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ZahnheilkundeEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Im öffentlichen Gesundheitswesen ist das Ziel der Zahnheilkunde die Vorbeugung und Kontrolle von Zahnerkrankungen sowie die Förderung der allgemeinen Zahngesundheit mit Hilfe organisierter Aktionen. Sie umfasst drei zahnmedizinische Bereiche: öffentliche Zahngesundheitsversorgung, Forschung und klinische Zahnheilkunde. Jeder dieser Zweige kann Praxis, Lehrtätigkeit und Verwaltungsaufgaben beinhalten.
Eine der ersten Aufzeichnungen über eine Zahnerkrankung wurde auf sumerischen Tontafeln gefunden (5000 v. Chr.). In Keilschrift wurde darauf festgehalten, dass Zahnschmerzen durch kleine nagende Würmer im Zahn verursacht werden. Die Entwicklung der Zahnmedizin zu einer selbständigen Fachrichtung nahm im Ägypten des Altertums seinen Anfang. Inschriften in Grabmälern, die um 3000 v. Chr. errichtet wurden, lassen darauf schließen, dass unter den medizinischen Spezialisten zahlreiche Zahnärzte waren. Es deutet jedoch nichts darauf hin, dass sie wiederherstellende Zahnheilkunde ausübten. Bereits die Etrusker jedoch waren in der Lage, fehlende Zähne zu ersetzen (700 v. Chr.). Etwa 400 v. Chr. beschrieb der griechische Arzt Hippokrates Funktion und Abfolge des Zahndurchbruchs. In seinen Studien der Naturgeschichte aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. beschäftigte sich der griechische Philosoph Aristoteles mit der vergleichenden Anatomie der Zähne. Im 1. Jahrhundert n. Chr. erörterte der römische Enzyklopädist Aulus Cornelius Celsus Zahnerkrankungen und regte an, einen kariösen (faulenden) Zahn vor dem Ziehen mit Zupflinnen zu stopfen, um zu verhindern, dass er bricht. Der griechische Arzt Galen, der sich im 2. Jahrhundert in Rom niederließ, operierte erfolgreich eine Lippenspalte („Hasenscharte”). Ferner befürwortete er den Einsatz einer Feile zur Entfernung fauler Zahnstellen. Er beschrieb auch als erster die Zahnnerven. Im 16. Jahrhundert erschienen die ersten Fachbücher, die ausschließlich der Zahnheilkunde gewidmet waren. Der bedeutendste Beitrag in der frühen Geschichte der Zahnanatomie war das Libellus de Dentibus (Abhandlung über Zähne, 1563), verfasst von dem italienischen Anatom Bartolomeo Eustachi. Der französische Zahnarzt Pierre Fauchard gilt als Begründer der modernen Zahnheilkunde. Mit seiner Abhandlung Le Chirurgien-Dentiste (Der Zahnchirurg, 1728) wurde die Zahnheilkunde als unabhängiger Wissenschaftszweig eingeführt. Im Jahr 1771 veröffentlichte der britische Chirurg John Hunter seine Natural History of Human Teeth (Naturgeschichte der menschlichen Zähne). Dieses Werk ist die Grundlage aller modernen Abhandlungen über die Anatomie von Kiefer und Zähnen. Die organisierte Zahnheilkunde nahm 1840 ihren Anfang mit der Gründung der ersten Zahnheilschule der Welt, dem Baltimore College of Dental Surgery in Baltimore (USA) und der Gründung der American Society of Dental Surgery (Amerikanische Gesellschaft für Zahnchirurgie). Im Jahr 1935 wurden Polymerisationskunststoffe der Acrylsäuregruppe, die so genannten Acrylharze, als Grundstoff für künstliche Zähne eingeführt. Weitere Entwicklungen folgten: der Einsatz von Diamant- und Carbidschleifern zur Bearbeitung schadhafter Zahnstellen und Oberflächen, die Verwendung von wassergekühlten Bohrern zur Reduzierung von Wärme und Schmerzen, die Radioisotopmethode zur Gewebeuntersuchung, die Entwicklung festerer und leichterer Materialien für Zahnprothesen, Füllungen und Zement sowie experimentelle Versuche, Kunststoffzähne mit Hilfe von sterilen Nadeln im Kieferknochen zu verankern. Ein schwedisches Pharmaunternehmen berichtete 1998 über die Entwicklung eines Gels, das von Karies zersetzten Zahnschmelz auflöst und damit den Bohrer ersetzen kann. Erprobt wird zudem eine Laserbehandlung, durch die beschädigtes Zahnmaterial in beißfeste Zahnsubstanz umgewandelt werden soll. Siehe auch Zahnpflegemittel; Parodontopathie Ein Beitrag der American Dental Association
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