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Republik SudanEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Die Volksvertretung des Sudan besteht aus zwei Kammern – Nationalversammlung (National Assembly) und Staatsrat (State Council) –, die gemäß dem Friedensabkommen von 2005 das aus nur einer Kammer bestehende alte Parlament ersetzt haben. Die 450 Mitglieder des neuen Parlaments sind nicht aus Wahlen hervorgegangen, sondern von der Präsidentschaft ernannt worden, wobei 66 Prozent der Sitze für Abgeordnete aus dem Norden und 34 Prozent für Abgeordnete aus dem Süden reserviert sind. Wahlen werden im CPA für 2008/09 in Aussicht gestellt. Der Staatsrat setzt sich aus jeweils zwei Repräsentanten der Gliedstaaten des Sudan zusammen.
Das Rechtssystem des Sudan basiert ursprünglich auf englischem Recht. Im Zuge der Islamisierung wurde die Scharia eingeführt, die auf Beschluss des Revolutionären Kommandorates seit Januar 1991 Grundlage der Rechtsprechung im muslimisch dominierten Norden ist und dort für alle Bewohner gilt, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Höchste richterliche Instanzen sind der Verfassungsgerichtshof mit neun Richtern, der Nationale Oberste Gerichtshof und die Nationalen Appellationsgerichtshöfe. Das Rechtssystem im separatistischen Süden des Sudan ist noch in der Entwicklung begriffen.
Die wichtigsten Parteien im Sudan sind die an der Regierung der Nationalen Einheit beteiligte National Congress Party (NCP), die aus der nordsudanesischen Nationalen Islamischen Front (National Islamic Front, NIF) hervorgegangen ist, der politische Arm der südsudanesischen Widerstandsbewegung, Sudan People’s Liberation Movement (SPLM), sowie die National Democratic Alliance (NDA), ein Bündnis aus Democratic Union Party (DUP) und Umma Party (UP).
Der Sudan untergliedert sich in 26 Bundesstaaten (wilayat), die jeweils über eigene Verwaltungsinstitutionen verfügen: Aali an Nil, Al Bahr al Ahmar, Al Buhayrat, Al Jazirah, Al Khartum, Al Qadarif, Al Wahdah, An Nil al Abyad, An Nil al Azraq, Ash Shamaliyah, Bahr al Jabal, Gharb al Istiwaiyah, Gharb Bahr al Ghazal, Gharb Darfur, Gharb Kurdufan, Janub Darfur, Janub Kurdufan, Junqali, Kassala, Nahr an Nil, Shamal Bahr al Ghazal, Shamal Darfur, Shamal Kurdufan, Sharq al Istiwaiyah, Sinnar und Warab.
Durch die Kämpfe im Süden des Landes und die Hungerkatastrophen kam es immer wieder zu Rückschlägen beim Aufbau der Wirtschaft. 1992 begann der Revolutionäre Kommandorat (RCC), der 1989 die Macht übernommen hatte, Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds über ein Programm zur Senkung der enormen Auslandsschulden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 37 442 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 39,2 Prozent, Industrie 28,5 Prozent, Landwirtschaft 32,3 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Kopf von 993 US-Dollar.
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