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Pontus

Enzyklopädieartikel

Pontus, griechisch Pontos, Königreich und spätere römische Provinz im Nordosten Kleinasiens (in der heutigen Türkei) am Schwarzen Meer bzw. am Pontus Euxinus, von dem es seinen Namen erhielt. Pontus erstreckte sich von Paphlagonien und Bithynien im Westen bis nach Armenien im Osten und Galatien und Kappadokien im Süden. Die Gegend entspricht den heutigen Bezirken von Trabzon und Sivas in der Türkei. Der Name Pontos taucht erstmals im 4. Jahrhundert v. Chr. in Berichten auf und wurde erst nach der Zeit Alexanders des Großen von Makedonien allgemein gebräuchlich. Vor der Eroberung Persiens durch Alexander im Jahr 330 v. Chr. wurde Pontus von einem Satrapen des Persischen Reiches regiert. Das mächtige Königreich Pontus wurde von Mithridates I. um 301 v. Chr. gegründet. Sein Sohn Mithridates II. (gestorben um 265 v. Chr.) hatte die Herrschaft über Paphlagonien und den Norden von Kappadokien inne. Der bedeutendste König von Pontus war Mithridates VI. (130-63 v. Chr.). Die größte Ausdehnung erlangte das Reich unter seiner Herrschaft. Als er aber 66 v. Chr. von dem römischen Feldherrn Pompeius dem Großen besiegt wurde, wurde das Königreich aufgeteilt. Der westliche Teil wurde mit Bithynien zu einer römischen Provinz vereinigt, das Gebiet im Osten wurde den ansässigen Fürsten zugewiesen. 40 v. Chr. gab Antonius die römische Provinz Pontus an Dareios, den Enkel von Mithridates VI., als Königreich zurück. Im Jahr 64 n. Chr. wurde dieses Königreich wieder aufgelöst und der letzte Herrscher abgesetzt. Danach wurde es mit Galatien vereinigt. Im 4. Jahrhundert n. Chr. wurde Pontus unter Kaiser Konstantin I. wieder rechtmäßige eigenständige Provinz.

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