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Windows Live® Suchergebnisse HalachaEnzyklopädieartikel
Halacha, Halakha (hebräisch halakh: gehen, wandeln), bezeichnet das gesamte gesetzliche System des Judentums. Die Halacha umfasst die Gebote und Verbote der mündlichen und schriftlichen Überlieferung. Im Laufe ihrer Geschichte war sie stetem Wandel unterworfen. Ungefähr ein Drittel des babylonischen Talmuds und fünf Sechstel des jerusalemischen Talmuds sind Halacha, d. h. Gesetzesdiskussionen, der Rest ist erzählerisches Gut (siehe Haggada) Da die jüdische Religion das ganze Leben unter das Gesetz Gottes stellt, gehören zur Halacha auch viele Bereiche, die Nichtjuden als dem weltlichen Gesetz zugehörig betrachten, so das Straf- oder Zivilrecht. Den Kern der Halacha bilden 613 Gebote, davon 248 positive Gebote und 365 Verbote, die ihren Ursprung in der Thora haben und als Thoragebote gelten. Die jüdischen Gelehrten haben im Laufe der Geschichte weitere Gebote hinzugefügt, wobei sie sich auf die Autorität einer sie dazu ermächtigenden Schriftstelle (Deuteronomium 17,9-11) gestützt haben. Letztere werden als rabbinische Gebote bezeichnet und gelten ebenso wie die Thoragebote als verbindlich. Obgleich Glaube die Grundlage ist, aus der die Halacha sich entwickelt hat, liegt das Wesen des Gesetzes in der Tat begründet und nicht nur in der Ausrichtung des Herzens. Die Halacha schreibt dem Juden bestimmte Handlungen vor, andere untersagt sie ihm. Da nach jüdischer Tradition Gott mit dem Menschen in der Hauptsache über seine Gebote kommuniziert, stellen diese für den Juden ein Mittel zur Erlangung von Gottesnähe dar, beziehungsweise einen Weg der Heiligung. So spricht man vor Erfüllung eines Gebotes den Segensspruch: „Gesegnet seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns geheiligt durch seine Gebote.”
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