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Apostelgeschichte

Enzyklopädieartikel
Artikelgliederung
1

Einleitung

Apostelgeschichte (lateinisch Acta Apostolorum), Abkürzung: Apg., fünftes Buch des Neuen Testaments. Die Apostelgeschichte, die auf den gleichen Verfasser zurückgeht, der auch das Lukasevangelium verfasste, berichtet von den Taten der Apostel gegen Ende des 1. Jahrhunderts.

Bereits im 2. Jahrhundert wurde das Buch dem Evangelisten Lukas, dem Begleiter des Paulus, zugeschrieben. Jüngste Forschungsergebnisse geben jedoch Grund zu der Annahme, dass sich der Verfasser nur auf ein Reisetagebuch des tatsächlichen Begleiters von Paulus stützte. Der Autor könnte also auch einer jener frühen Christen gewesen sein, die später als anonyme Verfasser von literarischen Werken bekannt wurden. Aus Gründen der Einfachheit wird der Autor in der Bibelforschung weiterhin als Lukas bezeichnet.

2

Entstehung

Teile des Textes (Apostelgeschichte 16, 10-17; 20, 5 bis 21, 18; 27, 1 bis 28, 16) beziehen sich auf den Autor als denjenigen, der mit Paulus reiste. Es werden jedoch weder Paulus’ Hinrichtung noch seine Briefe erwähnt. Einige Experten haben daraus den Schluss gezogen, dass das Buch vor dem Tod von Paulus (ca. 61) und vor der Sammlung seiner Briefe zu Beginn des 2. Jahrhunderts geschrieben wurde. Da die Apostelgeschichte als zweiter Band des Lukasevangeliums gedacht war, muss sie jedoch etwas später als dieses Evangelium verfasst worden sein, das wiederum später als das Markusevangelium entstanden ist. Deshalb werden die beiden Teile des Lukasevangeliums gewöhnlich auf die letzten beiden Jahrzehnte des 1. Jahrhunderts nach Christus datiert.

3

Inhalt

Die Apostelgeschichte, deren Beginn sich mit dem Ende des Lukasevangeliums überschneidet, erzählt die Entstehungsgeschichte der Kirche in Jerusalem (Kapitel 1-5); vom Märtyrertod des Stephanus; von der Bekehrung des Paulus (Kapitel 6-9); davon, wie Gott Petrus die Augen für seinen Wunsch öffnete, auch Nichtjuden in die Kirche aufzunehmen (Kapitel 10-12); Paulus’ Missionsreisen (Kapitel 13-19); seine letzte Reise nach Jerusalem (Kapitel 20-21); seine Verhaftung, Inhaftierung und Anhörung in Jerusalem und Caesarea (Kapitel 21-26); seine Reise nach Italien und seine Haft in einem römischen Gefängnis, in dem er auf seinen Prozess vor dem Kaiser wartete (Kapitel 27-28). Den Rahmen für die in diesem Buch geschilderten Ereignisse bildet also die Ausdehnung der Kirche über das gesamte Römische Reich von ihrer Geburt in Jerusalem bis nach Rom.

Über eine Spanne von ungefähr 30 Jahren hinweg gibt diese Geschichte viele wertvolle Einblicke in die jüdisch-christliche Kirche in Palästina unter der Führung von Petrus und Jakobus. Der Hauptschwerpunkt liegt jedoch auf der bemerkenswerten Ausdehnung der Heidenmission durch Paulus. Besondere Erwähnung verdienen dabei die zahlreichen Reden der Hauptpersonen des Buches. Die Rede Paulus’ auf dem Areopag in Athen (Kapitel 17) könnte von Lukas als Vorbild für die Verbreitung des Evangeliums in der heidnischen Welt gedacht gewesen sein.

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