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Republik SudanEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Das Eisenbahnnetz umfasst 5 478 Kilometer (2005), das Straßennetz circa 11 900 Kilometer (1999). Von den Straßen sind etwa 36 Prozent asphaltiert. Die erste befestigte Straße zwischen Khartum und Port Sudan wurde 1980 fertig gestellt. In Khartum, Port Sudan und Wadi Halfa gibt es internationale Flughäfen. Die Flüsse sind auf einer Länge von ungefähr 4 000 Kilometern schiffbar.
2003 wurden im Sudan etwa 3,2 Milliarden Kilowattstunden an elektrischer Energie erzeugt; 41,9 Prozent davon stammten aus den Wasserkraftwerken bei Khashm al-Girbah und Sennar.
Große Teile des heutigen Sudan (arabisch: schwarz) gehörten einst zur antiken Region Nubien, die ab dem 16. Jahrhundert v. Chr. nacheinander von Ägypten, dem Reich Kusch, Äthiopiern und Arabern beherrscht wurde. Der Gegensatz zwischen der überwiegend hellerhäutigen Bevölkerung im Norden des Sudan und der negriden im Süden geht bis in nubische und altägyptische Zeit zurück, hängt aber auch mit der Islamisierung und Arabisierung der seit dem 6. Jahrhundert christlich-koptischen Reiche Donga und Soba zusammen, die sich zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert vollzog. Die Islamisierung reichte jedoch nur bis zum Sudd, der als natürliche geographische Grenze den negriden Süden, der Schwarzafrika zugewandt ist, vom muslimischen Norden schied.
1821/22 eroberte Ägypten auf der Jagd nach Gold, Elfenbein und vor allem Sklaven das seit dem 16. Jahrhundert im Sudan bestehende Reich Sennar und machte es zur Kolonie. In den folgenden Jahrzehnten erweiterte Ägypten seinen Machtbereich, bis es 1874/75 mit der Unterwerfung der Region Darfur seine Expansion abschloss. Wenig später geriet Ägypten unter die Kontrolle der Briten, die den Sudan von eigenen Gouverneuren regieren ließen. Gegen diese Fremdbestimmung erhob sich 1881 Mohammed Ahmed ibn Saijid Abd Allah, der sich selbst als der muslimische Heilsbringer „Mahdi” verherrlichen ließ. Er rief den Heiligen Krieg aus, besiegte im November 1883 die britisch-ägyptischen Truppen, nahm im Januar 1885 Khartum ein und errichtete das Kalifat von Omdurman. Großbritannien entsandte eine Expeditionsarmee, der es aber erst am 2. September 1898 unter der Führung von Lord Kitchener gelang, den Mahdi-Aufstand niederzuschlagen. Der Sudan wurde in ein britisch-ägyptisches Kondominium überführt, das wie eine Kolonie verwaltet wurde und bis 1953 Bestand hatte. Im Süden des Landes war indessen der Einfluss des Islam durch christliche Missionare zurückgedrängt worden.
Schon im Vorfeld der staatlichen Unabhängigkeit des Sudan regten sich im Süden, in dem überwiegend christliche, aber auch traditionellen Religionen anhängende Stämme dunkelhäutiger Niloten (30 Prozent der Gesamtbevölkerung des Sudan) beheimatet sind, separatistische Bestrebungen gegen die drohende politische Dominanz des muslimischen Nordens. Nach der Unabhängigkeit des Sudan, die am 1. Januar 1956 erfolgte, weiteten sich diese Bestrebungen zur offenen Rebellion aus. Nach einem missglückten Aufstand flohen die führenden Sezessionisten ins Exil nach Uganda, wo sie die Sudan African National Union (SANU) gründeten, die zur politischen Speerspitze des Kampfes für einen unabhängigen Süden wurde. Gleichzeitig formierte sich 1962 die Guerillabewegung Anya-Nya (benannt nach einem Schlangengift), die sich, teilweise unterstützt von Israel, mit den nordsudanesischen Regierungstruppen einen fast zehn Jahre langen Partisanenkrieg lieferte, der schätzungsweise eine halbe Million Tote forderte. 1969 putschte sich General Jaafar Mohammed an-Numeiri an die Macht im Sudan, errichtete eine Militärdiktatur und ließ sich 1971 formell zum Präsidenten wählen. 1972 beendete er den Bürgerkrieg, indem er den drei südlichen Provinzen im Abkommen von Addis Abeba Autonomie versprach. Mit der Verfassung von 1973 wurde der Sudan in ein Einparteiensystem umgewandelt. Nach dem Ende des Bürgerkrieges erlebte das Land eine vergleichsweise hohe wirtschaftliche und politische Stabilität, die allerdings in den späten siebziger Jahren durch einen gewaltigen Zustrom von Flüchtlingen aus Eritrea, Uganda und dem Tschad bedroht wurde. 1983 führte an-Numeiri die Scharia ein; für alle Bürger, auch die nichtmuslimischen galt von nun an islamisches Recht.
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