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Windows Live® Suchergebnisse Johannes XII.Enzyklopädieartikel
Johannes XII., zuvor Oktavian, (um 937 bis 964), Papst (955-964), manchmal auch Knabenpapst genannt, weil er schon als 18-Jähriger zum Papst gewählt wurde; sein Pontifikat war geprägt von Sittenlosigkeit und Skandalen. Johannes wurde als Sohn des römischen Stadtherren Alberich II. in Rom geboren. Alberich hatte sterbend die römischen Großen am Petrusgrab schwören lassen, nach Papst Agapets II. Tod seinen Sohn zum Nachfolger zu wählen. Als zweiter Papst nach Johannes II. legte Johannes XII. seinen für das Amt unpassenden Geburtsnamen ab. Unpassend für das Amt waren auch sein Alter von 18 Jahren und sein ausschweifender Lebenswandel. Dennoch nutzte er jede Gelegenheit, die päpstliche Autorität in der Kirche geltend zu machen, privilegierte Klöster, unterhielt Kontakte nach England und Spanien, agierte aber glücklos in Italien, weshalb er Ende 960 König Otto I. zu Hilfe rief und ihn mit seiner Gemahlin Adelheid am 2. Februar 962 zu Kaisern krönte und damit den Beginn des römisch-deutschen Königtums markierte. Er billigte Ottos Pläne zur kirchlichen Organisation der Slawenmission durch die Gründung der Bistümer Magdeburg und Merseburg und erhielt von diesem das Privilegium Ottonianum, in welchem Gebiete und Rechte der römischen Kirche anerkannt wurden. Wenig später konspirierte Johannes mit den Feinden des übermächtigen Kaisers, der im November 963 nach Rom zurückkehrte, auf einer Synode Johannes’ Unwürdigkeit feststellen, ihn absetzen und Leo VIII. zum Nachfolger wählen ließ. Nach Ottos Abzug hielt Johannes im Februar 964 in Rom eine Synode ab, die Leo verdammte. Als Otto zurückzukehren drohte, floh Johannes aus Rom und starb am 14. Mai 965 in der Campagna.
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