![]() |
Windows Live® Suchergebnisse
Windows Live® Suchergebnisse Fahd Ibn Abd al-Asis al-Sa’udEnzyklopädieartikel
Fahd Ibn Abd al-Asis al-Sa’ud (1923-2005), König von Saudi-Arabien (1982-2005). Fahd wurde vermutlich 1923 in Riad geboren, und zwar als elfter Sohn des Staatsgründers König Ibn Saud. Seine Ausbildung erhielt er u. a. am saudischen Hof und in Mekka. 1953, als sein Bruder Saud den Thron bestieg, übernahm Fahd das Amt des Bildungsministers, 1962 wurde er Innenminister und 1967 – inzwischen regierte sein Bruder Faisal – zudem stellvertretender Ministerpräsident. Als 1975 Khalid, ein weiterer seiner Brüder, König wurde, ernannte dieser Fahd zum Kronprinzen; zudem stieg Fahd zum ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten auf und führte, insbesondere in Khalids letzten Jahren, de facto die Regierung. Bereits unter der Regierung seiner Brüder Faisal und Khalid übte Fahd großen Einfluss auf die Entwicklung der auf Erdölförderung und -export ausgerichteten Wirtschaftspolitik aus; zudem bestimmte er als engagierter Diplomat bereits seit den siebziger Jahren maßgeblich die Außenpolitik Saudi-Arabiens, die zunächst antiisraelisch geprägt war und dem sowjetischen Einfluss im Nahen Osten entgegenzuwirken suchte, in den achtziger Jahren aber mehr und mehr auf Frieden und Ausgleich abzielte und Israel nun ein Existenzrecht zugestand. Nach Khalids Tod übernahm Fahd am 13. Juni 1982 den saudischen Thron und ernannte seinen Bruder Abdullah zum Thronfolger. Fahd führte den wesentlich von ihm mitgeprägten Kurs seines Vorgängers fort. In der saudischen Wirtschaft, die primär von den Einnahmen aus dem Ölexport abhängig war, forcierte er die Diversifikation, jedoch ohne den erhofften wirtschaftspolitischen Erfolg; in der Außenpolitik agierte er weiterhin pragmatisch und ausgleichend, jedoch immer mit Blick auf die Wahrung der Vorrangstellung seines Königreiches in der islamischen Welt. Die größte innen- wie außenpolitische Krise seiner Amtszeit erlebte Fahd nach dem Einmarsch des Irak in das benachbarte Kuwait 1990, wodurch auch Saudi-Arabien unmittelbar gefährdet war. Fahd öffnete sein Land den Truppenverbänden der USA und anderer westlicher, nichtmuslimischer Länder zur Verteidigung seines eigenen Landes sowie als Basis für den auf den Einmarsch folgenden Krieg gegen den Irak, den 2. Golfkrieg. Zugleich baute Fahd sein eigenes Militärkontingent erheblich aus. Saudi-Arabien spielte bei der Verteidigung Kuwaits gegen den Irak im Rahmen des Golfkrieges 1991 eine bedeutende Rolle. Die Stationierung der US-Truppen in Saudi-Arabien sowie die zunehmend enge Bindung des Landes an die USA führte jedoch zu einem Erstarken islamistischer Kräfte in Saudi-Arabien und zu immer stärkerer Kritik am Königshaus, die sich in der Folgezeit immer wieder auch in Anschlägen artikulierte. In Reaktion darauf leitete Fahd schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung islamischer Fundamentalisten in die Wege. Zu einer Demokratisierung seines Landes konnte sich Fahd trotz seiner Nähe zu den USA und anderen westlichen demokratischen Staaten allerdings nicht durchringen; er führte lediglich eine beratende Versammlung ein, deren Mitglieder er alle selbst ernannte. 1995 erlitt Fahd einen Schlaganfall und war in der Folge nicht mehr in der Lage, die Amtsgeschäfte auszuüben; die Regierung führte nun de facto sein Bruder, Kronprinz Abdullah. Fahd starb am 1. August 2005 in Riad; sein Nachfolger auf dem saudischen Thron wurde Abdullah.
© 1993-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
© 2008 Microsoft
![]() ![]() |