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Windows Live® Suchergebnisse ArtussageEnzyklopädieartikel
Artussage, seit dem Mittelalter einsetzende Legendenbildung um die Gestalt des Königs der keltischen Briten, Artus. Die Artussage wurzelt wohl in der keltischen Mythologie und wurde in späteren Überlieferungen immer wieder erweitert. Deshalb ist heute nicht mehr auszumachen, ob es sich bei Artus um eine historische Person gehandelt hat. Der früheste erhaltene Hinweis auf König Artus findet sich in dem walisischen Gedicht Y Gododdin (um 600). Weitere Zeugnisse liefern lateinische Quellen aus dem 9. und 10. Jahrhundert sowie das walisische Mabinogion (um 1100). Hier finden erstmals auch Artus’ Frau Guinevere und einige der Ritter seiner Tafelrunde Erwähnung. Die erste längere Artuserzählung verzeichnet die Historia regum Britanniae (um 1139, Geschichte der Könige Britanniens) des englischen Dichters Geoffrey von Monmouth. Dort wird Artus als Sohn des Königs Uther Pendragon vorgestellt, der, vom Zauberer Merlin erzogen, sein Herrschaftsgebiet auf das europäische Festland ausdehnt. Während eines Feldzuges nach Rom nimmt sein Neffe Mordred ihm Frau und Land. Die Historia erwähnt auch die geheimnisvolle Insel Avalon, ein mythisches Zwischenreich, in das sich Artus nach seiner tödlichen Verwundung im Duell mit Mordred zurückzieht, um zur Rettung des Landes dereinst ruhmreich zurückzukehren. Alle späteren Bearbeitungen basieren auf der Dichtung Geoffreys, so etwa die erste Version der Artuslegende in frühmittelenglischer Umgangssprache, die in Layamons zwischen 1185 und 1216 entstandenem Versepos Brut nahezu ein Drittel einnimmt. Erstmals erscheint hier das magische Schwert Excalibur, das, in einem Felsen steckend, bei seiner glorreichen Rückkehr nur Artus herausziehen kann. Durch Layamons Epos und die französische Übersetzung seines Vorläufers, des anglonormannischen Roman de Brut (1155) von Wace, verbreitete sich die Artuslegende auch auf dem Festland. Bereits im 12. Jahrhundert waren Artusromanzen bis nach Italien vorgedrungen. Diese idealisierten vor allem die höfischen Ideale der Ritterlichkeit und hohen Liebe (Minne). Auch stellten sie Artus’ Gefolgschaft, die Ritter der Tafelrunde (Gawain, Iwein, Erec, Lanzelot, Galahad und andere), ins Zentrum der Betrachtung. Neben Robert de Boron verfasste Chrétien de Troyes den bedeutendsten altfranzösischen Artusroman des Mittelalters. Hier ringt Artus’ Lieblingsritter Lanzelot um die Liebe Guineveres. Auch Parzivals Suche nach dem Gral ist hinzuerfunden. Das Werk Chrétiens übte großen Einfluss auf die zentralen mittelhochdeutschen Epen – den Erec und den Iwein Hartmann von Aues (12. Jahrhundert) sowie den Parzival Wolfram von Eschenbachs (um 1210) – aus. Im frühen 13. Jahrhundert kam die aus einer anderen keltischen Überlieferung stammende Liebesgeschichte um Tristan und Isolde zum mittelalterlichen Artuskomplex hinzu. Im englischsprachigen Raum des 13. und 14. Jahrhunderts stellte die Artusdichtung immer wieder die Heldentaten einzelner Ritter (Parzival und Galahad, vor allem aber Gawain) in den Mittelpunkt. Das anonyme Werk Sir Gawain and the Green Knight (um 1370) ist ein gelungenes Beispiel dieser Tradition. Von Sir Thomas Malory stammt die 21 Bücher umfassende Prosasammlung Le Morte Darthur (gedruckt 1485, Der Tod Arthurs). Malorys Werk wiederum diente Alfred Tennyson als Grundlage für seine Idylls of the King (1859-1885, Königs-Idyllen), einer Allegorie auf die viktorianische Gesellschaft. Bis in die Moderne hinein variierten Dichter den Stoff der Artussage. Zu diesen Varianten gehört etwa Edmund Spensers pathetisches Versepos The Faerie Queene (1590-1596, Fünf Gesänge der Feenkönigin) und Mark Twains Fortschrittssatire A Connecticut Yankee at King Arthur’s Court (1880, Ein Yankee am Hofe des Königs Artus). Wie die späteren Artusromane von Gillian Brandshaw, Sanders Anne Laubenthal und Marion Zimmer Bradley gehört auch das vierbändige Werk The Once and Future King (1939-1958, Der König auf Camelot) des Engländers T. H. White zur Fantasy-Literatur. 1981 wurde Tankred Dorsts Theaterstück Merlin oder das wüste Land im Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführt. Eine musikalische Bearbeitung des Artusstoffes lieferte Richard Wagner mit Parsifal (1882). 1960 entstand das Broadwaymusical Camelot von Alan Jay Lerner und Frederick Loewe, 1975 kam The Myths and Legends of King Arthur and the Knights of the Round Table von Rick Wakeman heraus.
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