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    DIE HANSE damals ... Die Hanse war eine Organisation von niederdeutschen Fernkaufleuten, der rund 70 große und 100 bis 130 kleinere Städte angehörten.

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Hanse

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Die HanseDie Hanse
Artikelgliederung
1

Einleitung

Hanse (von althochdeutsch hansa: Kriegerschar, Gefolge), Bezeichnung für im Hochmittelalter entstandene Zusammenschlüsse deutscher Kaufleute im Ausland, die schließlich in einem Städtebund mündeten, der die Handelsinteressen der Gemeinschaft vertrat und gegenseitigen Schutz für seine Mitglieder bot (siehe Gilde). Auf ihrem Höhepunkt war die Hanse nicht nur eine bedeutende Wirtschaftsmacht in Europa, sie war gleichzeitig auch ein wichtiger politischer Faktor. Wirksamste Waffe dieses Bundes war die „Verhansung”, die Handelsblockade eines Hafens oder eines Landes.

Entstanden ist die Hanse in Reaktion auf die besondere Situation im mittelalterlichen Europa, speziell im Heiligen Römischen Reich; dazu gehörten u. a. die wachsende Anzahl freier Städte und die Entstehung von Zünften, das Fehlen einer starken Zentralgewalt in Deutschland, das Fortschreiten der deutschen Ostkolonisation, die Ausweitung des norddeutschen Handels mit England und den Festlandshäfen am Ärmelkanal und nicht zuletzt die Zunahme von Piraterie und Straßenräuberei entlang der Haupthandelsrouten.

2

Gründung und Ausdehnung

Die Ursprünge der Hanse gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Deutsche Kaufleute erhielten in verschiedenen Handelsorten im Ausland bestimmte Handelsprivilegien. Das erste derartige Privileg wurde 1157 in London Kaufleuten aus Köln erteilt – ihr Handelskontor wurde der Grundstein für den späteren „Stalhof”. Nur wenig später (1161) erhielten deutsche Kaufleute auch in Visby auf der Ostseeinsel Gotland Handelsprivilegien. Dieser Zusammenschluss der Gotlandfahrer war die erste Vorstufe der Hanse, die, auch bedingt durch die Städtegründungen im Rahmen der Ostkolonisation, sich zunächst auf den Ostseeraum konzentrierte; beispielsweise kam gegen Ende des 12. Jahrhunderts ein Handelsvertrag mit Nowgorod zustande – auf dieser Grundlage entstand dort der „Peterhof”.

Bereits 1159 wurde Lübeck von Heinrich dem Löwen und westfälischen sowie niedersächsischen Kaufleuten neu gegründet. Lübeck sollte später das wichtigste Zentrum der Hanse werden. Noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts schlossen sich die beiden Handelszentren Lübeck und Hamburg zusammen, gewannen so gemeinsam die Kontrolle über die Handelsrouten zwischen der Ost- und Nordsee und sicherten sich eine starke Position im nordeuropäischen Handel. 1252 erhielten deutsche Kaufleute in Flandern Privilegien, und Brügge, die bedeutendste Stadt Flanderns und führendes europäisches Handelszentrum, wurde Außenhandelskontor. 1259 schlossen sich die Städte Rostock und Wismar Lübeck an; knapp ein Jahrzehnt später erhielten Lübeck und Hamburg das Recht, in London Kontore zu gründen, was vorher allein den Kölner Kaufleuten vorbehalten war. Etwa gleichzeitig erlangten Lübeck und Hamburg weitgehend die Kontrolle über den Handel zwischen Deutschland und den Küstenstädten Ostenglands.

1281 schlossen Lübeck, Riga und Visby ein Handelsabkommen für den östlichen Raum. Im gleichen Zeitraum führten die hansischen Städte aus wirtschaftlichen Gründen Handelsblockaden gegen Nowgorod (1277/78) und Brügge (1280-1282) durch. Der Boykott gegen Norwegen dauerte zehn Jahre (1284-1294). Wichtige Handelskontore in Norwegen waren in Bergen („Tyskebryggen”) und in Oslo.

