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William Lloyd Garrison

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William Lloyd GarrisonWilliam Lloyd Garrison

William Lloyd Garrison (1805-1879), amerikanischer Abolitionist, Gründer der einflussreichen Zeitung Liberator, geboren in Newburyport (Massachusetts, USA).

1829 brachte Garrison zusammen mit dem amerikanischen Anti-Sklaverei-Aktivisten Benjamin Lundy in Baltimore (Maryland, USA) das Monatsmagazin The Genius of Universal Emancipation heraus. Lundy befürwortete eine allmähliche Emanzipation der Sklaven; Garrison teilte zunächst diese Auffassung, kam aber bald zu der Überzeugung, dass eine sofortige und vollständige Gleichberechtigung notwendig sei. Er trennte sich von Lundy und brachte ab 1831 zusammen mit Isaac Knapp in Boston den Liberator heraus; die Zeitung wurde zu einer der einflussreichsten in den USA.

Im Liberator und in seinen zahlreichen Reden für die Sklavenbefreiung appellierte er an die Moral und die christlichen Grundwerte. Seine Kampagne rief großen Widerstand hervor: Der Bundesstaat Georgia setzte 1831 für Garrisons Verhaftung eine Belohnung von 5 000 US-Dollar aus. Außerdem wurde Garrison mit Beleidigungen und Morddrohungen geradezu überschüttet. Trotzdem baute er 1832 in New England die Anti-Slavery Society mit auf, und im folgenden Jahr war er einer der Mitbegründer der bundesweiten American Anti-Slavery Society, deren Vorsitz er von 1843 bis 1865 führte.

Garrisons Politik rief allerdings auch innerhalb der Abolitionisten-Bewegung Widerspruch hervor. Man stritt sich über die von Garrison geforderte Gleichberechtigung der Frauen im Allgemeinen und innerhalb der Sklavenbefreiungsbewegung im Besonderen. Die Spannungen verstärkten sich noch, als Garrison zu der Überzeugung kam, dass es unmoralisch sei, einen Eid auf die amerikanische Verfassung zu leisten, da sie die Sklaverei duldete. 1840 verbrannte er öffentlich eine Ausgabe der Verfassung und bezeichnete sie als „ein Abkommen mit dem Tod und einen Vertrag mit der Hölle”.

Beim Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges sagte er den Sieg des Nordens sowie das Ende der Sklaverei voraus. Die Verkündung der Emanzipationserklärung zur Sklavenbefreiung durch Abraham Lincoln 1863 beseitigte die letzten Differenzen zwischen Garrison und Lincoln. 1865, nachdem er sein Ziel – die Sklavenbefreiung – erreicht hatte, stellte Garrison die Herausgabe des Liberator ein.

In der Folge war Garrison in anderen Reformbewegungen aktiv, u. a. für den Freihandel und die Abschaffung von Zöllen auf globaler Ebene, für das Frauenwahlrecht und für die Rechte der Indianer, für die Prohibition und gegen den Tabakkonsum. Garrison starb am 24. Mai 1879 in New York City.

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