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Panamákanal (spanisch Canal de Panamá), Kanal in Zentralamerika, der den Atlantik mit dem Pazifischen Ozean durch den Isthmus von Panamá verbindet. Der Kanal verläuft von Cristóbal an der Bucht von Limón, einem Meeresarm des Karibischen Meeres, nach Balboa am Golf von Panamá. Er ist 81,6 Kilometer lang, seine Mindesttiefe beträgt 12 Meter. Die Sohle des Kanals ist zwischen 150 und 300 Meter breit. Die drei Schleusenanlagen des Kanals, bei Gattun, Pedro Miguel und Miraflores, ermöglichen die Überwindung eines Höhenunterschiedes von 26 Metern. Die Fahrt durch den Panamákanal dauert 14 bis 16 Stunden. Gemessen am Warenwert werden circa 5 Prozent des Welthandels über den Panamákanal abgewickelt. Er erspart Schiffen von der amerikanischen Ostküste und Europa die Route über das Kap Hoorn an die amerikanische Westküste und nach Ostasien. Der Seeweg von New York nach San Francisco wird durch den Panamákanal beispielsweise um über 15 000 Kilometer verkürzt. Um auch modernsten Tankern mit größtmöglicher Ladekapazität die Durchfahrt zu ermöglichen, soll die Wasserstraße bis 2015 erweitert werden.
Die Zufahrt zum Kanal besteht am Atlantischen Ozean aus einer 7,2 Kilometer langen, ausgebaggerten Fahrrinne. Der erste Kanalabschnitt hat eine Länge von 11,1 Kilometern und endet mit einer geringen Richtungsänderung nach Westen vor den Schleusenanlagen von Gatun. In drei Kammern werden die Schiffe 26 Meter, bis zur Höhe des Gatunsees, gehoben. Der See entstand beim Aufstauen des Chagres durch den Gatundamm, der an die Schleusen angrenzt. Die Schleusen von Gatun gehen direkt ineinander über und sind wie alle anderen als Doppelschleusen gebaut, so dass ein Schiff gehoben und das andere gesenkt werden kann. Alle Schleusenkammern am Panamákanal haben eine Länge von 305 Metern und eine Breite von 33,5 Metern. Nach den Gatunschleusen verläuft der Kanal in südlicher und südöstlicher Richtung durch den Gatunsee bis zum Anschluss an den Gaillard Cut (früher Culebra Cut), einem 13 Kilometer langen Kanalabschnitt, der im Bereich der kontinentalen Wasserscheide (93 Meter über dem Meeresspiegel) angelegt ist. Am Ende des Gaillard Cut befindet sich die Schleuse Pedro Miguel mit einem Höhenunterschied von 9,4 Metern. Sie grenzt an den Mirafloressee, der 16,8 Meter über dem Meeresspiegel des Pazifischen Ozeans liegt. Der Kanal verläuft auf einer Strecke von 2,1 Kilometern durch den Mirafloressee und endet an den zwei Schleusenkammern von Miraflores. Diese Schleusen senken die Schiffe auf die Gezeitenhöhe des Pazifischen Ozeans. Der nächste Kanalabschnitt ist vier Kilometer lang und führt nach Balboa am Golf von Panamá. Von da erstreckt sich eine fast acht Kilometer lange, künstlich vertiefte Fahrrinne in die Bucht hinaus. Zum Kanal wurden folgende ergänzende Bauten geschaffen: der Maddendamm am Chagres, dessen Stausee den Wasserstand des Gatunsees während der Trockenzeit ausgleicht; Wellenbrecher, um die Fahrrinnen am jeweiligen Ende des Kanals zu schützen; Wasserkraftwerke am Gatun- und Maddendamm und die Panamá Railway, die von Colón am Atlantischen Ozean bis zur Stadt Panamá am Pazifischen Ozean eine Länge von 76,6 Kilometern hat.