Angezogen vom zunehmenden Einfluss und Wohlstand Lübecks und Hamburgs schlossen sich verschiedene andere norddeutsche Städte, u. a. Bremen und Danzig, sowie andere Handelsvereinigungen deutscher Städte dem Bund an. Eine dieser Vereinigungen umfasste westfälische und rheinische Städte, eine andere sächsische und brandenburgische, eine dritte preußische und pommersche Städte. Erst 1356 schlossen sich auf dem ersten Hansetag in Lübeck die einzelnen Hansen offiziell zu einem förmlichen Bund zusammen (Bund „van der düdeschen hanse”). Auf dem zwei Jahre später folgenden Hansetag wandelte man die Kaufmannshanse in eine Städtehanse um („steden van der düdeschen hanse”). Die Hanse setzte sich in ihrem Kern bald aus über 85 Städten zusammen. Insgesamt gehörten dem Bund zu verschiedenen Zeiten etwa 180 bis 200 Städte an. Die einzigen nichtstädtischen Mitglieder der Hanse waren der Deutsche Orden und die Bauernrepublik Dithmarschen.

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Politische Bedeutung

Ihre erste bedeutende politische Aktion unternahm die Hanse 1367, als sie sich mit anderen Städten sowie Schweden, Mecklenburg und Holstein zu einem förmlichen Kriegsbündnis gegen Dänemark zusammenschloss. Dänemark hatte 1360 Gotland erobert und die Privilegien der Hanse eingeschränkt. 1368 eroberte die Hanse mit ihren Verbündeten Kopenhagen und die Sundschlösser. Im Frieden von Stralsund (1370) musste Dänemark der Hanse wieder ihre Privilegien garantieren und für 15 Jahre die Sundschlösser samt Zolleinnahmen übereignen. Mit ihrem Sieg über Dänemark stand die Hanse auf dem Höhepunkt ihrer politischen Macht.

Das folgende Jahrhundert bedeutete für die Hanse eine Epoche wachsenden Wohlstands. Sie errichtete neue Handels- und Kulturzentren in Nordosteuropa, trug zur Entwicklung von Landwirtschaft, Handwerk und Kunst bei, führte ein einheitliches Maß- und Gewichtssystem ein und baute Kanäle und Straßen.

Wichtigstes Organ der Hanse waren die Hansetage, die Hauptversammlungen der Mitglieder der Hanse. Zu keiner Zeit allerdings gelang es der Hanse, eine zentralisierte, effektive Organisationsstruktur aufzubauen, es kam zu regionalen Interessenkonflikten; diese Tatsache führte mit zum Zusammenbruch der Hanse. Der gegen Ende des 15. Jahrhunderts einsetzende Auflösungsprozess wurde durch verschiedene Umstände beschleunigt: durch die Entdeckung Amerikas und einer neuen Handelsroute nach Indien und damit der Verlagerung des Handels sowie durch die Expansion der niederländischen und der englischen Seemacht. Die wachsenden Spannungen zwischen der Hanse und England fanden 1589 ihren Höhepunkt, als die Engländer 61 Schiffe beschlagnahmten. Einen weiteren schweren Schlag versetzte der angeschlagenen Organisation der Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1618. 1630 bestand die Hanse nur noch aus Lübeck, Bremen und Hamburg; in dieser Form existierte sie noch 39 Jahre lang. Ihre formale politische Unabhängigkeit und die Bezeichnung „Hansestadt” behielten die drei Städte bis zum Ende der Weimarer Republik 1933. Mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 wurden Bremen und Hamburg wieder autonome Stadtstaaten; sie führen heute ebenso wie Lübeck und Rostock die alte Bezeichnung „Hansestadt”.

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