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Drosseln

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SingdrosselSingdrossel

Drosseln, Familie weltweit verbreiteter Singvögel mit etwa 300 Arten und 60 Gattungen. Drosseln sind durch relativ lange Beine und große Augen gekennzeichnet. Sie ernähren sich von Beeren und wirbellosen Tieren wie Insekten und Würmern und suchen gern am Boden hüpfend nach Beute. Viele Arten sind Zugvögel.

Die Drosseln im engeren Sinn sind mit 66 Arten die größte Gattung innerhalb der Familie. Sie kommen sowohl in den gemäßigten als auch in den tropischen Regionen der Erde vor. Zu ihnen gehört die sehr bekannte, 25 Zentimeter große Amsel oder Schwarzdrossel. Die Männchen der Amsel sind durchgehend schwarz gefärbt mit einem gelben Schnabel, die Weibchen haben ein braunes Gefieder. Als Kulturfolger lebt dieser ursprünglich reine Waldvogel auch in Städten. Die Nester werden u. a. auf Bäumen und in Sträuchern angelegt. Das Gelege umfasst vier bis fünf grün bis rötlich gefleckte Eier.

Etwas kleiner ist die in Europa und Asien vorkommende Singdrossel. Ihre Oberseite ist braun gefärbt, die helle Unterseite schwarz gefleckt. Als Zugvogel hält sie sich ab Anfang März in den mitteleuropäischen Brutgebieten auf. Die etwas größere, grauer gefärbte Misteldrossel ernährt sich ähnlich wie die Singdrossel von Schnecken, Insekten, Würmern und im Herbst von Beeren. Durch den Verzehr von Mistelfrüchten trägt sie zur Verbreitung dieser Pflanzen bei. Die Wacholderdrossel ist mit ihrem grauen Kopf und Bürzel sowie dem rotbraunen Rückengefieder relativ auffällig. Sie erweitert ihr Brutareal seit der letzten Eiszeit in Richtung Westen, ihr Bestand nimmt in Deutschland zu. Früher wurde sie als Krammetsvogel (so der damalige Name für die Wacholderdrossel) gefangen und gegessen. Die erwähnten Arten haben einen melodischen Gesang. Auf dem Zug und als Wintergast aus dem Norden erscheint in Mitteleuropa die Rotdrossel, die im Gegensatz zur Singdrossel rostrote Unterflügeldecken aufweist. Vor allem in Oktober- und Novembernächten hört man bei uns den wie „zieh” klingenden Ruf wandernder Rotdrosseln.

Die Einsiedlerdrossel gehört zu den ausdauerndsten Sängern. Sie brütet in Nadelwäldern der USA und Kanadas. Wie die anderen nordamerikanischen Arten dieser Gattung ist die Einsiedlerdrossel oberseits braun gefärbt und hat unterseits eine gelbbraune Färbung mit kräftigen, dunkelgrauen Flecken; sie besitzt zudem einen rostroten Schwanz. In Nordamerika bildet die Wanderdrossel die ökologische Nische der einheimischen Amsel. Die Bezeichnung Drosseln wird auch für Vogelarten nicht verwandter Familien verwendet, die den Drosseln in Färbung oder dem Gesang ähneln. Zu diesen gehören die Ameisendrosseln.

Systematische Einordnung: Drosseln bilden die Familie Turdidae der Ordnung Passeriformes. Die wissenschaftliche Bezeichnung der Amsel lautet Turdus merula, die Singdrossel heißt Turdus philomelus, die Misteldrossel Turdus viscivorus, die Wacholderdrossel Turdus pilaris und die Rotdrossel Turdus iliacus. Die Einsiedlerdrossel wird Hylocichla guttatus genannt, und die Wanderdrossel trägt den Namen Turdus migratorius. Ameisendrosseln bilden die Gattung Chamaeza aus der Familie Formicariidae.

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