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Pfahlbauten

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Pfahlbauten in KolumbienPfahlbauten in Kolumbien
Artikelgliederung
1

Einleitung

Pfahlbauten, auf dem Land oder im Wasser stehende Hütten oder Häuser, die von in den Boden eingelassenen Pfählen getragen werden. Pfahlbauten wurden als Wohnstätte oder Speicher genutzt und dienten oftmals dem Schutz vor Feinden. Pfahlbauten gibt es seit prähistorischer Zeit in verschiedenen Kulturen, vor allem in Südostasien und Ozeanien, aber auch in Afrika und Süd- bzw. Zentralamerika. Noch heute existieren in Südamerika an der Mündung des Orinoco und des Amazonas Pfahlbautensiedlungen der Indianer. Venezuela, was soviel wie Klein-Venedig bedeutet, erhielt seinen Namen von diesen Bauwerken. Bekannt sind auch die Bauten der Toba-Batak auf Sumatra und die bis zu 200 Meter langen Langhäuser der Dayak auf Borneo.

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Frühgeschichtliche Pfahlbauten

Auch wenn sich die Vermutung, bei den 1853 und 1854 am Ufer der Schweizer Seen gemachten Funden könne es sich um Pfahlbauten des Neolithikums handeln, nicht bestätigt hat, so hat es Pfahlbauten doch wohl schon in der Steinzeit gegeben. Aber erst, als in der Bronzezeit die Axt erfunden wurde, war es möglich, auch Bäume von solcher Dicke zu fällen, dass Pfahlbauten von optimaler Stabilität errichtet werden konnten. Die Pfahlbautensiedlungen dieser Zeit erreichten eine Größe von annähernd einem Hektar und bestanden aus bis zu 50 Häusern.

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Entwicklung

Archäologische Funde machen es möglich, die Lebensweise der frühen Pfahlbautenbewohner zu rekonstruieren. Erkenntnislücken können mit Einschränkungen durch Analogieschlüsse zur Kultur heutiger Pfahlbautenbewohner geschlossen werden. Offenbar waren die ersten Pfahlbauten Wohnstätten an Land, also auf Plattformen errichtete Zelte oder Hütten. Spätere Pfahlbauformen besaßen Wände aus hölzernen Stützpfeilern, deren Zwischenräume mit Buschwerk und Moos ausgefüllt und die von innen verputzt waren. Noch später errichtete man zweigeschossige Pfahlbauten, deren Böden aus Pfählen oder rohen Planken bestanden. Diese Pfahlbauten verfügten über tönerne oder steinerne Feuerstellen und Dächer aus Tierhäuten oder Gras und Schilf.

In größeren Pfahlbautenanlagen gab es außerdem Gebäude zur Verteidigung, für das Vieh und als Vorratslager. Die Bewohner nutzten das Wasser der Seen zum Waschen und Kochen, gingen zur Jagd, fischten, bauten Boote, bearbeiteten Tierhäute, bewirtschafteten ihre Felder, töpferten und stellten Textilien her. Archäologische Funde dokumentieren die Existenz einer Gesellschaft, die zum Teil bemerkenswerte Überschüsse produzierte. So fand man auch Knochen von domestizierten Tieren, also von Pferden, Ochsen, Schafen und Hunden, bei Funden aus der Bronzezeit auch solche von Schweinen.

Siehe auch Pfahlbauten von Unteruhldingen

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