Interesse an einer kurzen Verbindung vom Atlantik zum Pazifik entstand am Anfang des 16. Jahrhunderts mit der Erforschung Zentralamerikas. Hernán Cortés, der spanische Eroberer Mexikos, schlug eine Kanaltrasse durch den Isthmus von Tehuantepec vor. Andere Forscher begünstigten Trassen durch Nicaragua und Darién. Das erste Kanalprojekt durch den Isthmus von Panamá wurde von Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, der 1523 eine Vermessung des Isthmus beauftragte, eingeleitet. Planungsunterlagen für einen Kanal wurden schon 1529 erstellt, aber dem Kaiser nicht vorgelegt. 1534 schlug ein ortsansässiger Beamter der spanischen Regierung eine Kanaltrasse vor, die in der Nähe des heutigen Kanals verläuft. Später wurden noch mehrere andere Kanalpläne angeregt, aber es kam zu keiner Ausführung.
Die spanische Regierung gab in der Folgezeit ihr Interesse an dem Kanalprojekt auf. Erst am Anfang des 19. Jahrhunderts erweckten die Bücher des deutschen Wissenschaftlers Alexander von Humboldt ein erneutes Interesse an dem Projekt. 1819 wurde die spanische Regierung mit der Konstruktion des Kanals und der Gründung einer Gesellschaft, die ihn bauen sollte, offiziell bevollmächtigt. Diese Bemühungen führten jedoch zu keinem Ziel, und die Unruhen in den spanischen Kolonien verhinderten eine Einflussnahme über mögliche Kanaltrassen. Die Republiken von Mittelamerika versuchten anschließend, Gesellschaften in den Vereinigten Staaten und Europa für den Kanalbau zu interessieren. Das Thema wurde Gegenstand ständiger Debatten im Kongress der Vereinigten Staaten. Die Entdeckung von Gold in Kalifornien 1848 und der Zustrom zukünftiger Goldgräber regte das Interesse der Vereinigten Staaten zum Bau eines Kanals an und führten 1850 zum Clayton-Bulwer-Vertrag. Verschiedene Vermessungen wurden zwischen 1850 und 1875 durchgeführt und zeigten, dass nur zwei Trassen durchführbar waren, eine durch Panamá und eine andere durch Nicaragua. 1876 wurde eine internationale Gesellschaft gegründet, um einen Kanal durch den Isthmus von Panamá zu graben. Zwei Jahre später erhielt sie von der kolumbianischen Regierung eine Konzession. (Panamá war damals ein Teil von Kolumbien.) Die internationale Gesellschaft scheiterte. 1880 wurde von Ferdinand Marie de Lesseps, dem Erbauer des Suezkanals, eine französische Gesellschaft gegründet. Diese Gesellschaft ging 1889 bankrott. Die Interessen der Vereinigten Staaten an einem Kanal zwischen dem Atlantik und Pazifik blieben jedoch weiterhin bestehen. 1899 gründete der Kongress der Vereinigten Staaten die Isthmian Canal Commission, um die Möglichkeiten eines Kanals in Mittelamerika zu untersuchen und eine Trasse vorzuschlagen. Die Kommission entschied sich zuerst für eine Trasse in Nicaragua, änderte aber 1902 ihre Entscheidung, als die wiedergegründete Gesellschaft von Lesseps ihre Vermögenswerte den Vereinigten Staaten zu einem Preis von 40 Millionen US-Dollar anbot. 1901 wurde der Clayton-Bulwer-Vertrag durch den Hay-Pauncefote-Vertrag (zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien) aufgehoben: die Vereinigten Staaten erhielten damit die alleinigen Rechte auf den Panamá-kanal. Mit der kolumbianischen Regierung verhandelte die Regierung der Vereinigten Staaten, um einen 9,5 Kilometer breiten Streifen Land entlang des Isthmus zu erhalten, aber der kolumbianische Senat verweigerte eine Ratifizierung dieser Konzession. 1903 löste sich jedoch Panamá von Kolumbien. Im gleichen Jahr unterzeichneten die Vereinigten Staaten und der neu gegründete Staat Panamá den Hay-Bunau-Varilla-Vertrag, in dem die Vereinigten Staaten die Unabhängigkeit von Panamá garantierten und eine ständige Verpachtung für einen 16 Kilometer breiten Landstreifen am Kanal festlegten. Panamá wurde mit einer einmaligen Abfindung von 10 Millionen US-Dollar und einer jährlichen Zahlung von 250 000 US-Dollar, die 1913 begann, entschädigt. Die Beträge für die Zahlungen wurden später erhöht.
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