel suchen
Druckerfreundliche Version der Seite
Versenden




© 2008 Microsoft