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Windows Live® Suchergebnisse SchafeEnzyklopädieartikel
Artikelgliederung
Schafe, mit den Ziegen nahe verwandte Gattung der Hornträger, die je nach Auffassung der Systematiker entweder nur eine Art mit zahlreichen Unterarten oder bis zu sieben Arten umfasst. In der Regel werden folgende sechs Arten unterschieden: das Dickhornschaf in Nordamerika, das Dünnhorn- oder Dallschaf in Nordkanada und Alaska, das Mufflon in Europa, das Orientalische Wildschaf in Westasien, das Urial oder Steppenschaf in Afghanistan und Pakistan sowie das Argali oder Asiatische Großschaf in Ostasien. Domestizierte Schafe sind die am weitesten verbreiteten Haustiere und kommen in fast allen Ländern der Erde vor. Die Domestikation der Schafe begann vermutlich vor etwa 11 000 Jahren in der Region des heutigen Nordirak. Man nimmt an, dass die Hausschafe je nach Rasse vom Mufflon und vom Argali abstammen.
Schafe sind Wiederkäuer: Ihr Magen ist in vier Kammern unterteilt, und ihnen fehlen die oberen Schneide- und Eckzähne. Sie haben paarige, unverzweigte und hohle Hörner, die nicht abgeworfen werden. Die Hörner ausgewachsener Männchen sind spiralförmig gewunden; die der Weibchen sind kurz und nur leicht gekrümmt oder fehlen ganz. Schafe haben typischerweise ein langes, ziemlich schmales Maul und spitze Ohren. Die Kopfrumpflänge eines Schafes beträgt etwa 1,5 Meter, der Schwanz ist kurz. Ein ausgewachsenes Tier kann 75 bis 200 Kilogramm wiegen. Das Weibchen wirft nach einer Tragzeit von etwa 150 Tagen bis zu drei Junge. Schafe können ungefähr 20 Jahre alt werden. Wildschafe sind Gebirgsbewohner, sie sind flinke Läufer und geschickte Kletterer. Das männliche ausgewachsene Schaf heißt Widder oder Schafbock (kastriert: Hammel), das Weibchen wird Mutterschaf, Aue oder Au genannt, ein junges Schaf heißt Lamm.
Der Mensch nutzt Felle und Wolle der Schafe für Kleidung und Teppiche, die Milch als Getränk und zur Käseherstellung sowie das Fleisch von Lämmern und Hammeln; außerdem dienen Schafe gelegentlich als Packtiere. Wildschafe werden gejagt. Riesige Schafherden, zum Teil mit bis zu 10 000 Tieren, gibt es in Australien, Neuseeland, Schottland, China und im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. In Mitteleuropa ist die Schafhaltung in vielen Betrieben auf eine geringe Anzahl von Tieren beschränkt, die zumeist im Nebenerwerb gehalten werden, um die Reste anderer Produktionseinheiten, etwa des Getreideanbaus, zu verwerten. Mancherorts ziehen Wanderschäfer mit ihren zum Teil sehr großen Herden, die durch Hütehunde zusammengehalten werden, von Weide zu Weide und nutzen so den Vorteil billigen und natürlichen Futters. Die Schur der Schafe findet im April oder Mai (Vollschur) und bei einer Halbschur zusätzlich im Herbst statt. Es wurden mehr als 800 Formen domestizierter Schafe gezüchtet. Die Rassen sind an unterschiedlichste Lebensräume angepasst, von Wüsten bis zu tropischen Bedingungen, sowie an verschiedene Nutzungsarten. Die Hälfte der weltweiten Schafbestände wird wegen ihrer Feinwolle gehalten. Wollschafe sind mittelgroß; sie produzieren große Mengen an Wollfasern mit dem sehr geringen Durchmesser von etwa 20 Mikrometern (tausendstel Millimetern). Die meisten Schafe dieses Typs gehören zu den Merinoschafen, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen und vorwiegend in Spanien gehalten wurden. Heute sind sie auch in Australien, Neuseeland, Südamerika und im Westen der USA weit verbreitet. Fleischschafe werden vorwiegend wegen ihres Fleisches gezüchtet; zu ihnen gehören mittel- und langhaarige Rassen. Sie stellen etwa 15 Prozent der Weltschafbestände. Zwei in Norddeutschland gehaltene Rassen sind das Deutsche Schwarzköpfige und das Deutsche Weißköpfige Fleischschaf. Fettschwanzschafe wie das Awassi und das Karakul können große Mengen Fett im Schwanz speichern. Sie werden u. a. wegen ihrer vergleichsweise höheren Milchleistung gehalten. Ihre Wolle ist rau und lang und wird hauptsächlich für die Herstellung von Teppichen verwendet. Die Felle der neugeborenen Karakul-Lämmer werden zur Herstellung der so genannten Persianerpelze verwendet. Fettschwanzschafe kommen besonders in den extrem trockenen Gebieten Afrikas, des Mittleren Ostens und Asiens vor, sie stellen etwa 25 Prozent der weltweiten Schafbestände. Alle domestizierten Schafe sind wesentlich wolliger als ihre Wildformen. Einige Rassen sind jedoch zur Gewinnung von Wolle nicht geeignet. Diese so genannten Haarschafe wie das Peliquey kommen vorwiegend in den tropischen Gegenden vor und werden hauptsächlich zur Fleischgewinnung gehalten. Landschafe werden eingesetzt, um Kulturlandschaften durch Beweidung zu erhalten, wie etwa die Heidschnucken in der Lüneburger Heide und das praktisch nur noch in Schutzgebieten gehaltene Zackelschaf gebietsweise in der ungarischen Steppenlandschaft. Außerdem spielen Schafe eine wichtige Rolle beim Schutz von Deichen, weil sie während der Beweidung den Boden der Deiche festtreten.
2006 umfasste der weltweite Bestand domestizierter Schafe 1,093 Milliarden Tiere. Die führenden Schafzuchtländer waren China (170,9 Millionen Schafe), Australien (100,1 Millionen), Indien (62,5 Millionen) und der Iran (54,0 Millionen).
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