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Windows Live® Suchergebnisse PekingEnzyklopädieartikel
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Peking, auch Beijing, früher Beiping, Peiping, Hauptstadt von China, im Nordosten des Landes, 110 Kilometer nordwestlich der Küste des Gelben Meeres gelegen. Die Stadt liegt inmitten der Provinz Hebei, ist jedoch eine regierungsunmittelbare (direkt der Zentralregierung unterstehende) Stadt und hat eine Fläche von rund 16 800 Quadratkilometern, was etwa der Größe Thüringens entspricht. Peking befindet sich am Nordrand der Großen Ebene und ist im Norden und Westen von Bergen (Mongolisches Plateau) umgeben. Aufgrund ihrer langen Geschichte beherbergt die Stadt ein reiches kulturelles Erbe und ist darüber hinaus nicht nur politisches, sondern auch geistiges Zentrum Chinas sowie eine bedeutende Industrie- und Handelsmetropole. Peking ist nach Shanghai die zweitgrößte Stadt Chinas. Im Jahr 2008 werden in Peking die Olympischen Sommerspiele ausgetragen.
Die Einwohnerzahl beträgt etwa 11,81 Millionen. Da die Geburtenrate niedrig ist, ist das Bevölkerungswachstum vor allem auf Zuwanderung zurückzuführen. Über 90 Prozent der Bevölkerung sind Han-Chinesen, daneben leben u. a. Mandschu und Mongolen in der Stadt. Das in Peking gesprochene Mandarin (Putonghua) bzw. Hochchinesisch ist zugleich Amtssprache der Volksrepublik China. In der Stadt leben etwa eine Million Gastarbeiter und illegale Einwanderer, die von amtlichen Statistiken nicht erfasst werden und vielfach in großer Armut leben. Um das Problem der Überbevölkerung in den Griff zu bekommen, werden im Rahmen groß angelegter städtebaulicher Maßnahmen in der Umgebung der Stadt immer wieder Satellitenstädte angelegt, die jeweils für rund eine halbe Million Menschen konzipiert sind.
Die Stadt ist das zweitgrößte Industriezentrum Chinas. Bedeutende Industriezweige wurden in den Satellitenstädten angesiedelt: Eisen- und Stahlfabrikation in Shijingshan, die Herstellung motorisierter Fahrzeuge in Tongxian, der Maschinenbau in Fentai und die Produktion von petrochemischen Produkten in Fangshan. Zu den herausragenden Produktionszweigen innerhalb des Stadtgebietes gehören die Herstellung von Bekleidung und Textilien (darunter viele Artikel aus Baumwolle und Seide), chemischen Produkten (vor allem Farben, Lacke und Düngemittel), Papier und Elektrogeräten. Die Bauindustrie verzeichnet seit Jahren hohe Wachstumsraten. Peking zählt zu den bedeutendsten Zentren des Kunstgewerbes in Ostasien; auf eine lange Tradition blicken u. a. Arbeiten aus Goldemaille (Cloisonné), Elfenbein- und Jadeschnitzerei, die Fertigung von Kupferwaren und die Teppichweberei zurück. In Peking werden darüber hinaus die Agrarprodukte des landwirtschaftlich geprägten Umlandes verarbeitet, darunter vor allem Getreide, Gemüse und tierische Produkte wie Milch, Eier und Fleisch. Die chinesische Hauptstadt ist außerdem ein landesweit bedeutendes Zentrum des Druckgewerbes und der Medienbranche; zahlreiche Verlage, Fernseh- und Rundfunksender haben ihren Sitz in Peking. Auch im Modedesign ist Peking ein führender Standort. Die Stadt bietet mehrere moderne Einkaufsbezirke, einige der bekanntesten befinden sich in der Wangfujing Dajie östlich des Kaiserpalastes und in der Qianmen Dajie südlich davon. Peking ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt Chinas. Hier kreuzen sich einige überregional wichtige Straßen- und Eisenbahnverbindungen (u. a. nach Nordkorea, Russland und in die Mongolei). Die Stadt ist Endpunkt eines Zweiges der Transsibirischen Eisenbahn. Peking besitzt den landesweit wichtigsten internationalen Flughafen (Beijing Shoudu Guoji Jichang); er befindet sich circa 20 Kilometer nordöstlich der Stadt. Über den Kaiserkanal bestehen Schiffsverbindungen zum Jangtsekiang und zum Huang He, den beiden längsten Flüssen des Landes. Ein großer Teil des öffentlichen Nahverkehrs wird über die U-Bahn abgewickelt, die erste Linie ging 1969 in Betrieb. Trotz wachsender Autodichte prägen Fahrräder weiterhin das Straßenbild.
Der alte Stadtkern aus der Zeit der Ming-Dynastie hat seine Gestalt noch weitgehend behalten. Um die Altstadt herum entstanden (vorwiegend nach 1949) zahlreiche neue Bezirke. Die Stadt war als Abbild des Kosmos geplant und ursprünglich von einer großen Mauer umgeben. Sie bestand aus drei rechteckigen Bezirken (Kaiserstadt, Innere und Äußere Stadt). Auf der Hauptachse der Stadt (Nord-Süd-Richtung) befanden sich Torbauten, Palast- und Zeremonialgebäude. Die ursprünglich nicht für das einfache Volk zugängliche Kaiserstadt beheimatet den mit einer Mauer umgebenen Kaiserpalast (Verbotene Stadt), eines der bedeutendsten Bauwerke in China. Die Kaiserstadt umfasste Regierungsgebäude, Tempel, Paläste, Garten- und Parkanlagen und diente den chinesischen Kaisern und ihren Familien als Residenz. Der Kaiserpalast greift mit der strengen Ausrichtung der Gebäude an den Himmelsrichtungen die kosmische Ordnung auf. Die Haupthallen der Anlagen liegen exakt in Nord-Süd-Richtung. Der Komplex hat eine Gesamtfläche von circa 720 000 Quadratmetern und wird von einer zehn Meter hohen Mauer und einem 50 Meter breiten Wassergraben umgeben. Heute beherbergt die Verbotene Stadt das Palastmuseum (Gugong), die ehemalige Residenz der kaiserlichen Familie und des Hofes. Die Anlage umfasst eine Reihe von riesigen Hallen und Palästen. Vorherrschende Farbe der Gebäude ist Purpur, die Farbe chinesischer Kaiser. Westlich dieses Komplexes liegt das Gebiet Zhongnan Hai, ein großer Park mit Seen, der von einer Mauer umgeben ist. Die Altstadt bestand aus der Äußeren und der quadratischen Inneren Stadt (im Norden), die zwischen 1409 und 1420 erbaut und von einer breiten, 15 Meter hohen Mauer mit neun Toren umgeben war. Die Grenzen der Inneren Stadt entsprachen weitestgehend denen der Hauptstadt Daidu in der Yuan-Dynastie. Die Äußere Stadt (im Süden) wurde zwischen 1521 und 1566 erbaut. Sie war rechteckig und besaß eine Mauer von 23,5 Kilometer Länge. Es befanden sich sowohl bedeutende Tempelbezirke als auch Wohnbezirke für das einfache Volk in diesem Areal. Nach der Revolution von 1949 wurden die alten Stadtmauern niedergerissen und durch Hauptverkehrsstraßen ersetzt; von den alten Stadttoren blieben jedoch mehrere erhalten. Unmittelbar südlich der Verbotenen Stadt liegt der Platz des Himmlischen Friedens (Tian-an-men-Platz), das Herz der Stadt. Auf dem mit seinen Ausmaßen von 800 × 500 Metern gigantisch anmutenden Platz können sich bis zu einer Million Menschen versammeln. Er wurde im Anschluss an die Revolution angelegt. Jedes Jahr finden hier große Feierlichkeiten und Kundgebungen statt. An der Westseite des Platzes steht die monumentale Große Halle des Volkes (Sitz der chinesischen Nationalversammlung), an der Ostseite befinden sich das Museum der Chinesischen Geschichte und das Museum der Chinesischen Revolution. Ein Denkmal für die Helden des Volkes und eine 33 Meter hohe Gedenkhalle mit dem Grab des früheren Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Mao Tse-tung beherrschen den Platz in seiner Mitte. 1989 versammelten sich Studenten zu Demonstrationen auf dem Platz des Himmlischen Friedens, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. Von den zahlreichen Tempeln ist der Himmelstempel (Tian Tan) im südlichen Teil der Äußeren Stadt besonders hervorzuheben (u. a. mit der Halle der Jahresgebete). Weitere sehenswerte Tempel sind der Konfuzianische und der Lamatempel sowie der Tempel der Weißen Pagode, die zum Gedenken an den Besuch des Dalai-Lama aus Tibet 1651 errichtet wurden. Die Weiße Pagode wurde bei einem Erdbeben 1679 zerstört und einige Jahre später wieder aufgebaut. Eine weitere bedeutende Sehenswürdigkeit ist der kaiserliche Sommerpalast mit den umliegenden Tempeln und Parks. Die insgesamt knapp 300 Hektar große Anlage nördlich der Stadt wurde ab dem 12. Jahrhundert errichtet. In den nordwestlichen Vororten befinden sich die Gräber einiger Kaiser der Ming-Dynastie (1368-1644). Diese erreicht man über eine Allee, die von marmornen Löwen, Elefanten, Kamelen und Pferden gesäumt wird. Nordwestlich der Gräber (bei Badaling) steht ein Teil der Großen Mauer. Eine Reihe von Bauwerken in Peking wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Dies sind die Kaiserlichen Gärten mit dem Sommerpalast (1998), der Himmelstempel mit dem Kaiserlichen Opferaltar (1998) und die Kaiserlichen Grabstätten der Ming- und der Qing-Dynastie (2000).
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